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Halbleiter Elmos-Aktie bleibt nach Kurssturz weiter in Handelsspanne

28.09.2005 ·  Nach der Senkung der Umsatz- und Gewinnprognosen für 2005 stürzte die Aktie des Chipherstellers Elmos am Donnerstag ab. Damit ändert sich aber letztlich nichts am Seitwärtstrend.

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Nicht weniger als 15,77 Prozent stürzte die Aktie des für die Automobilindustrie produzierenden Chipherstellers Elmos Semiconductor am Dienstag zur Mittagszeit innerhalb weniger Minuten ab. Grund war die Rücknahme der Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr.

Ursprünglich hatte das Dortmunder Unternehmen einen Umsatz von 157 Millionen Euro erzielen wollen. Am Donnerstag senkte Elmos das Ziel deutlich auf 145 bis 148 Millionen Euro. Damit könnten auch die angestrebten Margenziele bei gleichzeitig erhöhten Aufwendungen für die aktuelle Qualitätsinitiative sowie die Ingangsetzung der Produktionslinie in Duisburg nicht erreicht werden.

IAA-Impulse ausgeblieben

Elmos war ursprünglich von einer Bruttomarge von 50 Prozent, beim Gewinn vor Zinsen und Steuern von 20 Prozent und für das Nettoergebnis von zehn Prozent ausgegangen. Für 2006 kündigte der Vorstand ein Umsatzwachstum von zehn Prozent an und für 2007 von 15 Prozent. Erst in zwei Jahren seien die alten Margenziele wieder wahrscheinlich, hieß es.

Die Entwicklung des Umsatzes in den vergangenen Wochen habe deutlich gemacht, daß fest erwartete Beiträge ausbleiben würden. „Das laufende Jahr 2005 wurde von uns stets als schwierig bezeichnet. Doch nach einem soliden zweiten Quartal und einem befriedigenden Auftragseingang in den Monaten Juli und August schien das Jahresumsatzziel von 157 Millionen Euro erreichbar. Jedoch fällt nun der traditionell starke September schwach aus“, sagt Vorstandschef Klaus Weyer.

Elmos Semiconductor ist damit das erste Unternehmen, das nach der Internationalen Automobil-Ausstellung eine negative Bilanz zieht. Denn der Konzern begründete die Prognosesenkung generell mit negativer konjunkturellen Effekten, aber auch damit, daß die erhofften Impulse von der IAA ausgeblieben seien. Im Gegenteil hätten die hohen Treibstoffpreise weiter die Stimmung gedrückt. Zudem deute sich bei vorhandenen Aufträgen eine klare Tendenz zu Terminverschiebungen und Kürzungen an.

Im Druck des Negativtrends der Branche

Der Rückgang ließe sich nicht auf massive Veränderungen einzelner Projekte oder in einzelnen Regionen zurückführen, sondern sei ein allgemeiner Trend, der sich auch in den rückläufigen Zulassungszahlen in Deutschland widerspiegele. Diese seien in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahr für die Mittel- und Oberklasse um 8,3 bzw. 6,5 Prozent eingebrochen. Fahrzeughersteller würden den Preisdruck über Sparprogramme an die Zulieferer weitergeben, Bestände in der Lieferkette immer schwerer durchschaubar.

Damit zeigt sich unmißverständlich, daß auch Elmos in der Lieferkette der Automobilindustrie nicht die erhoffte Nischenstellung einnehmen kann und sich dem zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck auf Zulieferer entziehen kann. Auch der Trend der positiven Umsatzentwicklung dürfte damit gebrochen sein. Nach Umsatzsteigerungen in den beiden Vorjahren im zweistelligen Prozentbereich sind in diesem Jahr offenbar höchstens drei Prozent drin. Damit fällt der Konzern tendenziell auf das Niveau der Jahre 2002 und 2001 zurück.

Auch die Margen werden unter dem Niveau des Vorjahres zu liegen kommen, möglicherweise auf dem Level des Jahres 2001. Dabei kommt hinzu, daß sich Elmos mit der Referenzangabe von 157 Millionen Euro bereits auf das unterste Ende der bei der ursprünglichen Umsatzprognose von 165 Millionen Euro genannten Spanne.

Aktie bleibt in Handelsspanne gefangen

Mit der Prognosesenkung sind die jüngsten Ergebnisschätzungen als Bewertungsmaßstab natürlich überholt. Auf deren Basis wäre die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von 13,8 für das laufende und 12 für das kommende Jahr bewertet. Darauf muß man nun etwas draufrechnen. geht man von einem schwächeren Ergebnis je Aktie als im Vorjahr aus, was nach der Umsatz- und Margenzielabsenkung realistisch sein dürfte, ist für das laufende Jahr von einem KGV von 15 auszugehen. Das ist zwar nicht überteuert, aber auch nicht eben eine Unterbewertung.

Charttechnisch war der Kurssturz nahezu neutral. Zwar hat die Notierung sämtliche Trendlinien glatt durchschlagen, sie ist aber nicht aus der seit Ende 2003 gültigen Handelsspanne zwischen elf und 15 Euro herausgefallen. Alles spricht dafür, daß sie just in dieser Spanne auf absehbare Zeit verbleiben wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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