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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Haushaltsgeräte Aktie von Electrolux bleibt vorerst zyklisch

15.02.2005 ·  Mit einem Kurssprung reagiert die Aktie von Electrolux auf die Entscheidung, den einen Bereich abzuspalten und Werke an günstigere Standorte zu verlagern. Das mag sich langfristig auszahlen, kurzfristig bleibt der Ausblick verhalten.

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Mit einem Kursgewinn von 11,60 Prozent auf 163,5 schwedische Kronen reagierte am Dienstag die Aktie des Haushaltsgeräteherstellers Elextrolux auf die Entscheidung des Unternehmens, den Bereich Gartengeräte abspalten, nachdem der Gewinn im vierten Quartal um 37 Prozent eingebrochen ist.

Der schwedische Konzern verlagert seine Produktion in Niedriglohnländer wie Mexiko und Ungarn. Die davon betroffenen Werke in den Vereinigten Staaten und Frankreich sollen schneller geschlossen werden als geplant. Auf diese Weise will Electrolux ab dem Jahr 2009 jährlich 3,5 Milliarden Kronen einsparen, teilte Electrolux-Sprecher Jacob Broberg mit.

Standorte in "Hochlohnländern" gefährdet

Etwa die Hälfte der Electrolux-Werke in "Hochlohnländern" wie in Amerika seien "in Gefahr" und dürften verlagert werden, kündigte Broberg an. Nach den im vergangenen Jahr angekündigten Schließungen bleiben 43 Werke übrig, davon 16 in Niedriglohnländern. Die Verlagerung wird bis zu zehn Milliarden Kronen kosten. Wie viele Arbeitsplätze davon betroffen sind, wollte Vorstandschef Hans Straaberg nicht sagen.

In den drei Monaten bis Dezember war der Gewinn auf 728 Millionen Kronen oder umgerechnet 80,26 Millionen Euro gefallen, der Umsatz stieg 1,1 Prozent auf 28,6 Milliarden Kronen. Für das Gesamtjahr wies der Konzern einen Rückgang des Nettogewinns von 34,17 Prozent auf 3,14 Milliarden Kronen aus. Der Jahresumsatz fiel um 2,76 Prozent auf 120,65 Milliarden Kronen. Electrolux will die Dividende für das Jahr 2004 trotzdem um 7,7 Prozent auf sieben Kronen erhöhen.

"Die Trennung von den Gartengeräten macht Electrolux zu einem fokussierteren Unternehmen, das bessere Chancen hat, die Profitabilität zu steigern", sagte Joergen Vrenning, Fondsmanager bei Catella Fonder in Stockholm zur Nachrichtenagentur Bloomberg. In einem Interview sagte Straaberg weiter, der Plan bestehe im Wesentlichen darin, die Gartengeräte an die Börse zu bringen. Sollte ein Interessent an Electrolux herantreten, sei ein Verkauf ebenfalls denkbar, erläuterte der Vorstandschef. "Priorität hat die Abspaltung an unsere Aktionäre, um sie am Wachstum teilhaben zu lassen."

Bis spätestens Mitte des Jahres 2006 soll die Transaktion abgeschlossen sein. Die Sparte, in der etwa 11.500 Mitarbeiter beschäftigt sind, trägt bisher rund 22 Prozent zum Konzernumsatz bei. Im vergangenen Jahr setzte sie 27 Milliarden Kronen um. Geräte für den Endverbraucher erzielten eine Betriebsgewinnmarge von 8,8 Prozent, beim Profibedarf lag die Marge sogar bei 15,4 Prozent. Der Analyst Henrik Schultz von Danske Equities schätzt den Wert der Sparte auf rund 35 Milliarden Kronen.

Gewinnverbesserung dürfte auf sich warten lassen

Für die Zeit der Umstrukturierung peilt Electrolux eine Gewinnspanne von sechs Prozent an. Das Jahr 2005 sei das angesichts der Rohstoffpreise "schwierig", sagte der Vorstandschef. Allerdings rechne er damit, sie könnten ihren Höhepunkt vorerst gesehen haben.

Die Strategie des Unternehmens scheint aus übergeordneter Sicht vernünftig zu sein. Denn wie soll ein westlicher Hersteller von Massengütern schon reagieren, wenn der Markt von günstigen Importprodukten überschwemmt wird: Entweder muß er die Kosten entsprechend senken können - was angesichts der Steuer-und sonstigen Belastungen in den Industriestaaten nicht möglich ist - oder er muß seine Werke an günstigere Standorte verlagern. Langfristig mag sich diese Entscheidung auszahlen. Kurzfristig dürfte sich allerdings an der Ertragslage wenig ändern.

Damit stellt sich die Frage, wie weit Anleger beim Kauf der Aktie nach vorne blicken wollen. Angesichts des sich stetig wandelnden Umfeldes in diesem Bereich sehr wahrscheinlich nicht sehr weit. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,7 und 12,67 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent ist die Aktie sicherlich nicht teuer. Auf der anderen Seite dürfte vorerst die große Kursphantasie ausbleiben. Damit dürfte die Aktie nur begrenztes Kurspotential haben. Schon in den vergangenen sieben Jahren konnte das Papier keinen eindeutigen Trend etablieren. Bei Kursen von 130 Kronen war es ein zyklischer Kauf und bei etwa 180 Kronen ein Verkauf. Daran dürfte sich vorerst kaum etwas ändern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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