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Gastronomie Yum!-Aktie hat genug Kraft für neues Rekordhoch

 ·  Fastfood-Ketten sorgen in diesen Wochen für gute Stimmung unter Anlegern. McDonalds hat die Dividende angehoben, Yum! glänzt mit guten Zahlen. Die Aktie-Aktie hat ihr Rekordhoch vor der Nase und ist noch nicht teuer.

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Mag der deutsche Markt den Bulettenbratern von McDonalds auch Sorgen bereiten (Deutschland macht McDonald's wenig Freude) - Anlegern hat das Unternehmen zuletzt eine Menge Freude bereitet. Vergangene Woche streute McDonalds an der Wall Street die Nachricht, die Jahresdividende um 38 Prozent anheben zu wollen. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von knapp zwei Prozent, die sich zu den Jahreskursgewinn von gut 16,5 Prozent auf Dollarbasis und 8,3 Prozent auf dem Frankfurter Parkett hinzugesellt. Das ist nicht schlecht, doch besser als die Aktie mit dem güldenen Triumphbogen ist das Papier des Konkurrenten Yum!, zu dem Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut und Taco Bell zählen.

Diese Aktie hat sich binnen Jahresfrist an der Wall Street um 35 Prozent verteuert und auf dem Frankfurter Parkett um 25 Prozent. Vor allem in den vergangenen vier Wochen zeigte der Titel viel Triebkraft und verbesserte sich um 7,4 Prozent, während der marktbreite S&P 500-Index um 4,3 Prozent vorrückte und sich die Aktie von McDonalds um 4,9 Prozent verbesserte. Und noch etwas unterscheidet die Dividendenpapiere von McDonalds und Yum!: Die zweite sieht ihr Rekordhoch von 40,91 Dollar bei einem aktuellen Kurs von 40,67 Dollar direkt vor der Nase. Dabei ist sie nicht viel höher bewertet als die die Mc-Aktie und wirkt insgesamt leckerer. Denn das Unternehmen hat zuletzt die Analysten überrascht.

Quartalsgewinn um 45 Prozent gesteigert - Erstmals Dividende

Mit seinen Verkaufszahlen in den vier Wochen von Anfang August bis Anfang September konnte der Konzern in allen Sparten weltweit die Umsätze um fünf Prozent steigern, während der Markt mit einem Zuwachs von knapp drei Prozent gerechnet hatte. Die positive Überraschung lieferte dabei Kentucky Fried Chicken mit einem Plus von vier Prozent bei den Verkäufen der seit einem Jahr oder länger bestehenden Gaststätten, denen die Magnetwirkung einer Neueröffnung abgeht. Dagegen war am Markt eine Stagnation der Sparte erwartet worden, die zuletzt mit eher rückläufigen Erlösen zu kämpfen hatte.

Gleichzeitig erklärte die Yum!-Konzernspitze, sich mit der Analysten-Konsensprognose wohlzufühlen, die einen Jahresgewinn je Aktie von 2,36 Dollar bedeutet. Yum! selbst hatte nach dem zweiten Quartal die eigene Prognose des Ergebnisses vor außerordentlichen Posten um drei Cent auf 2,33 Dollar angehoben und zuvor erstmals eine Quartalsdividende angekündigt, die im August floß. 2003 hatte die Unternehmensgruppe, die weltweit über mehr als 33.000 Restaurants verfügt, 2,02 Dollar erreicht. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern die Erlöse gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum von 1,936 Milliarden Dollar auf 2,077 Milliarden Dollar und den Gewinn je Aktie von 40 Cents auf 58 Cents. Machte ein Plus von 45 Prozent.

Halbjahresgewinn um 33 Prozent höher als 2003

Vor diesem Hintergrund loben die Analysten von Bear Stearns den Konzern vollmundig. Yum! sei auf gutem Wege, die Erwartungen von Bear Stearns für dieses Jahr zu treffen und den Gewinn je Aktie auch im nächsten Jahr weiter zu steigern. Die Investmentbank erwartet einen Zuwachs von zehn Prozent. Das China-Geschäft werde einen operativen Gewinn von 200 Millionen Dollar erreichen und damit das Ergebnis um Jahresvergleich um 27 Prozent steigern, schätzen die Analysten nach den bisherigen Zahlen. Das Geschäft abseits von China werde einen operativen Gewinn von 13 Prozent erwirtschaften, 13 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr hat Yum! nach zwei Quartalen einen Gewinn je Aktie von 1,05 Dollar erreicht, das sind 33 Prozent mehr als gleichen Vorjahreszeitraum.

Angesichts der Gewinndynamik und der anhaltenden Verbesserungen bei den Verkäufen sieht Bear Stearns die Yum!-Aktie weiter als „Outperformer“, der sich besser als der Gesamtmarkt entwickeln werde. Aus Sicht der Bank ist die Aktie 48 bis 52 Dollar wert; ein genaueres Kursziel gibt sie nicht. Auch bei anderen Analysten steht der Titel noch im Kurs. Das Verhältnis von Kurs zum Gewinnwachstum ist mit 1,45 günstig, das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17,4 angesichts der Ergebnisdynamik sicher vertretbar; McDonalds kommt auf ein KGV von 15,5. Charttechnisch könnte die Lage kaum besser sein. Der Titel bewegt sich in einem völlig ungefährdeten Aufwärtstrend und muß nur um 0,6 Prozent steigen, um sein erst vergangene Woche markiertes Rekordhoch zu überflügeln. Es ist nicht ersichtlich, warum er das auf Sicht nicht schaffen sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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