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Gesundheitsbranche Marseille-Kliniken-Aktie wirkt zusehends gesünder

10.01.2005 ·  Die Aktie der Marseille-Kliniken hat zu Jahresbeginn den Höhenflug fortgesetzt, ihr Zwölfmonatshoch übertroffen und Kaufsignale gesendet. Außerdem ist der Titel günstig bewertet. Dies läßt auf weitere Kursgewinne hoffen.

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Abseits der großen Aktienindizes hat sich die Notiz der Marseille-Kliniken AG in den vergangenen Wochen deutlich belebt gezeigt. In den jüngsten drei Monaten ist der Kurs um gut 18 Prozent gestiegen, allein binnen Monatsfrist verbesserte sich der Titel um fast 19 Prozent auf zuletzt 9,65 Euro. In diese Zeit fällt zum einen eine Investorenkonferenz, die ordentliche Bilanz des Geschäftsjahres 2003/04 sowie die Nachricht eines Sale-and-lease-back-Vertrags, der dem Konzern finanziellen Spielraum gibt.

Der Kursgewinn dürfte die Aktionöre in mehrfacher Hinsicht freuen. Er bringt ihnen Geld. Und er bedeutet einen wichtigen Meilenstein als charttechnischer Sicht: Die Aktie hat ihr zuvor auf Schlußkursbasis bei 9,39 Euro liegendes Zwölfmonatshoch übertroffen und damit Kaufsignale gesetzt; auch das bisherige Intra-day-Hoch hat sie hinter sich gelassen. Zudem ist sie günstig bewertet.

Nachfrageschwäche bei Reha-Angeboten belastet Ergebnis

Die Marseille-Kliniken AG hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2003/04 um 5 Prozent auf 200,1 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis lag bei 7,5 Millionen Euro gegenüber 8,5 Millionen Euro im Vorjahr. Je Aktie entspricht dieses einem Ergebnis von 0,62 Euro nach 70 Cent im Vorjahr.

„Grund für den Ergebnisrückgang im Konzern war die konjunkturell bedingt rückläufige Nachfrage in der Rehabilitation, der sich auch die Marseille-Kliniken AG nicht entziehen konnte“, teilte das Unternehmen mit. Das Segment schloß bei einer Auslastung von 76,6 Prozent nach 83 Prozent im Vorjahr ab, mit einem Umsatz von 53,1 Millionen Euro (Vorjahr: 61,7 Millionen Euro) und einem Verlust von 4,0 Millionen Euro (Vorjahr: minus 1,7 Millionen Euro). Die Konzernauslastung verringerte sich damit von 92,1 Prozent auf 90,0 Prozent. Das negative operative Ergebnis der Rehabilitation, die darüber hinausgehenden außerordentlichen Wertberichtigungen auf Vermögenswerte sowie Sozialplan-Verpflichtungen in diesem Bereich haben maßgeblich das mit minus 8,8 Millionen Euro (nach 13,6 Millionen Euro im Vorjahr) negative Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hervorgerufen.

Dagegen entwickelten sich im Kernsegment Pflege, in dem 76 Prozent der Gesamtbetten-Kapazität vorgehalten wird, der Umsatz und das Ergebnis weiterhin positiv, wie der Konzern weiter ausführte. Mit 147,0 Millionen Euro erzielte die Marseille-Kliniken AG in diesem Segment ein Wachstum von 18,7 Millionen Euro gegenüber 128,3 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr. Das Ergebnis konnte von 10,2 Millionen Euro um 1,3 Millionen Euro auf jetzt 11,5 Millionen Euro gesteigert werden.

Aktie bietet attraktive Dividenderendite von 4,1 Prozent

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs sank zwar die Auslastung infolge der Vorgaben der Gesundheitsreform und der konjunkturellen Lage, die sich bei der Nachfrage nach Reha-Angeboten bemerkbar mache. Gleichwohl konnte der Konzern ein Periodenergebnis auf Vorjahreshöhe von 3,2 Millionen Euro oder 26 Cent je Aktie erzielen. Das Kernsegment Pflege gleiche die Schwäche bei den Reha-Angeboten aus, heißt es.

Die Marseille-Kliniken AG betrachtet vor diesem Hintergrund den Ergebnisrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr „als eine temporäre Entwicklung“ und hält deshalb an der „aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik“ fest. Aufsichtsrat und Vorstand wollen der Hauptversammlung vorschlagen, wie in den vergangenen drei Jahren eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie zu beschließen.

Sofern die Hauptversammlung dem Plan nicht widersprechen sollte, ergibt sich gemessen am aktuellen Aktienkurs eine Dividendenrendite von 4,1 Prozent. Diese Quote kann sich gut sehen lassen. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen werfen aktuell nur gut 3,6 Prozent ab.

Nach starken Anstieg läuft Aktie auf Widerstand zu

Das Sale-and-lease-back-Geschäft zu zwölf Immobilien des Konzerns wird vom Analysehaus Independent Research als vorteilhaft bewertet. Die Transaktion im Volumen von 100 Millionen Euro ermögliche es den Marseille-Kliniken, die langfristigen Bankschulden von gut 160 Millionen Euro um 70 bis 75 Millionen Euro abzubauen und entsprechend die Zinslasten zu verringern. Gleichzeitig werde das Kerngeschäft Pflege gestärkt. Zwar entstünden zusätzliche Kosten für Miete, Pacht und Leasing - doch unter dem Strich sei das Geschäft auch günstig für die Ertragslage. Auch wertet das Analysehaus den Abschied aus der Immobilenverwaltung als positiv.

Angesichts dessen hat Independent Research die Kaufempfehlung für die Aktie der Marseille-Kliniken erneuert und das Kursziel von 8,90 Euro auf 9,75 Euro angehoben. Diese Marke hat die Aktie nun fast schon erreicht. Aber der Sprung über das bisherige Zwölfmonatshoch hat Kaufsignale erzeugt. Nun gilt es für den Titel aus technischer Sicht, die Widerstandszone bei zehn Euro auch zu übertreffen, um sich weiteres Kurspotential zu erschließen. In diesem Fall wäre der Weg frei bis knapp elf Euro, wo die nächste Hürde in Form eines Zwischenhochs vom November 2001 wartet.

Die Bewertung dürfte den Titel kaum bremsen. Im Gegenteil: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,3 ist die Aktie günstig bewertet. Auch dies läßt auf weitere Kursgewinne hoffen. Die attraktive Dividendenrendite sollte dabei den Kurs nach unten absichern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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