30.09.2003 · Wer in der Vergangenheit auf die schlechtesten Aktien im Dow Jones gesetzt hat, konnte oft von Nachholeffekten profitieren. Darauf würde David Pauly von Bloomberg News aktuell nicht wetten.
Von David Pauly, Bloomberg NewsEinige der weltweit bekanntesten Unternehmen sind zu wirklichen Verlierern des Marktes geworden: Kodak, General Motors, McDonald's, AT&T und IBM. Hinzu kommt, daß die Aussichten dieser Giganten, sich wieder zu einstigen Höhenflügen aufzuschwingen, äußerst düster sind.
Beginnen wir mit Eastman Kodak Co.. Vor einigen Jahren hat das Unternehmen richtig erkannt, daß die Digitaltechnik das herkömmliche Fotogeschäft ablösen wird. Jetzt kämpft das Unternehmen immer noch darum, diesen technologischen Wechsel auch zu vollziehen - und in der vergangenen Woche mußte erstmals die Dividende gekürzt werden.
Unternehmen wachsen nicht mehr
General Motors mußte im zweiten Quartal einen durchschnittlichen Rabatt von 3.928 Dollar auf jeden Neuwagen gewähren, um überhaupt Kunden anzulocken. Und wer McDonalds-Aktien gekauft hat, hat auf Fettsucht gesetzt und verloren. Zwar nehmen die Amerikaner auch weiterhin an Gewicht zu, aber leider bauen sie dabei weniger auf Hamburger und Pommes Frites von McDonalds.
Seit AT&T 1984 zugestimmt hat, sein amerikanisches Telefonmonopol aufzubrechen, löst sich das Unternehmen auf. Nachdem die Herstellung, die Mobilfunksparte und das Kabelfernsehen abgestoßen worden sind, bilden Ferngespräche das einzige Geschäft. In dieser Branche ist der Preiskampf mittlerweile jedoch besonders hart. International Business Machines (IBM) ist einst der dominierende Computerhersteller und damit das von jedermann favorisierte Wachstumsunternehmen gewesen. In den vergangenen vier Jahren hat IBM keine Umsatzsteigerungen mehr vorzuweisen gehabt.
Die Aktienkurse kennen nur eine Richtung: Abwärts
Anleger, die auf diese großen Namen vertraut haben, mußten schwere Einbußen verkraften. Die AT&T-Aktie hat seit ihrem Hoch 1999 rund 78 Prozent ihres Werts verloren, die Kodak-Aktie ist seit ihrem Höchststand 1998 um 75 Prozent abgestürzt. IBM hat unter den fünf Verlustbringern noch am besten abgeschnitten; die Aktie ist seit dem Hoch 1999 nur um 36 Prozent gesunken.
In dieser Zeitspanne waren Aktien im Allgemeinen eine recht lausige Anlageform, keine Frage. Aber die meisten Aktionäre dürften wohl darauf gezählt haben, daß sich der weltweit größte Fotokonzern, der größte Autohersteller und die größte Restaurantkette besser würden behaupten können als etwa EMC, JDS Uniphase und Sun Microsystems.
Der CEO von Kodak, Daniel Carp, hat im August eingestanden, daß sich sein Unternehmen schneller der Digitaltechnik zuwenden müsse und dementsprechend einen Umsatzrückgang bei Filmen für Privatkunden hinnehmen müsse. Nach zwei Umstrukturierungen innerhalb von zwei Jahren und einem stetigen Abbau von Arbeitsplätzen, der noch nicht abgeschlossen ist, muß Kodak immer noch unter Beweis stellen, daß das Unternehmen in der Lage ist, sich zu modernisieren. Der Umsatz ist in den letzten drei Jahren stetig zurückgegangen und die Gewinne sind um 45 Prozent eingebrochen.
Probleme mit den Pensionsverpflichtungen bei General Motors
Bei General Motors entsprach 2002 der Gewinn in Höhe von 1,74 Milliarden Dollar weniger als einem Prozent des Umsatzes von 186,8 Milliarden Dollar. Hinzu kommt, daß sich das Unternehmen anstrengen muß, um seine Pensionsverpflichtungen einhalten zu können. Mitte des Jahres hatte der Pensionsfonds ein Defizit in Höhe von 25,4 Milliarden Dollar aufgewiesen. Inzwischen hat General Motors Anleihen und Vermögenswerte veräußert, um die Konten wieder aufzubessern.
Leichte Verbesserung bei McDonalds
Nach einem Verlust im vierten Quartal des Vorjahres sind die Gewinne von McDonalds sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal nur leicht gesunken. Die Umsätze in den Restaurants, die seit mindestens einem Jahr bestehen, sind im zweiten Quartal gestiegen, wodurch eine mehrmonatige Serie von Umsatzrückgängen beendet werden konnte. Als Grund wird das neue Angebot an Salaten genannt. Die McDonalds-Aktie ist von 12,12 Dollar im März auf 23,60 Dollar gestiegen, dennoch befindet sich der Kurs immer noch 52 Prozent unterhalb seines Höchststandes im Jahr 1999
AT&T und IBM auf dem absteigenden Ast
Bei AT&T und IBM könnte es mit Ausnahme der Finanzsteuerung noch schlimmer aussehen. Nachdem AT&T die Kabelfernsehensparte an Comcast verkauft hat, führte das Unternehmen im vergangenen November einen Reverse-Split seiner Aktien durch: Die Aktionäre erhielten eine neue für fünf alte Aktien. Ohne diese Maßnahme hätte die AT&T-Aktie am letzten Freitag bei erbärmlichen 4,48 Dollar geschlossen.
Die Großrechner von IBM sind durch die Miniaturisierung von Computern weitestgehend verdrängt worden. Indem das Unternehmen mehrere Milliarden Dollar für den Rückkauf von Aktien ausgegeben hat, konnte es die Gewinne je Aktie in die Höhe treiben. Die ausstehenden IBM-Aktien haben in den letzten zehn Jahren 24 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
„Dogs of the Dow“-Strategie nicht empfehlenswert
Die Aktien dieser fünf Unternehmen gehören allesamt zum Leitindex Dow Jones Industrial Average. Es existiert eine altehrwürdige Anlagestrategie mit dem Namen „Dogs of the Dow“, nach der man aus den 30 Dow-Werten diejenigen mit der aktuell schlechtesten Performance kauft und dann zusieht, wie sie sich erholen. Wahrscheinlich wäre es nicht besonders klug, diese Strategie mit den oben erwähnten Werten anzuwenden. Kodak entwickelt sich beispielsweise so schlecht, daß Analysten in der vergangenen Woche bereits spekuliert haben, das Unternehmen werde aus dem Dow herausfallen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |