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Plus 30 Prozent : Kurssprung durch machtvolles Gen-Patent

Sieben Wochen alt ist dieser Fötus: Wie weit wird moderne Gentechnik gehen? Bild: dpa

Das amerikanische Unternehmen Editas Medicine will mit neuer Gentechnik schlimme Krankheiten heilen. Nun haben Richter eine wegweisende Entscheidung getroffen. Betroffen sind auch andere.

          Stellen Sie sich ein Ehepaar vor, das ein Kind bekommen möchte und vom Arzt gefragt wird: Was soll es denn besonders gut können? Besonders sportlich, musikalisch, mathematisch begabt sein - oder alles zugleich? Der Bestsellerautor Marc Elsberg stellt in seinem neuen Buch „Helix“ zwei Protagonisten und gedanklich damit auch seine Leser genau vor diese Wahl.

          Alexander Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zugrunde liegt diesem fiktiven Roman ein ganz reeller Fortschritt im Bereich der Gentechnologie und ganz speziell eine bestimmte Methode, die sich hinter der Abkürzung Crispr-Cas verbirgt. Sie ermöglicht, ziemlich präzise und zugleich günstig die DNA von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verändern.

          China und Großbritannien sind schon weiter

          Viele Firmen wittern ein veritables Geschäft, etwa durch neue Therapiemöglichkeiten für Erbkrankheiten oder Krebs. Dazu zählt zum Beispiel das amerikanische Unternehmen Editas Medicine, Marktkapitalisierung ungefähr 890 Millionen Dollar, notiert in New York. Dessen Aktienkurs schoss am Mittwoch um 30 Prozent in die Höhe, nachdem ein amerikanisches Patentgericht ein offenbar wegweisendes Urteil gesprochen hatte: Die Richter entschieden, dem Broad Institute, einer Forschungseinrichtung, die mit der Harvard-Universität und dem Massachusetts Institute of Technology verwoben ist, eine Reihe von Patenten in dieser Gentechnik zu gewähren.

          Editas Medicine

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          Das Unternehmen Editas Medicine, an dem die Fondsgesellschaft Fidelity maßgeblich beteiligt ist, besitzt dafür bereits eine Lizenz – was die deutliche Kursreaktion erklärt. „Das ist das günstigste Ergebnis“ für Editas, sagt Gena Wang, Expertin der Investmentbank Jefferies über das Urteil. „Es scheint ein entscheidender Sieg für das Broad Institute zu sein“, kommentierte Jacob Sherkow, Professor an der New York Law School, das Urteil gegenüber der Zeitung „New York Times“.

          Die Entscheidung ist auch insofern brisant, als ihr ein Wettstreit zwischen renommierten Forschungslaboren vorausgegangen war, die jeweils die Rechte für sich beanspruchten. Auch die University of California hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Deren Professorin Jennifer Doudna äußerte sich hernach gleichwohl hoffnungsvoll. „Sie haben ein Patent für grüne Tennisbälle, wir werden eines für alle Tennisbälle haben.“

          Die beiden Unternehmen Crisp Therapeutics und Intellia Therapeutics, die sich bereits das geistige Eigentum dieser Forscherin haben lizensieren lassen, verzeichneten indes zumindest am Mittwoch merkliche Kursverluste von im Tagesverlauf bis zu mehr als 20 Prozent.

          Name Kurs %
          CRISPR Therapeutics AG -- --
          Intellia Therapeutics -- --

          Nahezu parallel zum Patent-Urteil veröffentlichte die Nationale Akademie der Wissenschaften einen umfangreichen Bericht, in dem sie sich mit den Möglichkeiten der neuen Gentechnik auseinandersetzt. Die anerkannten Fachleute sprechen sich darin dafür aus, gezielte genetische Eingriffe in Embryonen schon bald in Versuchen zu testen. Grund dürfte der Wettbewerb sein: China und Großbritannien sind schon so weit.

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