Mit einem Kursplus von bis zu zehn Prozent auf 26,20 Euro in der Spitze reagiert die Aktie der im SDax notierten Baumarktkette Hornbach Baumarkt auf die Ertragszahlen im ersten Halbjahr und auf den weiteren Ausblick. Die Aktie der Holding, die ab Anfang Oktober im MDax notieren wird, legt etwas mehr als drei Prozent auf 53,90 Euro zu.
So hat der Baumarkt in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Nettogewinn im Jahresvergleich etwas mehr als verdoppelt auf 30,1 Millionen Euro. Der Umsatz legte 18 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu. Der Umsatz der Holding legte um 22 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu.
Mehr Märkte, höhere Handelsspanne, geringere Verwaltungskosten
Zu dieser Entwicklung trugen auf der einen Seite neue Baumärkte und auf der anderen geringere Verwaltungskosten bei. Bis zum 31. August seien zehn neue Baumärkte eröffnet worden, die zu dem Wachstum beigetragen hätten. Daneben hätten sich eine leicht höhere Handelsspanne, geringere Verwaltungskosten und niedrigere Kosten für die Neueröffnungen positiv ausgewirkt.
Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2003/2004 bleibt im Vergleich zur Prognose nach dem ersten Quartal unverändert. Für den Hornbach-Konzern werden zweistellige Umsatzzuwächse erwartet. Diese werden sowohl durch Neueröffnungen, als auch durch Zuwächse auf bestehender Fläche getragen. Insgesamt werden sich die Nettoumsätze im Konzern auf voraussichtlich rund 1,9 Milliarden Euro erhöhen.
Auch die Erträge werden sich deutlich verbessern und den Rückgang des Vorjahres mehr als ausgleichen. Das Konzernergebnis vor Steuern und außerordentlichen Positionen soll überproportional zum Umsatzanstieg wachsen und über dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres von 46,3 Millionen Euro liegen.
Faire Bewertung der Aktie
Zu einer positiven Entwicklung könnte auch die Kooperation mit dem britischen Baumarktkonzern Kingfisher beitragen. Denn das Unternehmen will nach Angaben von Vorstandschef Gerry Murphy seine Baumarkt-Allianz mit Hornbach vor allem im Bereich Einkauf verstärken. Pläne zur Aufstockung seiner Hornbach-Beteiligung von aktuell rund 20 Prozent hat Kingfisher jedoch nicht.
Aus Expertenkreisen ist zu hören, das erste Quartal sei sehr gut gewesen, während das Umsatzmomentum im zweiten Quartal unter anderem auf Grund der heißen Sommers abgenommen hat. Auf der Ergebnisseite gebe es allerdings gewisse positive Sondereffekte. Im Resultat sei es jedoch sehr wahrscheinlich, daß die Ziele des Unternehmens machbar seien. Das Ergebnis je Aktie liegt nach durchschnittlichen Schätzungen laut Bloomberg bei 3,33 Euro und könnte übertroffen werden. Analyst Simon Ragget von William de Broe hat jetzt schon eine Schätzung von 3,65 Euro je Aktie. Auf dieser Basis ist das Papier mit einem KGV von knapp 15 fair bewertet.
Charttechnisch hat sich die Aktie der Holding in der jüngsten Hausse von ihren Tiefs bei 33 Euro erholt und mittlerweile mehr als 60 Prozent auf mittlerweile 54 Euro zugelegt. Nun scheint sie in einer starken Widerstandszone angelangt zu sein, die sie wohl nur bei weiteren positiven Nachrichten überwinden dürfte.