24.03.2009 · Mit der Aktie der Metro AG war in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht viel Staat zu machen. Sie verlor stärker als der Dax. Das Unternehmen spürt die Folgen der Wirtschaftskrise. Langsam gewinnt das Papier wieder an Reiz.
Mit der Aktie des Einzelhandelsriesen Metro war in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht viel Staat zu machen. Sie verlor in diesem Zeitraum rund 60 Prozent ihres Wertes und schnitt damit deutlich schlechter ab als der Dax, der im gleichen Zeitraum „nur“ knapp 49 Prozent seines Wertes verlor.
Dabei kann sich die operative Entwicklung des Unternehmens bisher sehen lassen. Es konnte im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz immerhin um 5,8 Prozent auf 68 Milliarden Euro steigern, den operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen vor Sonderfaktoren um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro verbessern und das Ergebnis je Aktie um zehn Prozent auf 3,05 Euro erhöhen. Allerdings sank die Eigenkapitalquote von 19,2 auf 18 Prozent, und die Nettoverschuldung nahm von 4,3 auf 4,6 Milliarden Euro zu. Trotzdem wird das Unternehmen voraussichtlich eine stabile Dividende von 1,18 Euro je Aktie ausschütten.
Verhaltener Ausblick auf das laufende Jahr
Der Ausblick ist allerdings vergleichsweise verhalten. Der Düsseldorfer Handelskonzern erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein deutlich schwächeres Wachstum als 2008. Wegen des wirtschaftlichen Abschwungs, der geringeren Zahl von Neueröffnungen und negativen Währungseffekten rechnet Metro nun „mit einer Umsatzentwicklung deutlich unterhalb der mittelfristig angestrebten Wachstumsrate von mehr als sechs Prozent“.
Die Auswirkungen auf das Ergebnis sollen durch Kostensenkungen und Investitionskürzungen „so weit wie möglich“ gemildert werden. Der Handelsriese hat schon ein „Effizienzprogramm“ aufgelegt, dem weltweit 15.000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Bis zum Jahr 2012 soll durch das Programm der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 1,5 Milliarden Euro erhöht werden. Ab dem Jahr 2010 sei mit ersten positiven Effekten zu rechnen, verkündete das Unternehmen optimistisch. Es geht offensichtlich davon aus, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die vor allem auch den mittel- und osteuropäischen Wirtschaftsrahm betrifft, nicht länger andauern wird.
Bauen auf Osteuropa
Das Unternehmen ist im östlichen Europa stark vertreten und konnte dort in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten erzielen, während der Heimatmarkt weiter stagniert. In Deutschland steigerte die Metro Group im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz gerade einmal um zwei Prozent auf 26,7 Milliarden Euro. Außerhalb Deutschlands legte der Konzernumsatz um 8,4 Prozent auf 41,3 Milliarden Euro zu.
Der internationale Umsatzanteil erreichte mit 60,8 Prozent einen neuen Rekordwert. In Westeuropa erhöhte sich der Konzernumsatz um 2,2 Prozent auf 21 Milliarden Euro. Ein dynamisches Wachstum verzeichnete dagegen Osteuropa, wo der Umsatz um 15,3 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro zulegte. In Asien und Afrika erwirtschaftete die Metro Group ein Umsatzplus von 18,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Dagegen ist sie in Amerika nicht präsent.
Die Metrogruppe steigerte ihre Investitionen im vergangenen Jahr um 0,3 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Der überwiegende Anteil der Investitionen werde für die fortgesetzte internationale Expansion der Wachstumstreiber Metro Cash & Carry sowie Media Markt und Saturn eingesetzt. Metro ist bisher mit 2.195 Märkten in 32 Ländern vertreten und will seine selektive Expansion auch im Jahr 2009 fortsetzen. Das Unternehmen plant unter anderem mit der Elektro-Fachmarktkette Media Markt zusammen mit Foxconn Technology, dem weltweit größten Elektronik- und Computerteilehersteller, im chinesischen Markt zu expandieren.
Aktie ist vernünftig bewertet - angedeutete Bodenbildung
Metro erzielte knapp 49 Prozent seiner Erlöse mit der Sparte Cash & Carry, knapp 28 Prozent mit der Media-Saturn Holding und 17 Prozent mit Real. Während die ersten beiden Sparten sich robust entwickeln, sind die Real-Märkte wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Auch die Sparte Galeria Kaufhof konnte nach Unternehmensangaben zumindest den operativen Gewinn im vierten Jahr in Folge steigern.
Insgesamt ist das Unternehmen sowohl aus Sparten- als auch aus regionaler Sicht breit diversifiziert und entwickelt sich robust. Kurz- und mittelfristig spürt es die Folgen der Wirtschafs- und Finanzkrise, die die Konsumneigung beinahe weltweit dämpft. Mittel- und langfristig bietet es allerdings interessante Chancen, weil es gerade in jenen Regionen expandiert, die weiteres Wachstum versprechen.
In diesem Sinne ist die Metro-Aktie in Bezug auf diesen Zeithorizont eine interessante Wette auf die wirtschaftliche Erholung. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 9,4 und 8,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer Dividendenrendite von 4,7 Prozent sind die Inhaberaktien sehr vernünftig bewertet. Charttechnisch deutet sich eine Bodenbildung an. Kurzfristig gibt es allerdings aufgrund der makroökonomischen Lage weitere Rückschlagsrisiken. In diesem Sinne empfehlen sich beim Kauf der Aktie regelmäßig gepflegte Absicherungsstrategien.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |