28.07.2006 · Mit einem Kursgewinn von 3,34 Prozent auf 45,13 Euro reagieren die Metro-Stämme auf die Übernahme des Deutschland-Geschäfts von Wal-Mart. So kann das Unternehmen wachsen und seine Marktstellung verbessern.
Mit einem Kursgewinn von 3,34 Prozent auf 45,13 Euro reagieren die Inhaberaktien des deutschen Einzelhandelsriesen Metro auf die Meldung, er werden das Deutschland-Geschäft des amerikanischen Kaufhauskonzerns Wal-Mart übernehmen, um auf diese Weise die zuletzt angeschlagene Supermarktkette Real zu stärken.
Die beiden Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, daß 85 SB-Warenhäuser von Wal-Mart in Deutschland an Metro gehen, teilte der Konzern am Freitag mit. Bei 19 Standorten übernehme Metro auch das Immobilien-Eigentum, die übrigen Märkte seien gemietet. Zu finanziellen Details der Transaktion machte Metro zunächst keine Angaben, darüber hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Übernahme führt zu Umsatzzuwachs und Einmalertrag
Der Zukauf führe bei Metro 2006 zu einem Einmalertrag und sei in der Umsatz- und Ergebnisprognose des Konzerns bislang nicht enthalten, hieß es weiter. Unternehmensnahe Kreise schätzen den Sonderertrag auf einen Betrag in dreistelliger Höhe. „Metro übernimmt die Warenhäuser schuldenfrei“, hieß es zudem am Freitag in den Kreisen. Nach Angaben von Metro machten die Wal-Markt-Häuser im vergangenen Jahr einen Umsatz von zwei Milliarden Euro.
Wal-Mart zieht mit dem Verkauf einen Schlußstrich unter das gescheiterte Projekt, im deutschen Einzelhandelsmarkt Fuß zu fassen. Der amerikanische Konzern gab bekannt, daß er aus dem Verkauf der Deutschland-Aktivitäten einen Verlust vor Steuern von etwa einer Milliarde Dollar erwarte.
Bei einem Gesamtumsatz von nicht ganz 56 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist ein Umsatzzuwachs von zwei Milliarden beachtlich, aber nicht die Welt. Ein Sondererlös in dreistelliger Millionenhöhe ist schon interessanter, auch wenn er nur einmalig anfallen dürfte. Hier sollten und dürften Synergieeffekte eine Rolle spielen, die Metro auch erwartet. Die 85 Filialen, die Wal-Mart zuletzt in Deutschland betrieben hatte, könnten sehr gut in das Vertriebsnetz der Einzelhandelskette Real integriert werden, erläuterte ein Sprecher des Einzelhandelskonzerns auf Nachfrage. Metro sehe in den Bereichen Einkauf, Logistik und Verwaltung deutliche Produktivitätseffekte. Hinzu käme, so der Sprecher, daß Wal-Mart den überwiegenden Teil ihrer Filialen erst vor kurzen renoviert habe. Daher bestehe kurzfristig kaum Investitionsbedarf.
Aktie nicht billig - leichter Aufwärtstrend
Insgesamt scheint die Übernahme für Metro damit kein schlechtes Geschäft zu sein. Immerhin kann das Unternehmen auf diese Weise seinen Marktanteil in Deutschland weiter erhöhen und auf diese Weise wachsen. Das ist vor Vorteil, da die Deutschen selbst mit Blick auf die unverfroren starke Erhöhung der Mehrwertsteuer im kommenden Jahr nur verhalten konsumieren. Aus diesem Grund kann Metro entweder nur durch Übernahmen, nur in Nischen - beispielsweise den Elektronikmärkten - oder im Ausland wachsen.
Diese Strategie ist zwar erfolgreich und hat der Aktie nach einer deutlichen Erholung von den Tiefs des Jahres 2003 zu einem leichten Aufwärtstrend verholfen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16,7 und 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von 2,3 Prozent ist die Aktie allerdings kein ausgeprägtes Schnäppchen. Sie dürfte jedoch in einem anhaltend freundlichen Umfeld weiter zulegen können. Überproportionale Kurssteigerungen sind jedoch kaum zu erwarten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |