Mit satten Kursgewinnen macht seit Jahren der Star Index der italienischen Börse auf sich aufmerksam. Ausgehend von einem Tief bei 8.788 Zählen im Oktober des Jahres 2002 hat er inzwischen 150 Prozent zugelegt auf zuletzt 21.972 Zähler.
Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Das dürfte kaum verwundern. Denn der Index wird von zum Teil von hoch spekulativen Werten wie Jolly Hotels, vor allem aber auch von den Aktien grundsolider Firmen wie Prima Industrie, Biesse, Brembo oder auch Cembre nach oben gezogen.
Steigende Umnsätze und Erträge
Diese Unternehmen entwickeln sich im gegenwärtigen konjunkturellen Umfeld operativ sehr solide und begründen auf diese Weise auch die steigenden Kurse. Die Aktie des Industrieunternehmens Cembre ging gerade in den vergangenen Tagen förmlich durch die Decke und ist aus einer kurzfristigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen.
Damit setzt sie den mittelfristigen Aufwärtstrend fort, der von einem Kurs von 1,6765 Euro im Dezember des Jahres 2002 nach einem Kursgewinn von 360 Prozent auf zuletzt 8,15 Euro führte. Alleine in den vergangenen vier Handelstagen ging es um etwas mehr als zehn Prozent nach oben.
Das dürfte angesichts der operativen Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren kaum überraschen. Denn es konnte den Umsatz im Trend steigern, auch die Gewinnentwicklung zeigt nach oben und die finanzielle Positionierung ist sehr komfortabel.
Das zeigte sich schon in den ersten sechs Monaten des vergangenen Geschäftsjahres, in denen der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 19,8 Prozent auf 41,925 Millionen Euro und der operative Gewinn um 47,8 Prozent auf 8,424 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Bei finanztechnischen Untersuchungen erhält das Unternehmen beste Wertungen.
Vernünftige Bewertung
Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres lag der Umsatz nach einem Plus von 20,6 Prozent bei 61,781 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn nach einem Zuwachs von 44,9 Prozent im Vergleich mit der Vorjahresperiode bei 11,582 Millionen Euro. 44,3 Prozent der Erlöse wurden in Italien erzielt, 46,3 Prozent im restlichen Euroraum und 9,5 Prozent in der übrigen Welt. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen legte bei einer von 20,8 auf 22,6 Prozent verbesserten Umsatzrendite um 31,4 Prozent auf 10,6 Millionen Euro zu.
Cembre entwickelt und produziert Kabel- und Rohrverbindungen sowie alle für die Verarbeitung und Montage benötigten Werkzeuge. Daneben entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen auch sogenannte Schienenkontakte, Maschinen für den Gleisbau, Armaturen und Werkzeuge für den Fahrleitungsbau, Armaturen für die Signaltechnik und andere Produkte und Werkzeuge, die beim Bau oder der Modernisierung von Bahnstrecken benötigt werden. Das Unternehmen wurde im Jahr 1969 in Brescia gegründet und unterhält Handelsniederlassungen und Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Spanien, den Vereinigten Staaten und auch in Norwegen.
Cembre dürfte gegenwärtig vom konjunkturellen Lauf in weiten Teilen der Industrie und vor allem auch von den Investitionen im Bereich öffentlicher Verkehrsmittel profitieren. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 14,5 und 13,2 auf Basis der Gewinnschätzungen der Interbanca für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr scheint die Aktie noch vernünftig bewertet zu sein und in einem anhaltend positiven Umfeld weiteres Kurspotential bieten.