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Gastronomie Starbucks-Aktie mit wenig Aufwärtspotential

02.08.2007 ·  Trotz erwartet guter Ergebnisse konnte die Starbucks-Aktie am Donnerstag im nachbörslichen Handel nur wenig zulegen. Eine anspruchsvolle Bewertung und Anlegersorgen um das organische Wachstum zeigen sich schon länger als Hemmnisse.

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Kaffee ist eines der meistkonsumierten Getränke der Welt. Am Morgen vor der Arbeit, dann während derselben meist mehrfach und nach dem Dinner ein guter Espresso. Für den eiligen Kunden, der seinen Kaffee am liebsten in der S-Bahn schlürft, gibt es Kaffeeladenketten wie Starbucks.

Und in einer schnelllebigen mobilen Welt scheint sich damit gut Geld verdienen zu lassen. Denn das Unternehmen hat auch im vergangenen Quartal dank der Eröffnung neuer Filialen seinen Gewinn kräftig steigern können. Im dritten Geschäftsquartal steigerte Starbucks den Nettogewinn auf 158 Millionen Dollar nach 145 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum oder 21 (Vorjahresvergleichszeit: 18) Cents je Aktie, was im Rahmen der Analystenschätzungen lag.

Umsatzwachstum vor allem durch Expansion

Allerdings wuchs der Umsatz mit 20 Prozent auf 2,36 Milliarden Dollar doch nicht ganz so stark wie von den Experten erwartet. Diese hatten im Schnitt mit 2,39 Milliarden Dollar gerechnet. Im Ausland legte Starbucks um 28,1 Prozent auf 432 Millionen Dollar zu. Den Neunmonatsumsatz erhöhte das Unternehmen um 20,5 Prozent auf 7,0 Milliarden Dollar und verdiente in diesem Zeitraum 514,1 (447,0) Millionen Dollar oder 66 (56) Cent je Aktie.

Auf vergleichbarer Basis, also in Geschäften, die vor mindestens 13 Monaten geöffnet wurden, stieg der Umsatz um vier Prozent und damit etwas weniger als die von Analysten im Durchschnitt geschätzten 4,6 Prozent.

Interessanterweise profitierte das Unternehmen weniger vom Absatz von Kaffee als dem gekühlter Getränke, was aber in einem Sommerquartal nicht ganz überraschen kann. Gefragt waren vor allem sogenannte „Himbeer-Mocha-Frapuccinos“ und begleitende Frühstücksstullen, mit denen Starbucks der Hamburgerkette McDonald's die morgendlichen Kunden streitig machen konnte.

Schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe werden erwogen

Starbucks eröffnet im laufenden Geschäftsjahr mindestens 2.400 Geschäfte und erwartet einen Umsatzanstieg von rund 20 Prozent. Der Gewinn je Aktie dürfte bei 87 bis 89 Cent je Aktie liegen. Dies sei allerdings eine große Herausforderung angesichts steigender Milchpreise und träger Besuchszahlen im Heimatmarkt, in dem die Kette 80 Prozent ihrer Umsätze tätigt. Milchprodukte machen nach Analystenangaben fünf bis zehn Prozent der Kosten des Unternehmens aus.

Für das folgende Geschäftsjahr plant Starbucks die Eröffnung von rund 2.600 neuen Geschäften, den Einstige in den russischen Markt und prognostiziert einen Umsatzanstieg von 18 Prozent. Der Gewinn je Aktie dürfte sich um 20 bis 22 Prozent erhöhen.

Im Sinne des „Shareholder-Value“ in seiner aktuellen Auffassung scheinen die Ergebnisse der Kette aber nicht zu genügen. Das Unternehmen kündigte obendrein an, neue Anleihen zu begeben, zum Teil um ältere zu refinanzieren, aber auch um Aktienrückkäufe zu tätigen. Damit folgt es der Modewelle, Unternehmensbilanzen stärker zu hebeln, um mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten.

Aktienkurs im Abwärtstrend

Das überrascht insofern nicht, als dass sich der Aktienkurs seit dem Frühjahr 2006, als er bei 39,63 Dollar sein Allzeithoch erreichte, im Abwärtstrend befindet. Zwar hatte er sich im Vorjahr noch einmal fast vollständig erholt gehabt, scheiterte aber im November bei 39,43 Dollar knapp an der Bestmarke und stürzte danach bis auf 25,54 Dollar Ende Juni ab.

Seitdem hat sich die Notiz leicht erholt. Im nachbörslichen Handel an den amerikanischen Börsen ging es am Mittwoch um 1,5 Prozent zu auf 27,60 Dollar aufwärts, was aber noch deutlich unter dem Julihoch von 28,37 Dollar blieb.

Anleger sorgen sich um die Dynamik des Unternehmens, die unter dem Expansionsdrang leiden könnte, den Starbucks in dem bemühen an den Tag legt, die Zahl der Verkaufsstellen weltweit auf 40.000 zu erhöhen. Derzeit sind es 14.400.

Weiter anspruchsvoll bewertet

Trotz des deutlichen Rückgangs sind im Aktienkurs immer noch sehr viel Erwartungen enthalten. Auf Basis der Analystenprognosen liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr bei 31,7, am oberen Rande der Spanne der Unternehmensprognosen bei 31. Für das kommende Geschäftsjahr wird das KGV auf 25,7 kalkuliert.

Selbst dies lässt sich angesichts eines nur moderaten organischen Wachstums nur bei anhaltender Expansion erreichen. Noch ist dafür Platz. Fraglich ist aber tatsächlich, inwieweit die Margen gehalten werden können, sollte sich das Konsumklima in Amerika weiter verschlechtern oder sich der Kundenverkehr aus anderen Gründen weiter träge entwickeln. Eine erhöhte Verschuldung ist unter diesen Umständen nicht unbedingt positiv zu sehen.

Charttechnisch indes zeigt der Aktienkurs derzeit Anzeichen einer Bondebildung und hat bei rund 26 Dollar eine Unterstützung ausgebildet. Doch muss zunächst einmal das Julihoch wieder überboten werden, um ein Aufwärtssignal zu generieren. Angesichts doch eher mäßiger Kursgewinne an einem ansonsten recht positiven Börsentag, sind die Vorzeichen dafür nicht überaus günstig.

Zudem liegt bei 27,60 Dollar ein kleiner Widerstand, den die Notiz im nachbörslichen Handel nicht überwinden konnte. Vielmehr lief sie zunächst an die Marke von 28 Dollar heran, bleib an dieser hängen und gab ab. Daher ist fraglich, ob sie derzeit die Kraft hat, die Widerstände bei 29 und vor allem bei 32 Dollar zu überwinden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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