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Handel Metro und Sainsbury: Kurzfristige Erholung von Kurseinbußen

10.01.2008 ·  Die Aktien von Einzelhandelswerten wie Metro und Sainsbury können sich am Donnerstag von den Kursverlusten der vergangenen Tage erholen. Günstig sind sie aber nicht. Die Papiere von Metro sind zyklisch und durch den Aufwärtstrend gebrochen.

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Nach deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen ist die Aktie des deutschen Einzelhandelsriesen Metro am Donnerstag zumindest kurzfristig wieder gefragt. Nach der Vorlage der Geschäftszahlen für das vergangene Geschäftsjahr legt sie im frühen Handel bis zu knapp acht Prozent zu auf 55,15 Euro im bisherigen Tageshoch.

Der größte deutsche Handelskonzern ist mit seinem Weihnachtsgeschäft zufrieden und hat das Umsatzziel für das Gesamtjahr erreicht. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte, stieg der Umsatz im vierten Quartal um 8,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro, dabei wuchs das Auslandsgeschäft allein um 13,6 Prozent. In Deutschland legte die Metro aus eigener Kraft nur um 0,6 Prozent zu. Im Gesamtjahr summierten sich die Erlöse weltweit nach einem Zuwachs von zehn Prozent auf 65,9 Milliarden Euro.

Metro wächst praktisch nur im Ausland ...

Die Metro, die seit dem Herbst vom Haniel-Chef Eckhard Cordes geleitet wird, hatte ein Umsatzwachstum von mehr als neun Prozent in Aussicht gestellt. Zum Gewinn machte das Unternehmen keine Angaben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sollte 2007 den Planungen zufolge um sechs bis acht Prozent zulegen. Nach neun Monaten lag es mit 742 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

In Großbritannien verbuchten die Papiere des Pendants Sainsbury im frühen Handel am Donnerstag ebenfalls starke Kursgewinne von bis zu 7,5 Prozent, bevor sie wieder etwas nachgaben. Das Unternehmen habe den Umsatz im dritten Quartal des Fiskaljahres mit einem Plus von 3,7 Prozent ohne Treibstoffe auf vergleichbarer Basis unerwartet stark steigern können, hieß es.

Das steht zwar zunächst in einem deutlichen Gegensatz zu den schwachen Zahlen, die Marks & Spencer am Mittwoch geliefert hatte und die die Einzelhandelswerte generell unter Druck brachte. Allerdings berichtet auch das Management von Sainsbury, dass sich die Budgets der Konsumenten aufgrund gestiegener Preise in verschiedenen Bereichen unter Druck befänden. Gleichzeitig sei der Wettbewerb in der Branche sehr intensiv: Im vergangenen Weihnachtsgeschäft scheint Sainsbury Marktanteile an die Konkurrenten Tesco, Asda und Morrisons verloren zu haben.

... Sainsbury entwickelt sich langfristig robust

Auf dieser Basis dürfte man die Papiere des ausschließlich im britischen Markt tätigen Unternehmens mit einer gewissen Skepsis betrachten müssen, zumal sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 20,5 und 16,8 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr vergleichsweise etwas ambitioniert bewertet sind.

Im direkten Vergleich sehen die Aktien von Metro mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 19 und 16,5 auf Basis der Gewinnschätzungen etwas interessanter aus, zumal das deutsche Unternehmen aufgrund der zunehmenden Internationalisierung bisher stärker wachsen konnte. Auf der anderen Seite ist dieses Wachstum auf das volatilere Geschäft mit elektronischen Gütern und vor allem auch auf stark Kredit getriebene Nachfrage in Osteuropa zurückzuführen. In diesem Regionen stellt sich langsam die Frage, ob die Kreditexpansion nicht langsam ausgereizt ist. Vor allem auch im Falle einer deutlicheren konjunkturellen Abschwächung.

Dagegen mögen die Wachstumsraten bei Tesco verhaltener ausfallen. Allerdings basieren sie vor allem auf einem robusten Nahrungsmittelgeschäft - und gegessen wird immer. Aus diesem Grund entwickelte sich die Aktie des britischen Unternehmens langfristig betrachtet vergleichsweise robust. Damit scheint das Papier von Tesco für langfristig orientierte Anleger, während sich die Papiere von Metro wohl eher für zyklische Investitionen eignen. Der Zyklus spricht in der Tendenz ebenso eher gegen die Aktie, wie der gebrochene Aufwärtstrend.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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