10.07.2009 · Das gute an den jüngsten Nachrichten ist vielfach nur, dass sie weniger schlecht sind als zuvor. Das gilt auch für Fraport: Das Passagieraufkommen fällt weiter und der Frachtverkehr bleibt schwach. Die Aktie ist kein Schäppchen.
Das gute an den jüngsten Nachrichten der vergangenen Tage und Wochen ist vielfach nur, dass sie etwas weniger schlecht sind als in den Periode zuvor - und nicht, dass sie wirklich gut wären. Genau diese Beobachtung gilt auch für die am Freitag von Fraport bekannt gegebenen Verkehrszahlen für den Frankfurter Flughafen.
Das Luftfahrtdrehkreuz habe im Juni 4,5 Millionen Passagiere abgefertigt, teilte das Unternehmen mit. Das waren 5,6 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Damit habe sich der zu beobachtende Rückgang abgeschwächt, hieß es weiter.
Abnehmender Passagierrückgang ist immer noch ein Rückgang
Schon am Donnerstag hatte der scheidende Fraport-Chef Wilhelm Bender versucht, die Stimmung positiv zu beeinflussen: Er rechne mit einer rascheren Erholung der krisenbedingt rückläufigen Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen als bisher angenommen, hatte er erklärt und gesagt: „Die Minuszahlen werden moderater“.
Diese Aussage mag sich in den kommenden Wochen zwar kurzfristig bestätigen. Immerhin nimmt das Urlaubsgeschäft Schwung auf - und das ist traditionell umsatzstark. Allerdings ändern solche Äußerungen wenig daran, dass die Entwicklung abgesehen von saisonalen Effekten schwach ist und dass sie mit zunehmender Arbeitslosigkeit, den greifenden Sparmaßnahmen der Unternehmen und die aufgrund der massiv zunehmenden Staatsverschuldung zu erwartenden zunehmenden Belastung der Konsumenten sehr wahrscheinlich verhalten bleiben wird.
Die wahre wirtschaftliche Schwäche zeigt sich am Beispiel der der Entwicklung im Luftfrachtbereich. Denn das Luftfrachtaufkommen in Frankfurt lag im Juni mit 148.211 Tonnen satte 16,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. In den ersten sechs Monaten ging die das Frachtaufkommen um 21,5 Prozent zurück auf 822.460 Tonnen. Auch an den meisten anderen Flughäfen des Unternehmens - Antalya, Burgas und Varna - sind die Geschäfte rückläufig, lediglich Lima konnte Zuwächse bei den Passagierzahlen und den Bewegungen zulegen.
Aktie ist kein Schnäppchen
Hatte die Fraport-Aktie trotz zweier unbeweglicher Mehrheitsaktionäre in Form der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen in den Jahren 2003 bis 2006 vom allgemeinen Boom und Übernahmewahn im Sektor profitiert und Kursgewinne von bis zu 320 Prozent verbucht, so wurde sie danach zunächst von der massiven Überbewertung und letztlich von der Krise eingeholt. Von Februar des Jahres2006 bis in den Mai des laufenden Jahres musste sie - ausgehend vom Hoch - in diesem Rahmen einen Rückschlag um 66 Prozent hinnehmen. Davon hat sie sich bisher kaum erholt.
Das kann kaum verwundern. Denn die Umsätze sind in den vergangenen Monaten förmlich weggebrochen und ob und wann sie sich erholen werden steht in den Sternen. Gleichzeitig lief die Gewinnentwicklung im Trend seitwärts. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 19 und 16 kein Schnäppchen. Aus diesen Gründen bietet sie den Anlegern so gut wie keine Reize.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |