19.02.2009 · Die Aktien von Fresenius und der Tochter Fresenius Medical Care haben sich in den vergangenen Monaten besser geschlagen als der breite Markt. Beide Unternehmen entwickeln sich robust, die Aktien sind vernünftig bewertet.
Die Aktien von Fresenius und der Tochter Fresenius Medical Care haben sich in den vergangenen Monaten besser geschlagen als der breite Markt. Die Papiere der Fresenius SE verloren auf Sicht von zwölf Monaten 29 Prozent, währen der CDax knapp 43 Prozent nachgab. Die Aktien von Fresenius Medical Care konnten ihr Kursniveau im gleichen Zeitraum sogar halten. Das heißt, sie schnitten um knapp 42 Prozentpunkte besser ab als der Index.
Beides dürfte angesichts der fundamentalen Entwicklung der beiden Unternehmenseinheiten kaum überraschen. Der Gesundheitskonzern Fresenius befindet sich ungeachtet aller wirtschaftlichen Wirren auf Wachstumskurs.
Bestmarken bei Umsatz und Gewinn
Im Geschäftsjahr 2008 konnte das Unternehmen Bestmarken bei Umsatz und Gewinn erreichen. Der Konzernumsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Unternehmensangaben währungsbereinigt um 13 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro.
Das um Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg währungsbereinigt um elf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, der bereinigte Konzern-Jahresüberschuss um 13 Prozent auf 450 Millionen Euro. Die bereinigten Ergebniszahlen zeigen die operative Entwicklung des Konzerns. Inklusive der Sondereinflüsse würden der Ebit 1,48 Milliarden Euro und der Jahresüberschuss 270 Millionen Euro betragen. Bei den Sondereinflüssen handelt es sich im Wesentlichen um die Abschreibung erworbener Entwicklungsaktivitäten aus der Akquisition von APP Pharmaceuticals. Aufgrund der ausgezeichneten Geschäftsentwicklung soll die Dividende um sechs Prozent auf 0,70 Euro je Stammaktie und 0,71 Euro je Vorzugsaktie steigen.
Alle vier Fresenius-Unternehmensbereiche trugen zum Umsatz- und Ergebniswachstum bei. Der im Dax 30 vertretene Dialyse-Weltmarktführer Fresenius Medical Care, an dem die Fresenius SE mit etwas mehr als 36 Prozent der Anteile beteiligt ist, erzielte ein Umsatzplus von neun Prozent auf 10,6 Milliarden amerikanische Dollar, der Jahresüberschuss erhöhte sich um 14 Prozent auf 818 Millionen amerikanische Dollar.
Fresenius Kabi, spezialisiert auf Infusionstherapien, intravenös zu verabreichende Arzneimittel, klinische Ernährung, medizintechnische Produkte und Transfusionstechnologie, steigerte den Umsatz um 23 Prozent und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 33 Prozent. Ein Teil davon war allerdings auf die Akquisition von APP Pharmaceuticals im Sommer 2008 zurückzuführen. Der Krankenhaus-Betreiber Fresenius Helios setzte mit einem Umsatzanstieg von 15 Prozent und einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern von 13 Prozent ebenfalls das Wachstum der vergangenen Jahre fort und baute seine Position im deutschen Krankenhausmarkt mit der Übernahme von sechs Kliniken aus. Fresenius Vamed, tätig im Bereich der Planung, Errichtung und dem Betrieb von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, erzielte einen Umsatzzuwachs von 28 Prozent. Der Auftragseingang kletterte auf ein Allzeithoch. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte Fresenius Vamed um 15 Prozent zulegen.
Weiteres Wachstum zu erwarten
Auch im laufenden Jahr will Fresenius weiter wachsen. Das Management des Unternehmens erwartet einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes um mehr als zehn Prozent und des Jahresüberschusses vor Sondereinflüssen um rund zehn Prozent. Alle Unternehmensbereiche sollen erneut zum Umsatz- und Ergebniswachstum beitragen.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14 und 11 beziehungsweise 12 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Aktien der Fresenius SE und von Fresenius Medical Care (FMC) fair bewertet. Allerdings ist die Fresenius SE stärker verschuldet als FMC, während die Aktie volatiler ist. In diesem Sinne dürften die FMC-Papiere in einem volatilen Umfeld stärkere Reize auf Anleger ausüben. Sollten sie sich an den Unternehmen beteiligen, dürften sie zu Absicherungsstrategien neigen. Denn gerade bei FMC ist das Geschäft stark amerikalastig und damit anfällig für Wechselkursschwankungen und denkbar Sparzwänge im Gesundheitswesen.
echt stark
Daniel Schneider (faulerpilot)
- 19.02.2009, 12:11 Uhr
Riskante Situation?
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 22.02.2009, 03:41 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |