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Immobilienbanken Aktie der Aareal Bank verliert Kredit bei Anlegern

20.08.2004 ·  Die Aareal Bank stellt ihre Aktionäre auf eine Gedulds- und Nervenprobe: Die Sonderprüfung durch die Aufsichtsbehörde ist doch noch nicht beendet und könnte zu weiterer Risikovorsorge führen. Die Aktie verliert daraufhin stark.

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Die im MDax notierende Aktie der Aareal Bank steht am Freitag massiv unter Druck. Das Papier verliert zum Mittag rund 6,5 Prozent auf 26,59 Euro. Der Grund: Das Unternehmen hat seine erst eine Woche alten Aussagen zur Sonderprüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) korrigieren müssen. Investoren befürchten nun eine weitere Aufstockung der Risikovorsorge für faule Kredite.

Händler und Analysten sprechen laut Reuters von einem Glaubwürdigkeits- und Kommunikationsproblem der Wiesbadener Spezialbank. In Bankenkreisen hieß es am Freitag, die BaFin habe die Aareal Bank zu einer Richtigstellung ihrer Aussagen aus der Vorwoche gedrängt. Am Donnerstag korrigierte die Bank jedenfalls kurz vor Xetra-Handelsschluß ihre Angaben, ohne daß der Kurs zuerst stark nachgab.

Risikovorsorge entgegen anderslautender Aussagen erhöht

Die Vorgänge sind deshalb besonders ärgerlich, weil ihnen einige Unstimmigkeiten vorausgegangen sind: Schon im Frühjahr hatte die Aareal Bank die Märkte im Zusammenhang mit der BaFin auf dem falschen Fuß erwischt: Die Nachricht von der Sonderprüfung, bei der es um Differenzen mit dem Prüfungsverband deutscher Banken über die Bewertung von Krediten geht, erreichte seinerzeit viele Anleger unvorbereitet und führte zu einem zeitweise heftigen Kursrutsch der Aktie.

Danach meinte Aareal-Vorstandsmitglied Christof Schörnig im Interview von FAZ.NET, das Institut müsse den Vorgang: „Wir müssen den Vorgang sicherlich kritisch analysieren. Aber wir sind unserer Position mit Blick auf die Bewertung der Kredite sicher.“ Vor einer Woche gab die Bank dann überraschend die Aufstockung der Risikovorsorge bekannt, was das Halbjahresergebnis verhagelte. Gleichwohl blieb die Bank bei ihrer Prognose, rund 100 Millionen Euro Gewinn zu machen.

Kein Bekenntnis zu bisheriger Höhe der Risikovorsorge

Mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 12. August hatte Schörnig gesagt, die BaFin-Prüfung sei beendet. Die Bank hatte wegen der Prüfung ihre Risikovorsorge um zusätzliche 40 Millionen Euro angehoben. Eine zusätzliche Sonderaufstockung im Zusammenhang mit den von der BaFin geprüften Büchern werde es nicht geben, hatte ein Sprecher seinerzeit ergänzt. Am Donnerstag abend hieß es dann, der Fall aber noch nicht zu den Akten gelegt. Das erst in der Vorwoche ausgegebene Ziel einer Risikovorsorge von 160 Millionen Euro in diesem Jahr wollte der Firmensprecher nicht mehr bestätigen. Er lehnte einen Kommentar dazu ab.

Händler und Analysten kritisierten die Kommunikationspolitik der Bank. „Das ganze Hick-Hack macht natürlich keinen professionellen Eindruck“, sagte ein Händler laut Reuters. „Die Glaubwürdigkeit ist nicht hoch. Es wird im Alt-Portfolio immer wieder zu Sonderabschreibungen kommen“, sagte ein Analyst. Namentlich äußerte sich Konrad Becker von Merck Finck: Das Hauptproblem sei nicht, ob die Vorsorge um einige weitere Millionen Euro aufgestockt werden müßte. Vielmehr sei die mangelnde Zuverlässigkeit der Aussagen des Aareal-Managements bedenklich. Becker empfiehlt, die Aktie zu verkaufen. Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin fügte hinzu, das bekräftigte Gewinnziel im Gesamtjahr sei aus dem normalen Geschäft nicht mehr zu schaffen. „Aber die Bank kann stille Reserven heben oder Tochterunternehmen verkaufen“, sagte er.

Bewertung nicht das Thema, aber das Vertrauen

Unter dem Strich lassen diese Stimmen kaum einen anderen Schluß zu als diesen: Die Aareal Bank verliert selbstverschuldet Kredit unter Anlegern, bei denen das Papier trotz der Unstimmigkeiten aus den Frühjahr bisher gut angesehen gewesen ist. Unsicherheit ist so ziemlich das letzte, was Anleger brauchen - doch Unsicherheit bleibt um die Aareal Bank, bis die BaFin tatsächlich zu Ende geprüft hat.

Diese Gemengelage dürfte die absolut und im Branchenvergleich weiter recht günstige Bewertung der Aktie, die ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,2 aufweist, überlagern. Zudem trübt sich das charttechnische Bild ein. Durch den Kursdruck bewegt sich die Aktie am unteren Ende ihrer zuletzt geltenden Handelsspanne und stellt den seit einem Jahr aufgebauten Aufwärtstrend in Frage, der bei etwa 27 Euro verläuft. Ein nachhaltiger Fall aus demselben wäre ein schlechtes Signal. Bis auf weiteres ist dieser Titel mit Vorsicht zu betrachten.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie der Aareal Bank seit dem Börsengang.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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