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Im Gespräch: Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein „Nächstes Jahr zahlen wir eine Dividende“

 ·  Die Aktie der Kabel Deutschland Holding konnte nach dem Börsengang leicht zulegen. Glaubt man Adrian von Hammerstein, seit rund drei Jahren Vorstandsvorsitzender, so hat sie weiteres Kurspotenzial. Denn im Gespräch gibt er sich optimistisch.

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Adrian von Hammerstein, 56 Jahre alt, ist seit rund drei Jahren Vorstandsvorsitzender von Kabel Deutschland. Davor war er Vorsitzender des Bereichsvorstands bei Siemens Business Services.

Herr von Hammerstein, drei Monate ist Kabel Deutschland an der Börse. Der Kurs ist kaum besser gelaufen als der gesamte Markt. Das ist eine Enttäuschung.

Wir sind zufrieden. Wir konnten den Emissionspreis durchsetzen, den wir uns erhofft hatten. Und der Zeitpunkt war gut gewählt. Davor und wegen der Euro-Krise auch danach mussten ja einige Börsengänge abgesagt werden.

Wie schätzen Sie die Investoren ein, mit denen Sie vor dem Börsengang gesprochen haben?

Wir waren beeindruckt von der hohen Sachkenntnis über unser Unternehmen. Die angelsächsischen Anleger hatten noch mehr Verständnis für unser Geschäft, denn sie kennen aus ihren eigenen Heimatländern das Erfolgspotential des Kabels.

Waren die Investoren vorsichtiger wegen der Finanzkrise?

Ja, schließlich waren wir der erste Börsengang in Deutschland seit Beginn der Krise. Die Interessenten fragten sehr genau nach, wie sich die Wirtschaftskrise auf uns auswirkt. Und sie verhandelten hart um den Ausgabepreis der Aktien.

Welche Börsengänge haben denn in kritischen Zeiten überhaupt eine Chance?

Wir haben in den Gesprächen mit den Investoren gemerkt, wie wichtig es ihnen ist, ein Unternehmen zu kaufen, dessen Wachstumsgeschichte nachvollziehbar ist, zum Beispiel, weil sie bei Konkurrenzunternehmen im Ausland so oder ähnlich bereits funktioniert hat. Und dass die Firma ein erfahrenes Management besitzt.

Erfahren sind Sie, aber ist Ihre Wachstumsstory nachvollziehbar?

Aber natürlich. Im Ausland erzielen Kabelnetzbetreiber bereits vielfach mehr als 30 Euro Monatsumsatz je Kunde, bei uns erst rund 12 Euro. Da ist viel Potential nach oben. 2010 wollen wir den Umsatz um 6,5 bis 7 Prozent steigern, den operativen Gewinn (Ebitda) um 8,5 bis 10 Prozent.

Woher kommt das Wachstum?

Wir werden noch schnelleres Internet anbieten. Das wird zunehmend nachgefragt, unter anderem, weil immer mehr Haushalte mehrere Endgeräte gleichzeitig ans Internet anschließen. Auch hochauflösendes Fernsehen findet mehr Freunde - gerade jetzt während der Fußball-WM. Und auch Video on Demand, also die Videothek übers Kabel, wird künftig populärer.

Trotz dieser Aussichten haben Sie nie einen Gewinn erzielt. Nicht gerade ein Qualitätsbeweis.

Operativ sind wir sehr profitabel. Die operative Gewinnmarge betrug im vergangenen Geschäftsjahr nahezu 44 Prozent. Aber die Abschreibungen unter anderem für die hohen Netzinvestitionen belasten. Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr noch einen Nettoverlust von etwa 25 bis 40 Millionen Euro. Im nächsten Geschäftsjahr wollen wir in die Gewinnzone kommen. Dann sollen die Aktionäre auch erstmals eine Dividende erhalten. Ende des Geschäftsjahres wollen wir die Netto-Verschuldung von zuletzt 2,9 Milliarden Euro auf die geplante Zielgröße - dem 3,5- bis 4-fachen operativen Gewinn - reduziert haben.

Das Gespräch führte Dyrk Scherff

Quelle: F.A.S.
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