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Infineon Unrühmlicher Abschied aus dem Börsenoberhaus

27.02.2009 ·  Der Halbleiterhersteller Infineon fliegt in hohem Bogen aus dem Dax. Der Penny-Stock fällt auf ein Rekordtief - die Aktie hat am Donnerstag um bis zu 11 Prozent an Wert verloren. Unrühmlicher kann der Rauswurf kaum sein.

Von Rüdiger Köhn, München
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Unrühmlicher kann der Rauswurf aus dem Dax kaum sein. Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon Technologies AG hat am Donnerstag um bis zu 11 Prozent an Wert verloren. Das Ausmaß der Kurseinbuße - nämlich gerade einmal fünf Cent - zeigt allerdings den Stellenwert, den die Titel in Deutschlands Börsenoberhaus noch haben. Es war längst überfällig, dass die Aktien des im Jahr 2000 an die Börse gegangenen ehemaligen Siemens-Halbleiterbereiches im hohen Bogen aus dem Dax fliegen.

An diesem Freitag ist der Stichtag für die Ranglisten der Deutschen Börse, auf deren Basis dann die künftige Indexzusammenstellung ermittelt wird. Und da haben die Anleger den Technologiewert noch einmal richtig abgestraft, der mit seinen Kursverlusten den Aktionären so viel Sorge bereitet hat. Auf Basis der zurückliegenden 20 Handelstage steht die Infineon-Aktie unter den börsennotierten Unternehmen nur auf Platz 63. Am nächsten Mittwoch wird die Börse dann offiziell den Rauswurf von Infineon bekanntgeben.

Zum Abschuss freigegeben

Endgültig zum Abschuss freigegeben wurde die Infineon-Aktie im vergangenen Dezember, als der Kurs unter die Schwelle von einem Euro fiel. Seitdem sind die Titel nur kurz wieder darüber gestiegen, als völlig gegenstandslos über eine Kapitalerhöhung spekuliert wurde.

Was normalerweise Grund für weitere Kursverluste gewesen wäre, wurde von einigen Spekulanten als Ansporn betrachtet; nämlich dass Infineon wohl doch noch Vertrauen in die Zukunft habe. Das ständige hektische Auf und Ab des Kurses ist Beleg dafür, dass der einst so fulminant im Dax gestartete Wert zu einem Zockerpapier geworden ist.

Zukunft im Tec-Dax?

Mit Tamtam und Glamour startete der damalige Vorstandsvorsitzende und Sportwagenliebhaber Ulrich Schumacher die Roadshow für die frühere Siemens-Sparte, die bereits 1999 ausgegliedert wurde. Heute ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Bestechlichkeit und versuchten Prozessbetrugs. Während des Börsendaseins hat Infineon nur in einem Jahr Gewinne ausgewiesen. Dividenden gab es nie.

Heute steht das Unternehmen unter einem erheblichen Druck, da die Nachfrage nach Chips eingebrochen ist und die Preise verfallen sind. Zudem gerät das Unternehmen immer mehr in Finanzierungsnöte. Dieses Jahr scheint noch abgesichert. Doch 2010 müssen Wandelanleihen über nominal 700 Millionen Euro beglichen werden, wofür noch Finanzierungswege zu suchen sind.

Somit wird Infineon in seiner neuen Zukunft im Technologieindex Tec-Dax bewegte Zeiten haben. Mit nun 360 Millionen Euro Börsenwert rangiert es dort immerhin im oberen Mittelfeld der insgesamt 30 Mitglieder.

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Jahrgang 1958, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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