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Internet Aktie von Amazon in der Defensive

03.02.2006 ·  Die Aktie von Amazon stagniert schon seit Monaten. Das ist kein Wunder, denn das Papier ist immer noch teuer und operativ kann das Unternehmen nach wie vor nicht richtig überzeugen. Anleger sollten das Papier kritisch betrachten.

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Nach dem Absturz zum Ende der „Internetkursblase“ folgte bei der Aktie von Amazon.com in den Jahren 2002 und 2003 zwar zunächst eine fulminante Kurserholung von 5,51 auf bis zu 61,15 Euro. Danach ist das Papier allerdings in eine Stagnationsphase übergegangen.

Daraus dürfte sie aufgrund der gerade vorgelegten Zahlen kaum nach oben ausbrechen. Im Gegenteil, die Risiken scheinen eher auf der unteren Seite zu liegen. Denn die anhaltend hohen Erwartungen dürften enttäuscht werden. Das zeigte sich schon an der nachbörslichen Kursreaktion am Donnerstag in Amerika.

Gewinneinbruch im wichtigen „Weihnachtsquartal“

Denn der weltgrößte Internet-Einzelhändler hat mit einem Gewinneinbruch im wichtigen Weihnachtsquartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Die Aktien des Unternehmens stürzten im nachbörslichen Handel um mehr als acht Prozent ab.

Der Nettogewinn des Unternehmens im vierten Quartal fiel im Vergleich zur Vorjahresperiode um satte 41,9 Prozent auf 199 Millionen Dollar. Immerhin konnte der Umsatz um 17 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar gesteigert werden. Allerdings erfüllte er nicht ganz die hohen Erwartungen des Marktes. Unter Herausrechnung bestimmter Posten betrug der Gewinn 27 Cent je Aktie, was den Erwartungen der Analysten entsprach.

Amazon macht höhere Aufwendungen für Auslieferungen und Technologie für den Rückgang verantwortlich. Der Konzern reihte sich damit in eine Reihe von Internet-Firmen - darunter Google, Yahoo und eBay - ein, die die Experten mit ihren Quartalszahlen oder ihren Ausblicken auf das weitere Geschäft enttäuscht haben.

Für das erste Quartal rechnet der Amazon nun mit einem Umsatz von zwischen 2,14 und 2,29 Milliarden Dollar. Analysten waren bislang von 2,28 Milliarden Dollar ausgegangen und zeigten sich von der Prognose enttäuscht. Amazon-Finanzchef Tom Szkutak sagte, es sei noch nicht absehbar, wann sich die angebotenen Liefer-Rabatte, mit denen langfristige Kunden gewonnen werden sollen, für die Anleger auszahlten. Dabei gehören gerade die Kosten für diese Preisnachlässe zu den Punkten, die den Anlegern die meisten Sorgen bereiten.

Aktie ist nach wie vor überteuert

Denn es stellt sich zunehmend die Frage, ob sich solche Aufwendungen in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt - auch traditionelle Einzelhändler bauen ihr Onlineangebot immer weiter aus - jemals auszahlen werden. Denn nicht nur das Wachstum scheint sich zu verlangsamen, sondern auch die Umsatzrendite sank im Quartal auf 5,5 Prozent nach 6,4 Prozent. Die Betriebsaufwendungen legten 31 Prozent zu, die Absatzkosten stiegen um 16 Prozent. Die Aufwendungen für die Warenauslieferung kletterten um 17 Prozent, vor allem wegen der Programms Prime und Angeboten für kostenlose Lieferungen. Amazon steigerte seine Investitionen in Technologie und Inhalte im abgelaufenen Vierteljahr um 57 Prozent auf 132 Millionen Dollar und kündigte weitere Investitionen für dieses Jahr an, allerdings in einem geringeren Tempo als im Jahr 2005.

Aufgrund der jüngsten operativen Entwicklung, des deutlich angeschlagenen Trends und auch der anhaltend hohen Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr auf Basis optimistischer Gewinnschätzungen bei 45,4 und 37,9 - dürfte die Aktie kritisch betrachtet werden müssen. Absicherungsstrategien oder gar der Verkauf der Papiere dürften in Betracht gezogen werden müssen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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