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Hardware Palm-Aktie fällt auf neues Jahrestief

20.12.2006 ·  Palm muß im wichtigen Weihnachtsgeschäft in den Vereinigten Staaten auf das neue Smartphone Treo 750 verzichten. Es fällt immer schwerer, einen Grund zu finden, der für die Aktie spricht.

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Minus 14 Prozent seit Jahresbeginn und ein neues Zwölf-Monats-Tief: Palm erfreut seine Aktionäre derzeit ganz und gar nicht. Nachbörslich ging es am Dienstag in New York weiter bergab, nachdem das Unternehmen Zweitquartalszahlen ausgewiesen hatte, die unter den Erwartungen lagen.

Das Quartalsergebnis je Aktie lag bei 0,12 Dollar. Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen ein Pro-Forma-Ergebnis von 0,11 bis 0,13 Dollar je Aktie. Analysten rechneten bislang mit 0,16 Dollar je Aktie. Der Kurs fiel nach diesem enttäuschenden Ausblick um 0,6 Prozent auf 13,62 Dollar (Isin US6966431057).

Gewinn bricht ein

Vor allem die Verzögerung bei der Einführung des neuen Mobiltelefons Treo 750 in den Vereinigten Staaten hat dem Smartphone-Spezialisten das zweite Geschäftsquartal gründlich verdorben. Der Umsatz in dem Ende November abgeschlossenen Dreimonatsabschnitt fiel um zwölf Prozent auf 392,9 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluß mitgeteilt hatte.

Der Gewinn betrug lediglich knapp 12,8 Millionen Dollar nach 260,9 Millionen vor einem Jahr. Allerdings hatte im Vorjahresquartal eine Steuergutschrift von 224 Millionen Dollar das Ergebnis aufgebläht. Aber auch operativ ist deutlich zu erkennen, daß das Geschäft in diesem Jahr schlechter lief: Vor Steuern gab es diesmal nur einen Gewinn von 22,5 Millionen Dollar gegenüber 36,67 Millionen vor einem Jahr.

Gewinn- und Umsatzerwartung gesenkt

Palm konnte sein neues Smartphone-Modell Treo 750 nicht wie geplant im abgelaufenen Quartal in den Vereinigten Staaten einführen, weil sich die Zertifizierung verzögerte. Bereits Ende November hatte das Unternehmen gewarnt, daß die Quartalsergebnisse schlechter als noch im September angekündigt ausfallen würden. Die Umsatzprognose wurde von 430 bis 450 Millionen Dollar auf nur noch 390 bis 395 Millionen gekappt. Ebenso wurde die Gewinnerwartung zusammengestrichen.

„Palm schlägt sich derzeit sicherlich nicht so gut wie in den vergangenen Jahren“, zitierte Bloomberg Tavis McCourt, Analyst bei Morgan Keegan & Co. in Nashville. „Das Unternehmen hat ernsthafte Konkurrenz, und es muß seine Produktentwicklung verbessern.“

RIM zieht davon

Mit „ernsthafter Konkurrenz“ ist in diesem Fall vor allem Research in Motion (RIM) gemeint, dessen Blackberry sich äußerst gut verkauft. Besonders bitter: Am Donnerstag veröffentlicht RIM neue Quartalszahlen, und Analysten erwarten ein deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn. Welches Unternehmen derzeit besser dasteht, zeigt schon die Kursentwicklung: die RIM-Aktie hat ihren Wert in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

Auch Nokia und Motorola haben in diesem Jahr neue Smartphones auf den Markt gebracht. Nun muß Palm im amerikanischen Weihnachtsgeschäft auf den Hoffnungsträger Treo 750 verzichten. Smartphones sind eine Kombination aus Mobiltelefon und Taschencomputer, die immer beliebter werden. Palm wurde in den vergangenen Jahren vor allem mit seinen Taschencomputern bekannt, die allmählich allerdings von Smartphones verdrängt werden.

Aktie ist immer noch teuer

Die Palm-Aktien standen selten auf der Gewinnerseite, sie kamen nämlich offensichtlich viel zu teuer an die Börse. Ging das Papier bereinigt um Aktiensplits am ersten Börsentag mit 950 Dollar aus dem Handel, fiel die Notiz bis April 2003 auf ein Allzeittief von 4,54 Dollar. Im April dieses Jahres war die Aktie zwar wieder bei 24 Dollar angekommen, das war ein neues Mehrjahreshoch. Doch seither geht es wieder bergab.

Die jüngsten Enttäuschungen spiegeln sich auch in den Analystenerwartungen wider. In den vergangenen vier Wochen senkten 18 Analysten ihre Prognose für das laufende und zehn für das kommende Geschäftsjahr. Heraufstufungen gab es keine. Auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19,3 für das laufende und 16,7 für das kommende Geschäftsjahr bewertet. Damit ist die Aktie also auch nach den deutlichen Kursverlusten nach dem KGV-Kriterium nicht günstig. Es fällt immer schwerer, einen Grund zu finden, der für die Palm-Aktie spricht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi mit Material von dpa
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