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Internationaler Finanzmarkt Konjunkturoptimismus an den Märkten

 ·  Die Europeripherie und Amerika sorgen für gute Laune. Am Dienstag beginnt die Saison der Unternehmensabschlüsse. Der Bericht von den internationalen Finanzmärkten.

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„Regnet’s im August ins Heu, beginnt das Jahr im Jänner neu“, lautet eine alte Bauernregel aus den Alpen. Das neue Jahr hat denn auch pünktlich wie erwartet begonnen. Ob sein Anfang die Bauern erfreut, ist nicht bekannt, aber die Aktienanleger können sich schon nach wenigen Tagen glücklich schätzen.

Die Aktienkurse sind gleich zu Jahresbeginn weiter gestiegen. Am Anleihemarkt stiegen die Kurse von Papieren aus den südeuropäischen Krisenländern, während die Notierungen von Anleihen aus Ländern mit sehr guter Bonität nachgaben. Die Rendite zweijähriger italienischer Staatsanleihen fiel im Wochenverlauf um 32 Basispunkte auf 1,68 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Herbst 2010. Spanische Zweijährige rentierten mit 2,43 Prozent um 46 Basispunkte niedriger. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen um 23 Basispunkte auf 1,54 Prozent. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten. Die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen überschritt erstmals seit Mai 2012 die Marke von 2 Prozent.

Die sich aus diesen Zahlen ableitende wachsende Risikobereitschaft erklärt sich nach Mitteilungen von Marktteilnehmern in erster Linie mit Hoffnungen auf eine Besserung der Konjunktur in den Industrienationen. Die vorläufige Einigung in Washington zur Haushaltspolitik war der wichtigste Auslöser für die Hausse risikoträchtiger Anlagen. Auch wenn sich die Marktteilnehmer bewusst sind, dass die Einigung zwischen Demokraten und Republikanern nur vorläufig ist und eine langfristige Lösung noch aussteht, bereitet die fiskalische Klippe keine Angst mehr.

Wie geht es weiter?

Positive Konjunkturnachrichten waren auch aus der Euro-Peripherie zu vernehmen. Nach Angaben des Londoner Datenlieferanten Markit stiegen Indizes für die Dienstleistungsbranche in Spanien und in Italien. Diese Verbesserungen wurden am Markt positiv aufgenommen, auch wenn die absoluten Stände der beiden Indizes immer noch eine Rezession anzeigen. Die Daten belegten, dass sich die Konjunktur in den beiden Ländern ihrem Tiefpunkt nähere, heißt es in einer Mitteilung von Analysten der französischen Großbank Société Générale. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert einen Londoner Analysten der Deutschen Bank mit den Worten: „In Europa sind die Erwartungen für die Wirtschaftsdaten so niedrig, dass Raum für positive Überraschungen und Kursgewinne besteht.“

Wie geht es weiter? Nach einer alten Börsenregel gibt der Januar die Tendenz für das Gesamtjahr vor. Diese Regel stimmt aber nicht immer, und zunächst bleibt abzuwarten, ob die Aktienmärkte im Verlauf des Januar weiter freundlich tendieren werden, wenn in der kommenden Woche viele Marktteilnehmer aus den Ferien zurückkommen und sich dann auch die Umsätze an den Märkten beleben werden.

Auf der Agenda stehen Sitzungen der Führungsgremien der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank von England. Die Marktteilnehmer erwarten von beiden Zentralbanken in der kommenden Woche keine bedeutenden Beschlüsse. Auf mittlere Sicht wird sich in London die Frage stellen, ob sich der designierte neue Gouverneur der Bank von England, Mark Cairney, eine neue geldpolitische Strategie auf seine Fahnen schreibt.

Goldpreis unter Druck

Leichtes Kopfzerbrechen bereitet den Marktteilnehmern derzeit die Deutung der Politik der Federal Reserve in Washington. Aus der Lektüre des jüngst veröffentlichten Sitzungsprotokolls der Fed-Führung leiteten manche Marktteilnehmer die Prognose ab, in der Spitze der Fed erwägten mehrere Mitglieder, die umfangreichen Käufe von Anleihen bald einzustellen. Daraufhin geriet zum Wochenschluss der Goldpreis unter Druck, da ein Ende der Anleihenkäufe eine stärker auf Inflationsbekämpfung ausgerichtete Strategie der Fed einläuten könnte. Charles Plosser, der Präsident der regionalen Fed von Philadelphia, sagte dieser Tage, die Fed müsse ihr Inflationsziel von 2 Prozent ernst nehmen. Bisher gibt es aber noch keine Anzeichen, dass eine Mehrheit in der Führung der amerikanischen Notenbank bereit ist, die sehr lockere Geldpolitik aufzugeben.

Jedenfalls werden die Finanzmarktteilnehmer auch weiterhin sehr aufmerksam auf Konjunkturnachrichten achten. Dazu gehören einerseits natürlich gesamtwirtschaftliche Daten wie der Auftragseingang der deutschen Industrie, über den am kommenden Dienstag berichtet wird. Hinzu treten Unternehmensnachrichten. In der neuen Woche beginnt die Saison der Abschlüsse für das vierte Quartal und damit auch für das Gesamtjahr 2012. Wie üblich, beginnt diese Saison mit den Zahlen des amerikanischen Aluminiumkonzerns Alcoa am kommenden Dienstag.

In der kommenden Woche wollen unter anderem Deutschland und Spanien mehrjährige Anleihen begeben. Laut Emissionskalender beabsichtigt Österreich eine Aufstockung seines extremen Langläufers mit Fälligkeit 2062.

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