11.11.2008 · Die amerikanische Kaffeehauskette hatte lange Jahre einen Kultstatus unter ihren Kunden. Jetzt bleiben sie vor allem in den Vereinigten Staaten aus. Das Unternehmen schrammte im vierten Quartal nur knapp an der Verlustzone vorbei.
Unabhängige Berichterstattung ist nicht immer einfach. Mitte des Jahres 2006 lautete an dieser Stelle einer unserer Titel „Aktie von Starbucks - teuer wie der angebotene Kaffee“. Er löste einige unerfreuliche Leserzuschriften aus.
Die weitere Entwicklung jedoch spricht für sich. Nach einem Jahre dauernden Aufwärtstrend drehte die Aktie von Starbucks nach unten. Inzwischen liegt sie rund 74 Prozent unter dem damals erreichten Hoch. Selbst auf diesem Niveau ist sie nur bedingt günstig. Denn die Umsatzentwicklung stagniert schon seit Monaten und die Gewinnentwicklung ist deutlich eingebrochen.
Starbucks schrammt im vierten Quartal nur knapp an der Verlustzone vorbei
Im vergangenen Quartal, dem vierten und letzten des vergangenen Geschäftsjahres, ist das Unternehmen nur knapp an den roten Zahlen vorbeigeschrammt, nachdem es im dritten schon einen Verlust geschrieben hatte. Die weltgrößte Kaffeehauskette erzielte bei einem schwachen Umsatzzuwachs von gerade einmal drei Prozent - auf vergleichbarer Basis gingen die Erlöse um acht Prozent zurück - einen Gewinn von gerade einmal 5,4 Millionen Dollar oder einen Cent je Aktie. Im Vergleich mit der Vorjahresperiode ist das ein Rückgang um 96 Prozent. Im gesamten Geschäftsjahr ging der Gewinn bis Ende September um 53 Prozent auf 316 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 10,38 Milliarden Dollar.
Den Konzern belasteten im Schlussquartal Kosten von rund 100 Millionen Dollar für den Stellenabbau und die Schließung von Filialen. Der an die Unternehmensspitze zurückgekehrte Gründer Howard Schultz konzentriert sich zunehmend auf die Profitabilität der bestehenden Geschäfte, statt weiter zu expandieren. Im Geschäftsjahr 2009 soll die Zahl der Filialen außerhalb der Vereinigten Staaten nun unter dem Strich um 700 steigen - zuletzt waren in einer bereits drastisch verringerten Planung noch 900 vorgesehen gewesen. In den Vereinigten Staaten sollen 600 und in Australien drei Viertel der Geschäfte geschlossen werden.
Das Unternehmen ist stark vom Geschäftsgang in den Vereinigten Staaten anhängig
Das Unternehmen betreibt weltweit knapp 16.700 Filialen, davon rund 11.000 in den Vereinigten Staaten. Aus diesem Grund spürt es die folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise ebenso stark, wie die zunehmende Konkurrenz durch andere Anbieter. Einerseits halten sich die Verbraucher beim Konsum hochpreisiger Produkte zurück. Im vergangenen Quartal waren die Besucherzahlen zum fünften Mal in Folge zurückgegangen. Andererseits intensiviert sich der Wettbewerb. Immerhin haben nicht nur kleinere, regionale Anbieter die Nische erkannt, sondern große Unternehmen wie MacDonald's sind erfolgreich eingestiegen.
Diese Kombination belastet die Wachstumsaussichten des Unternehmens, auch wenn Schultz sich optimistisch gibt, den wirtschaftlich stürmischen Zeiten trotzen zu können. Der gezeigte Optimismus wird relativiert durch eine „weit gedehnte“ Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Gewinn je Aktie könne zwischen 71 und 90 Cents liegen, ließ das Unternehmen verlauten. Angesichts eines Umsatzrückgangs von acht Prozent alleine in den Vereinigten Staaten dürften Anleger weiterhin zur Skepsis neigen.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von zwölf und zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehen die Papiere inzwischen optisch sogar vernünftig bewertet aus. Allerdings gehen die Analystenschätzungen von einer positiven Geschäftsentwicklung aus. Die lässt sich weiterhin hinterfragen, geht der reale Konsum in den Vereinigten Staaten doch zurück. Insgesamt drängt sich die Aktie nicht auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |