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Montag, 13. Februar 2012
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Internationaler Finanzmarkt Ein hohes Maß an Stabilität zum Jahresende

14.12.2009 ·  Griechenland und Dubai stürzen die Anleger nicht mehr in Panik. Die Märkte haben an diesem Jahresende ein bemerkenswertes Maß an Stabilität gefunden. Hoffnungen auf ein ruhigeres Jahr 2010 sind gestattet.

Von Gerald Braunberger
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Dubai ist weit weg, Griechenland offensichtlich auch. Die Nachrichten aus diesen beiden Ländern haben die Finanzmärkte in den vergangenen Tagen beschäftigt, aber dort keine Turbulenzen ausgelöst – anders als es noch vor neun Monaten gewesen wäre. Dies belegt, dass die Märkte an diesem Jahresende ein bemerkenswertes Maß an Stabilität gefunden haben, das Hoffnungen auf ein ruhigeres Jahr 2010 gestattet.

Die Stabilität an den Finanzmärkten verkörpert unter anderem der Aktienmarkt. Ein Blick auf den deutschen Markt belegt, dass die führenden Indizes heute dort sind, wo sie vor drei Monaten auch schon waren. Viel passiert ist im vergangenen Vierteljahr nicht: Der Dax hat weder die Marke von 6000 Punkten überschritten, noch ist er auf 5000 Punkte oder noch weniger zurückgefallen. Phasen, in denen sich das Kursniveau kaum verändert, sind schlechte Zeiten für technische Analysten, denen der Trend abhandengekommen zu schein scheint. Der Markt indessen scheint ein Niveau gefunden zu haben, auf dem er sich gegenwärtig wohl fühlt. Nachhaltige Veränderungen nach unten wie nach oben bedürften wohl deutlicher Veränderungen wirtschaftlicher Rahmendaten. Ob es noch zu einer kleinen Jahresendrally kommt oder nicht, wird an dem Gesamteindruck wenig ändern.

Was wird aus dem Dollar-Kurs?

Noch abzuwarten bleibt, ob die jüngsten Kursgewinne des Dollar an den Devisenmärkten der Beginn einer Trendwende oder nur eine technische Erholung war. Begründet wurden diese Kursgewinne an den Märkten vor allem mit günstigen Konjunkturnachrichten, zuletzt Einzelhandelsdaten vom November, aus den Vereinigten Staaten, die Spekulationen über baldige Erhöhungen der Leitzinsen beflügelten. Die Führung der amerikanischen Notenbank (Fed) tritt in den kommenden Tagen zusammen. Eine Zinserhöhung noch vor dem Jahresende gilt als ausgeschlossen, aber die Marktteilnehmer erwarten sich Aufschluss von Äußerungen Ben Bernankes zur Lage und den Perspektiven der amerikanischen Wirtschaft. Da aktuell keine Inflationsgefahren zu erkennen sind, dürfte sich die Fed vor allem an den Aussichten für das Wirtschaftswachstum und für die Banken orientieren.

Die extrem lockere Geldpolitik diente ja nicht nur zur Belebung der Wirtschaft, sondern nicht zuletzt sollte sie den Banken eine Gesundung erleichtern. Wie die Aufnahmen von Eigenkapital etwa der Bank of America über die Börse zeigen, befinden sich die amerikanischen Banken auf dem Pfad der Erholung. Allerdings lässt sich von außen schlecht beurteilen, wie groß die in den Bilanzen noch enthaltenen Risiken sind. Die Bank of America zahlte an den Staat 45 Milliarden Dollar zurück, davon 26 Milliarden aus eigenen Reserven und 19 Milliarden Dollar aus einer Kapitalerhöhung. Weiterhin nahm das amerikanische Finanzministerium durch den Verkauf von Optionen auf Aktien von J.P. Morgan Chase noch einmal knapp eine Milliarde Dollar ein. Auch die Citigroup und Wells Fargo erwägen Kapitalerhöhungen, um Staatsgelder zurückzuzahlen. Alles in allem gewinnt an den Märkten derzeit die Ansicht Anhänger, dass die ersten Zinserhöhungen der Fed früher kommen könnten als bisher erwartet. Dann dürfte es nicht lange dauern, bis auch die Europäische Zentralbank (EZB) nachzieht.

Investoren weiter an Rohstoffen interessiert

Steigende Zinsen und ein möglicherweise weiter aufwertender Dollar dürften auf andere Märkte wirken. Dies lässt sich derzeit bereits an den Rohstoffmärkten beobachten (Ölpreis: Im Bann der Investoren). Die Rohstoffpreise sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen wegen des schwachen Dollar, der niedrigen Zinsen (die Alternativanlagen wie Rohstoffe attraktiver werden lassen) sowie der Erwartung auf eine Belebung der Weltkonjunktur. Mit dem stärkeren Dollar sind in den vergangenen Tagen auch die Rohstoffpreise gefallen, was zunächst nicht mehr als eine technische Reaktion sein muss. Das Interesse von Finanzinvestoren, die im vergangenen Jahr nach Schätzungen rund 60 Milliarden Dollar in die Rohstoffmärkte gelenkt haben, bleibt ungebrochen. Eine Befragung von Barclays Capital während einer Investorenkonferenz belegt, dass viele Finanzinvestoren auch in den kommenden Jahren an den Rohstoffmärkten aktiv bleiben wollen.

Auf Baisse standen die Zeichen zuletzt auch auf dem Goldmarkt, wo der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) vom historischen Höchststand von 1226 Dollar auf 1115 Dollar gefallen ist. Angesichts des zuvor sehr kräftigen Preisanstiegs mag es sich bei diesem deutlichen Rücksetzer um eine bloße technische Korrektur handeln, die nach Ansicht technischer Analysten auch noch zu Preisen unter 1100 Dollar führen könnte, ohne dass sie den langfristigen Aufwärtstrend für gebrochen hielten. Hilfreich für den Goldpreis wäre zweifellos ein steigendes Interesse privater Anleger, die sich allerdings eher zurückhalten, wie die stagnierenden oder gar leicht rückläufigen Bestandszahlen der großen Goldfonds belegen. Dass die schlechten Nachrichten aus Dubai und Griechenland nicht zu einer Flucht ins Gold beitrugen, sondern der Goldpreis stattdessen sogar gefallen ist, belegt zusätzlich die These einer allmählichen Stabilisierung an den Märkten. Die Nervosität hat erkennbar nachgelassen.

Aussicht auf steigende Zinsen in den großen Industrienationen

Die Aussicht auf steigende Zinsen in den großen Industrienationen könnten auch eine Beruhigung an den Devisenmärkten begünstigen, wo in den vergangenen Monaten die Carry-Trades deutlich zugenommen hatten: Hierbei nimmt ein Investor in einer Niedrigzinswährung einen Kredit auf und legt das Geld in einer höherverzinslichen Währung an. Als Folge derartiger Carry-Trades war der Wechselkurs des brasilianischen Real gegenüber dem Dollar derart gestiegen, dass Brasilien milde Kapitalverkehrskontrollen angekündigt hatte. Auch andere Schwellenländer sahen sich mit Kapitalzuflüssen konfrontiert, die sie für übertrieben hielten. Das längerfristig wichtigste Problem an den Kapitalmärkten dürfte indessen darin bestehen, Käufer für die noch bevorstehenden erheblichen Emissionen von Staatspapieren zu finden. Ein nicht unerheblicher Teil wird gegenwärtig von Zentralbanken, Geschäftsbanken und Staatsfonds erworben. Vermutlich bedarf es höherer Renditen, um mehr private Anleger anzuziehen. An höheren Renditen aber besitzen die Regierungen keinerlei Interesse.

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