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Google Die Aktie bleibt reizvoll

 ·  Google wächst weiter und steigert den Gewinn deutlich. Die Aktie des Internet-Konzern hat in den vergangenen Monaten mehr als 120 Prozent zugelegt. Sie bietet Anlegern aufgrund der starken Marktstellung des Unternehmens weiterhin gewisse Reize.

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Die Aktie des amerikanischen Internetriesen Google reagierte am Donnerstag mit Kursverlusten von bis zu fünf Prozent im nachbörslichen und am Freitag mit einem Verlust von 4,6 Prozent im europäischen Handel auf die für das erste Quartal vorgelegten Umsatz- und Gewinnzahlen.

Die Kursverluste lassen sich nur mit Gewinnmitnahmen nach sehr hohen Erwartungen erklären, denn die Zahlen können sich durchaus sehen lassen. Das Unternehmen, das primär von seiner dominierenden Marktstellung im Geschäft mit Internetsuchen profitiert, konnte im ersten Quartal des laufenden Jahres von der anhaltenden Erholung des Anzeigengeschäftes profitieren und seinen Gewinn deutlich steigern.

Deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum

Das Konzernergebnis legte im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 37 Prozent auf 1,955 Milliarden Dollar oder um 31 Prozent auf 6,76 Dollar je Aktie vor Sonderfaktoren zu. Nach Abzug der Kosten für Aktienvergütungen stieg der Ertrag je Aktie auf 6,06 Dollar.

Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 23 Prozent auf 6,77 Milliarden Dollar. Darin sind so genannte Traffic Acquisition Costs im Volumen von 1,7 Milliarden Dollar enthalten, also Erlöse die Google an Partner für die über ihre Webseiten erzielten Einnahmen weiterreicht. Google blieben damit Erlöse von rund 5,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 4,95 Milliarden Dollar erwartet.

„Der Schwung aus dem vierten Quartal und die allgemeine wirtschaftliche Erholung haben sich einfach fortgesetzt und für uns zu einem guten Start im neuen Jahr geführt“, erklärte Finanzvorstand Patrick Pichette in einer Telefonkonferenz. „Im Vergleich zum Vorjahr sind große Werbekunden mit Macht zu uns zurückgekehrt.“ Auch stieg die Zahl der bezahlten Nutzer-Clicks um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit etwas deutlicher als von Analysten erwartet. Zugleich erhöhte Google den Preis pro Click um sieben Prozent.

Die Ergebniszahlen haben „unsere Erwartungen getroffen“, sagte Benny Lorenzo von Kaufman Brothers der Nachrichtenagentur Dow Jones. Die Kosten des Konzerns aus dem kalifornischen Mountain View seien jedoch deutlich gestiegen. „Das ist vermutlich der Grund, warum die Aktien nachgeben“, sagte Lorenzo. Tatsächlich sind die so genannten Erlöskosten im Vergleich mit dem Vorquartal um 1,8 Prozent und mit dem Vorjahresquartal um 16,7 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar gestiegen. Google hat im ersten Quartal massiv neue Mitarbeiter eingestellt. Die Gesamtbelegschaft stieg bis Ende März auf gut 20.600. Das sind knapp 800 mehr als Ende Dezember. Das Unternehmen sei nicht mehr so fokussiert wie früher, kritisieren andere.

Robuste operative Zukunftsaussichten

Fakt ist jedoch, dass Google in den vergangenen Jahren sowohl Umsatz als auch den Gewinn im Trend stärker steigern konnte, als die Kostenbasis. Angesichts der starken Marktstellung dürfte sich daran bis auf weiteres nicht viel ändern, auch wenn sich das Unternehmen aus China direkt zurückgezogen und chinesische Suchanfragen auf die Google-Webseite in Hongkong umgeleitet hat.

Es gibt kaum Zweifel daran, dass die digitale Wirtschaft in Verbindung mit dem Internet weiter wachsen wird, vor allem auch in den Bereich Mobilität. Davon dürfte Google weiterhin profitieren können. Aus diesem Grund werden die Aktien des Unternehmens bei Kursrückschlägen regelmäßig interessant für Anleger. Die Papiere sehen mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 21,6 und knapp 19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr optisch zunächst nicht sonderlich günstig aus. Allerdings müssen diese Kennzahlen ins Verhältnis gesetzt werden zu den nach wie vor hohen Wachstumsraten für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von knapp 190 Milliarden Dollar.

Trotzdem können regelmäßig angepasste Absicherungsstrategien nie schaden. Immerhin hat die jüngste Krise gezeigt, dass bei aufkommenden Liquiditätsengpässen trotz aller operativen Solidität gerne liquide handelbare Aktien bekannter Unternehmen verkauft werden. Das Vermeiden von zu starken Kursverlusten zeichnet langfristig erfolgreiche Anleger aus.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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