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Ingenieurdienstleistungen Imtech profitiert vom Trend zur Energieeffizienz

30.06.2009 ·  Mit Wärme-, Kälte-, Klima-, Sanitär-, Brandschutz-, Kommunikations- und elektrotechnischen Lösungen aus einem Guss macht das niederländische Unternehmen Imtech trotz der Krise robuste Geschäfte. Die Aktie sieht solide aus.

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Aus dem niederländischen Gouda kommt nicht nur der bekannte Käse, sondern dort sind auch interessante Firmen ansässig. Zum Beispiel das Diensleistungs- und Industrietechnikunternehmen Imtech.

Es konnte in den vergangenen Jahren den Umsatz deutlich und den Gewinn je Aktie im Trend, wenn auch etwas volatil, steigern. Im Jahr 2008 legte der Umsatz im vergleich mit der Vorjahresperiode um 15,3 Prozent auf 3,86 Milliarden Euro zu, der Gewinn je Aktie konnte sogar um 24,8 Prozent auf 1,46 Euro verbessert werden.

Robustes, profitables Wachstum ....

Auch im laufenden Jahr scheinen die Geschäfte trotz der Krise nicht allzu schlecht zu laufen. Denn das Management geht davon aus, seine Umsatz- und Gewinnziele erreichen zu können, da der öffentliche Sektor im Rahmen der Konjunkturprogramme unter anderem in Straßen und Gebäude investiere. Aus diesem Grund werde man in der Lage sein, den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen über das Niveau des vergangenen Jahres von 197,2 Millionen Euro steigern zu können, erklärte Finanzchef Boudewijn Gerner noch am elften Juni anlässlich einer Konferenz in Noordwijkerhout.

Schon im Mai hatte sich Vorstandssprecher René van der Bruggen optimistisch geäußert, sowohl organisch als auch durch gezielte Übernahmen wachsen zu können. Im ersten Quartal habe sich der Auftragseingang in allen Geschäftsbereichen vorteilhaft entwickelt. Tatsächlich konnte das Unternehmen in den vergangenen Monaten mehrere Akquisitionen tätigen (AT Furustad, Sundsvalls Rörteknik und Olav C. Jensen & Søn in Norwegen sowie Huguet in Spanien), sowie eine Reihe von Aufträgen an Land ziehen.

Dazu zählt beispielsweise ein Millionen-Großauftrag für die elektrotechnische Ausstattung des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI). Das war bereits der zweite Auftrag mit einem Auftragsvolumen im zweistelligen Millionenbereich, den der Gebäudeausrüster Imtech für den Bau des BBI gewonnen hat. Im Februar hatte Imtech bereits bekannt gegeben, mit der Planung und Umsetzung sämtlicher Energielösungen, der Heizungs- und Kältetechnik sowie der Brandschutztechnik beauftragt worden zu sein. Auch dieser Auftrag lag im zweistelligen Millionenbereich und umfasst unter anderem ein innovatives Wärmerückgewinnungssystem, das 70 Prozent der im neuen Terminal erzeugten Wärme „recycelt“. Derzeit beteiligt sich Imtech zudem an Verhandlungen über die Vergabe weiterer Aufträge im Bereich der technischen Ausrüstung des Flughafens.

... interessante Aufträge

Imtech hat zudem von der Meyer Werft in Papenburg den Zuschlag für die Ausrüstung des fünften Kreuzfahrtschiffes der Solstice-Klasse mit klimatechnischen Systemen bekommen. Das Schiff mit der Baunummer S 691 wird im Herbst 2012 an die Reederei Celebrity Cruises übergeben werden.

Imtech ist auch an der Sanierung der „Zwillingstürme“ der Deutschen Bank in Frankfurt beteiligt. Die Fassade, die kompletten technischen Anlagen und der Innenausbau des 121.000 m² großen Gebäudekomplexes werden erneuert. Imtech ist für das Ersetzen und Modernisieren der technischen Anlagen verantwortlich. Im Vergleich zur Vergangenheit werden die „revitalisierten“ Türme circa 55 Prozent weniger Strom verbrauchen, 55 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen und den Wasserbrauch um 43 Prozent senken. Ein Beispiel für intelligente Gebäudetechnik und nachhaltiges Bauen, heißt es.

Imtech sieht die Kernkompetenz des Unternehmens darin, ein „State-of-theArt“-Leistungspaket aus einer Hand anbieten zu können. Dazu zählen Wärme-, Kälte-, Klima-, Sanitär-, Brandschutz-, Kommunikations- und elektrotechnische Lösungen aus einer Hand und einem Guss. Das Unternehmen denke nicht in Gewerken, sondern in Systemen - so das Motto. In diesen Bereichen ist es tätig: Energie-Effizienz, Dienstleistungen, technische Gebäudeausrüstung, Kraftwerks- und Energietechnik, dezentrale Energiedienstleistungen, Projektentwicklung, Daten-, Kommunikations- und Sicherheitstechnik, industrielle Lufttechnik, Reinraumtechnik, Umweltsimulation und Prüfungstechnik sowie in der Schiffbau- und Dockbautechnik.

... vernünftige Bewertung

Imtech ist nicht nur im fachlichen Bereich breit diversifiziert, sondern auch regional. Im vergangenen Geschäftsjahr kamen 38 Prozent der Erlöse aus den Beneluxstaaten, 32 Prozent aus Deutschland und Osteuropa, 18 Prozent aus Großbritannien, zehn Prozent aus dem restlichen Europa und knapp zwei Prozent aus Skandinavien.

Insgesamt scheint das Unternehmen gut positioniert zu sein, um vom Trend zu nachhaltigerem und effizienterem Wirtschaften als auch von Konjunkturprogrammen profitieren zu können. Die Aktie des Unternehmens blieb in den vergangenen Monaten zwar nicht von Kursverlusten verschont. Allerdings hielt sie sich besser als der breite Markt. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 7,7 und 8,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sieht sie vergleichsweise günstig aus. Die Verschuldung ist allerdings ein Wermutstropfen: Das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital liegt bei knapp 140 Prozent.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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