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Halbleiter Rückschlag für die Aktie von Intel

18.07.2007 ·  Die Aktie von Intel hat alleine seit März knapp 40 Prozent zugelegt und dabei auch den langfristigen Abwärtstrend überwunden. Neuerdings sorgt allerdings die sinkende Marge und die ambitionierte Bewertung für Stirnrunzeln.

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Die Kursentwicklung an der Wall Street in den vergangenen Monaten war verblüffend. Denn die Aktienindizes tendieren nach oben, obwohl die amerikanische Wirtschaft bei realistischer Betrachtung sehr schwach ist und sich in den kommenden Monaten kaum nachhaltig erholen dürfte.

Allerdings neigten die Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen stark dazu, Unternehmens- und Konjunkturdaten positiv zu interpretieren. Allgemein waren und sind sie sehr konjunkturoptimistisch. Das zeigte sich auch an der Performance der Technologiewerte im allgemeinen und an der Kursentwicklung von Intel im besonderen.

Intelaktie hat den langfristigen Abwärtstrend überwunden ...

Die Aktie hat alleine seit März knapp 40 Prozent zugelegt und dabei auch den langfristigen Abwärtstrend überwunden. Das ist zumindest aus technischer Sicht ein gutes Zeichen, eröffnet das erfahrungsgemäß Spielräume für weitere Kursgewinne. Allerdings stellt sich die Frage, ob das auch für Intel gilt.

Denn weltgrößte Chiphersteller hat im zweiten Quartal zwar von einer steigenden Nachfrage nach Chips sowie von Fortschritten bei seinem Restrukturierungsprogramm profitiert. Die gesunkenen Preise ließen jedoch die Bruttomarge hinter die Erwartungen des Konzerns zurückfallen. Intel erwartet auch für die Zukunft einen Preisdruck bei Mikroprozessoren. Der Nettogewinn erhöhte sich im zweiten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 44 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 0,22 (0,15) Dollar je Aktie. Dabei profitierte Intel neben gesunkenen Kosten durch den Abbau von Arbeitsplätzen auch von einer Steuergutschrift, die 0,03 Dollar je Aktie zum Ergebnis beitrug. In dem Ergebnis enthalten ist außerdem eine Restrukturierungsbelastung von 82 Millionen Dollar.

Der Umsatz erhöhte sich im zweiten Quartal um acht Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den Erwartungen. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten mit durchschnittlich 8,5 Milliarden Dollar gerechnet. Für das dritte Quartal erwartet Intel einen Umsatz von 9 Milliarden bis 9, 6 Milliarden Dollar. Die Prognose der Analysten liegt bei 9,3 Milliarden Dollar.

... allerdings sorgt die sinkende Marge und die ambitionierte Bewertung für Stirnrunzeln

Die Bruttomarge sank hingegen auf 46,9 Prozent, belastet von niedrigeren Durchschnittspreisen für Mikroprozessoren und einer schwachen Nachfrage nach NOR-Chips. Damit sei das Unternehmen hinter seiner eigenen Prognose zurückgefallen, erklärte Intel. Das Unternehmen hatte noch im April 48 Prozent plus-minus einiger Prozentpunkte als Ziel ausgegeben.

Die gesunkene Marge deutet auf einen anhaltenden Preiskampf mit Wettbewerbern wie Advanced Micro Devices (AMD) hin. Erst Mitte des vergangenen Jahres war es Intel gelungen, den kontinuierlichen Marktanteilsverlust gegenüber AMD abbremsen. Intel zeigte sich jedoch trotzdem zuversichtlich für eine Belebung des Geschäfts im dritten Quartal. So geht das Unternehmen von einem Anstieg der Bruttomarge auf 52 Prozent aus; die Prognose für das Gesamtjahr von 51 Prozent wurde bekräftigt.

Es wird sich noch zeigen müssen, wie weit solche Prognosen tragen können. Denn in den vergangenen Monaten konnten weder die Umsatz- noch die Gewinnentwicklung des Unternehmens mit beständigen Aufwärtstrends glänzen. Gleichzeitig sind die Intel-Papiere mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 24,3 und 19,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und des Schlusskurses vom Donnerstag relativ teuer. Aus diesem Grund dürfte es kaum verwundern, dass die Aktie im europäischen Handel nach den enttäuschenden Zahlen vom Dientag unter Druck stehen und bis zu 6,2 Prozent verlieren. Grundsätzlich dürften die Papiere gegenwärtig nur in einem anhaltend freundlichen Umfeld weiteres Kurspotential bieten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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