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Geplante Börsengänge Prominente Börsenneulinge in Sicht

Kion, Evonik und Osram dürften den Kurszettel bald bereichern. Springer Science und Deutsche Annington gelten als weitere Kandidaten. Die RTL-Aktie wird liquider.

© Foto Kion Vergrößern Tragfähig: Gabelstapler der Marke Still aus dem Kion-Konzern

Die Kurszettel hierzulande dürften in den nächsten Wochen um prominente Namen erweitert werden. Das Börsenumfeld ist dafür geradezu ideal. Seit fast zehn Monaten steigen die Aktienkurse ohne größere Rückschläge. Der Dax steht so hoch wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren. Als erster Anwärter auf einen Börsengang gilt Kion. Der nach Toyota größte Gabelstaplerhersteller der Welt mit Sitz in Wiesbaden wird schon länger als Börsenanwärter gehandelt. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass es in Bälde ernst werden könnte. Für nächsten Donnerstag ist die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für 2012 geplant. Hier könnte es schon Aussagen zu den Börsenplänen geben. Als Indiz für einen bevorstehenden Börsengang wurde im Februar die Begebung von zwei Anleihen gewertet, bei deren Emission ein ungewöhnlich großes Bankenkonsortium gewählt wurde. Diese Banken könnten auch für den Vertrieb der Aktien mandatiert werden. Außerdem dürfte die enorm hohe Nachfrage nach den Anleihen als gutes Zeichen für ein reges Interesse der Investoren an Kion gewertet werden. Nach der Ausgliederung aus der Linde AG im Jahr 2006 sind die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs die größten Anteilseigner. Die chinesische Weichai Power ist mit 25 Prozent beteiligt.

Daniel Mohr Folgen:  

Kion wäre der zweite Börsengang im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse in diesem Jahr. Anfang Februar plazierte LEG Immobilien Aktien im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro. Im Oktober 2012 gelangen Telefonica Deutschland und Talanx größere Börsengänge in Frankfurt. Sie haben die Hoffnungen am Finanzplatz geweckt, dass die Jahre voller Enttäuschungen in Bezug auf größere Börsengänge nun zu Ende sein könnten. Ebenfalls im Oktober ging der Leuchtenhersteller Hess an die Börse, musste aber schon im Februar Insolvenz anmelden und erwies damit Börsenkandidaten aus dem Mittelstand einen Bärendienst. Viele Finanzinvestoren sitzen auf Beteiligungen, die sie über die Börse abstoßen möchten. Deutsche Investoren sind aber kaum an Börsenneulingen interessiert.

Die Deutsche Annington will an die Börse

Als enttäuschend wird daher auch das Vorgehen von Evonik und Osram gewertet, die beide einstmals als große Börsengänge gehandelt wurden. Evonik hat kürzlich über eine Privatplazierung 12 Prozent seiner Anteile in neue Hände gegeben. Ende April sollen 2 Prozent des Grundkapitals über ein öffentliches Angebot an der Börse plaziert werden und damit eine Notierungsaufnahme der Aktie erfolgen. Die jüngsten Verkäufe unter anderem an den Staatsfonds aus Singapur Temasek deuten daraufhin, dass der Spezialchemiekonzern mit Sitz in Essen auf einen Börsenwert zwischen 14 und 15 Milliarden Euro kommt und damit in etwa auf das Niveau von RWE, Adidas oder der Post. Da jedoch kaum Aktien frei handelbar sind, ist eine Dax-Mitgliedschaft zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

Infografik / Gemischte Bilanz der Börsengänge Gemischte Bilanz der Börsengänge © F.A.Z. Bilderstrecke 

Auch die Lichtsparte des Siemens-Konzerns Osram war als milliardenschwerer Börsengang geplant. Osram galt vielen Investoren jedoch als nicht börsenreif, wurde umstrukturiert und wird nun von Siemens in den Besitz seiner Aktionäre überführt, ohne dass der Konzern daraus einen Emissionserlös erzielt. Für jeweils zehn Siemens-Aktien wird eine Osram-Aktie zugeteilt. Wann die Aktien das erste Mal gehandelt werden können, ist noch unklar. Aktionäre haben gegen die Abspaltung geklagt, so dass nicht vor Juni mit einer Notierungsaufnahme gerechnet wird. Als Börsenwert sind derzeit etwa 2,5 Milliarden Euro im Gespräch.

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Einen echten Börsengang strebt die Deutsche Annington an. Mit rund 200.000 Wohnungen ist das im Besitz des Finanzinvestors Terra Firma befindliche Unternehmern die größte deutsche Wohnimmobiliengesellschaft. Zuletzt wurde über einen Börsengang im Sommer spekuliert. Auch der im Besitz von Finanzinvestoren befindliche Fachverlag Springer Science steht zum Verkauf und könnte an die Börse gehen. Als Kaufinteressent wird jedoch auch Bertelsmann gehandelt, die wiederum ihre Beteiligung an der RTL Group von 92 auf 75 Prozent reduzieren wollen. Damit wird die Aktie des größten privaten Fernsehsenders in Europa deutlich besser handelbar. Der Börsenwert beträgt derzeit rund 9 Milliarden Euro.

Quelle: F.A.Z.

 
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