04.06.2004 · Die Hypo Real Estate hat die Prognose bestätigt, 2004 den Vorsteuergewinn um 30 Prozent zu steigern. Dies nützt der Aktie kurzfristig. Doch bewegt sich der ambitioniert bewertete MDax-Titel seit geraumer Zeit nur seitwärts.
Zum Wochenschluß rangiert die Aktie der Hypo Real Estate AG in der Spitzengruppe der MDax-Titel. Der Grund: Der im vergangenen Jahr aus der Hypo-Vereinsbank (HVB) hervorgegangene Münchner Immobilienfinanzierer hat seine Ertragsprognose bestätigt und will seinen Vorsteuergewinn um fast ein Drittel steigern.
Die Aktie legt angesichts dessen um knapp 1,6 Prozent auf 23,45 Euro zu. Seit der Erstnotiz im Oktober ist der Wert des Papiers um fast 89 Prozent gestiegen. Ihr Rekordhoch hat es Anfang März bei glatt 25 Euro markiert und anschließend etwas konsolidiert. Nun bewegt sie sich in der oberen Hälfte der seit Januar geltenden Handelsspanne. Nach wie vor stört bei dem Titel die im Vergleich zu anderen Immobilienbanken wie der Aareal Bank, ambitionierte Bewertung. Diese dürfte kursbremsend wirken. Ob ihm das Siegel nützt, ein Dax-Kandidat zu sein, steht dahin.
HRE profitiert noch von Risikoabschirmung durch HVB
Hypo Real Estate (HRE) erwartet für 2004 weiterhin eine Steigerung des Gewinns vor Steuern von mindestens 30 Prozent. Der Vorsteuergewinn solle in diesem Jahr auf 205 Millionen bis 225 Millionen Euro von 156 Millionen Euro 2003 wachsen, bekräftigte das im MDax gelistete Unternehmen am Freitag auf der Hauptversammlung. Der Vergleich mit dem Vorjahr ist allerdings schwierig, weil der Finanzierer gewerblicher Immobilien eben erst im vergangenen Jahr aus der Großbank HVB abgespalten worden war. Der Hypo-Real-Estate-Vorjahreswert wurde anteilig aus dem Gewinn des HVB-Konzerns berechnet. Das Geschäftsfeld Hypo Real Estate Deutschland erwarte dieses Jahr ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis, bekräftigte das Unternehmen.
Die Hypo Real Estate hatte im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 55 (anteiliger Vorjahresvergleichswert: 39) Millionen Euro erzielt. Unter dem Strich wies das Unternehmen einen Quartalsüberschuß von 41 Millionen Euro nach 29 Millionen Euro vor Jahresfrist aus. Das Unternehmen profitiert derzeit noch von einer Risikoabschirmung - praktisch eine Kapitalzuführung - durch die einstige Mutter HVB, die in diesem Jahr ausläuft, wie Reuters anmerkt.
Im Branchenvergleich gut bezahlt
Die Stunden der Wahrheit kommen indes spätestens, wenn die Risikoabschirmung von der HRE, die sich auf das großvolumige internationalen Immobilienfinanzierungs-Geschäft verlegt hat, genommen wird. Dessen ungeachtet: Die operative Entwicklung stimmt optimistisch. Alle Einheiten haben nach Angaben der Bank im ersten Quartal zugelegt. Und Konzernchef Georg Funke hat den Aktionären versprochen, die Eigenkapitalrendite in den nächsten Jahren stark zu verbessern. Dennoch wirkt die Aktien im Branchenvergleich schon beim derzeitigen Kursniveau ziemlich gut bezahlt: Sie weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,5, während die ebenfalls im MDax notierende Aareal Bank mit 9,4 bewertet ist und den Jahresüberschuß um mehr als 150 Prozent steigern will.
Charttechnisch sieht es bei der HRE weder gut noch schlecht aus. Seit März bewegt sich der Titel weittestgehend seitwärts, wobei er sich von seinem Jahrestief von 20,27 Euro (Schlußkurs) am 10. Mai schön erholt hat. Seitdem hat er vergeblich versucht, über die Marke von 23,59 Euro zu steigen. Ein neues Jahreshoch käme einem technischen Kaufsignal gleich. Dabei helfen, diese Marke in Angriff zu nehmen, könnte die Aussicht auf den Aufstieg in den Dax. Im April und im Mai hat die Aktie bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes die Plätze 29 und 30 in der Dax-Rangliste belegt und damit MAN, FMC und die Tui hinter sich gelassen. Vor diesem Hintergrund stellt das Papier eine Halte-Position dar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |