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Haustierbranche Tierisch gute Geschäfte

25.05.2009 ·  Die Ausgaben für Bello, Maunzi & Co. bleiben selbst dann auf hohem Niveau, wenn ihre Halter den Gürtel enger schnallen. Die Branche hat im vergangenen Jahr trotz kriselnder Gesamtwirtschaft gut abgeschnitten und dürfte sich weiter behaupten.

Von Ben Steverman
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Nachdem Pet-Smart am 20. Mai Quartalszahlen vorgelegt hatte, ging die Aktie der größten amerikanischen Handelskette für Haustierbedarf tags darauf um fast 9 Prozent in die Knie. Die Schuld hierfür ist jedoch nicht bei den Haustierhaltern zu suchen. Im Gegenteil: Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die amerikanischen Verbraucher zwar bei den meisten Luxusgütern sparen, für ihre Haustiere jedoch weiterhin die Spendierhosen anhaben.

Nach Schätzungen des Branchenverbands American Pet Products Association wird das Ausgabenvolumen für Haustierbedarf in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr trotz schwerer Rezession um 5,1 Prozent auf 45,4 Milliarden Dollar steigen, womit sich die Ausgaben in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt hätten.

Für den kleinen Liebling ist nichts zu teuer

Dieser Optimismus deckt sich mit den jüngsten Quartalszahlen von Pet-Smart: In dem im April beendeten Geschäftsquartal lag der Gewinn je Aktie bei 37 Cents und übertraf damit sowohl die Analystenerwartungen von 30 Cents je Aktie als auch das entsprechende Vorjahresquartal mühelos, in dem Gewinn 32 Cents je Aktie betragen hatte. Zudem hob Pet-Smart seine Gewinnprognose für 2009 an.

Der Umsatz auf vergleichbarer Ladenfläche stieg um 3,9 Prozent. Erstmals seit zwei Jahren erhöhte sich auch die Kundenfrequenz in den Filialen (wenn auch nur um 0,1 Prozent) - angesichts der schwierigen Wirtschaftsbedingungen eine erstaunliche Leistung. „Pet-Smarts Kundenfrequenz scheint stabiler zu sein, als man dies in einem von Sparsamkeit geprägten gesamtwirtschaftlichen Umfeld erwarten würde“, schreibt David A. Schick, Analyst bei Stifel Nicolaus.

Indikator für die Haustierbranche

Nach Ansicht von Mike Baker, Analyst der Deutschen Bank konnte Pet-Smart die Erwartungen übertreffen, indem das Unternehmen die Kosten im Zaum gehalten und die Kundenfrequenz durch Schlussverkäufe und andere verkaufsfördernde Maßnahmen erhöht habe. Zudem profitiere die Handelskette in einem konjunkturellen Abschwung davon, dass „Tiernahrung immer gebraucht wird“, so Baker. Haustierfutter macht mehr als die Hälfte des Geschäfts von Pet-Smart aus.

Als eines der ausschließlich auf den Haustierbedarf spezialisierten großen Publikumsgesellschaften gilt Pet-Smart als wichtiger Indikator für die Lage der amerikanischen Haustierbranche. Petco, der größte nationale Wettbewerber, veröffentlicht seit seiner Übernahme durch Private-Equity-Gesellschaften im Jahr 2006 keine Geschäftszahlen mehr.

Zu den weiteren Wettbewerbern zählen Einzelhandelsriesen wie Target und Wal-Mart, die ebenfalls vom gestiegenen Ausgabenvolumen für Haustierbedarf profitiert haben. Die Aktie eines weiteren Unternehmens mit Fokus auf Haustiere, VCA Antech, liegt im bisherigen Jahresverlauf mit 21 Prozent im Plus. Im abgelaufenen Quartal konnte der Anbieter von Veterinärdienstleistungen einen um drei Prozent höheren Umsatz und Jahresüberschuss ausweisen.

Der Aktienkurs von Pet-Smart steht sinnbildlich für die relative Stärke der Haustierbranche. Während der marktbreite Aktienindex S&P-500 in den zurückliegenden zwölf Monaten 36 Prozent an Wert verlor, büßte die Pet-Smart-Aktie nur acht Prozent ein. Von Jahresanfang bis zum 20. Mai konnte das Papier um 21 Prozent zulegen.

Am 21. Mai gab der Aktienkurs jedoch trotz der besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse um 8,7 Prozent auf 20,35 Dollar nach. Dies könnte in erster Linie auf einen Kommentar von Goldman-Sachs-Analyst Matthew Fassler zurückzuführen sein, der die Aktie von „kaufen“ auf „neutral“ herabstufte.

Umsatz zuletzt schwächer

Fassler hob hierbei lobend hervor, dass Pet-Smart „gut abgeschnitten hat; die Umsatz- und Gewinnzahlen zählen zu den stärksten des Einzelhandels“, warnte jedoch zugleich, dass „wir keine Kurstreiber sehen“, die für weiteres Aufwärtspotential der Aktie sorgen könnten. Im zurückliegenden Jahr hätten Pet-Smarts Umsätze von einem Preisanstieg bei Tiernahrung profitiert; dieser Inflationsdruck lasse jedoch nach, so Fassler.

Hinzu komme, dass Pet-Smart-Finanzchef Lawrence Molloy in einer Analystenkonferenz am 20. Mai mitteilte, dass „das Geschäft gegen Ende April eine leichte Abschwächung zeigte, die sich in den ersten beiden Maiwochen fortsetzte“. Fassler nannte dies „einen Trend, der sich fortsetzen könnte oder auch nicht“, fügte jedoch hinzu, dass dies „auf den fragilen Charakter der Umsatzentwicklung hindeute“.

Dies mag zutreffen, doch Pet-Smart weist einige Pluspunkte auf, darunter Barmittel, die sich Ende April auf 210 Millionen Dollar beliefen. Während andere Einzelhändler Geld horten, hat Pet-Smart in den Aktienrückkauf investiert und im ersten Quartal eigene Anteile im Wert von 25 Millionen Dollar erworben. „Unsere Geschäfte laufen trotz des negativen Wirtschaftsumfelds gut, und wir setzen unsere Anstrengungen fort, beim Kundenerlebnis im Haustierfachhandel Standards zu setzen“, sagte Vorstandschef Philip Francis in der Analystenkonferenz am 20. Mai.

Eine zuletzt eingetretene Abschwächung bei Umsatz und Kundenfrequenz gibt mit Blick auf Pet-Smart und andere Unternehmen der Haustierbranche Anlass zur Sorge. Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass Haustiere für amerikanische Verbraucher in den vergangenen Jahrzehnten immer wichtiger geworden sind. Tröstlich für Anleger: Die Haustierbranche hat im vergangenen Jahr trotz kriselnder Gesamtwirtschaft gut abgeschnitten und dürfte sich auch in den kommenden Monaten weiter passabel behaupten.

Ben Steverman ist Reporter für den Business Week Investing Channel.

Quelle: Business Week Online
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