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Hintergründe Die Geschichte spricht derzeit für zyklische Aktien

 ·  Zyklische Aktien kaufen und defensive Titel meiden. So lautet die Erkenntnis, welche die Analysten von Macquarie beim Blick zurück auf Phasen zwischen dem Renditetief und der ersten Zinserhöhung gewonnen haben.

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In Amerika spricht vieles für eine baldige Zinserhöhung. Zumindest haben sich die Marktakteure nach den zuletzt guten Konjunkturdaten aus Übersee genau auf dieses Szenario eingeschworen.

Bewegung in der Zinslandschaft führen in der Regel aber auch zu Kursreaktionen am Aktienmarkt. Speziell auf Branchenebene kommt es dadurch zu Verschiebungen in der Gunst der Anleger. Die Analysten des australischen Bankhauses Macquarie haben dazu die Jahre 1993/94 untersucht. Da war die Ausgangslage ähnlich wie heute - und es kam nach einer Phase expansiver Geldpolitik zu einem Anziehen der Zinszügel (Die Börsenhistorie verspricht für 2004 wenig Gutes).

Zykliker zwischen dem Renditetief und der ersten Zinserhöhung gut in Schuß

Beim Blick zurück hat man dabei am australischen Aktienmarkt folgendes Verhalten festgestellt: In der Zeit vom 15. Oktober 1993 und dem 4. Februar 1994, also der Phase zwischen dem Renditetief am Rentenmarkt und der ersten Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank kletterten zyklische Aktien deutlich. So verbesserte sich der Edelmetallsektor um 40 Prozent und der Transportsektor um 20 Prozent. Auch Versicherungen stiegen damals um 20 Prozent. Deutlich schlechter als der Markt schnitten dagegen defensive Sektoren wie Alkohol, Gesundheit oder Immobilien ab.

Und als die Fed dann die Zinsen tatsächlich erhöhte, wurden die Karten noch einmal komplett neu gemischt. Dabei taten sich insbesondere Aktien aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Gesundheit und Einzelhandel als Verlierer hervor. Wobei als wichtigste Beobachtung aber festzuhalten ist, daß selbst die damals noch relativ gut gelaufenen Sektoren unter dem Strich nicht überzeugen konnten.

Bei Macquaries schlußfolgert man aus dem damaligen Verhalten, daß zyklische Aktien speziell nach dem jüngsten Ausverkauf zunächst eine gute Chance auf eine überzeugende Wertentwicklung haben, während defensive Sektoren ins Hintertreffen geraten dürften.

Nach der ersten Zinserhöhung tun sich traditionell alle Branchen schwer

Diese Prognose basiert dabei auf der Annahme, daß den Anlegern zunächst noch Zeit bleibt, das starke Wirtschaftswachstum zu genießen, bevor die amerikanische Notenbank dann mit einer Zinserhöhung als Spielverderber auftreten wird. Demnach werde es bis zur ersten Zinserhöhung vermutlich noch drei Monate dauern und wegen der im November anstehenden Wahlen werde die Fed auch danach nichts überstürzen. Bis die Zinsen auf die reale Wirtschaft durchschlagen, werde es deshalb vermutlich noch rund ein Jahr dauern.

Wiederholt sich die Geschichte, darf bei aller kurzfristig von Macquarie noch verbreiteten Zuversicht nicht vergessen werden, daß mit der ersten Zinserhöhung die Zeiten für den Aktienmarkt allgemein ungleich schwerer würden.

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