20.09.2002 · Hohe Dividendenrendite und niedrige Verschuldung - das sind wieder interessante Eigenschaften. John Dorfman, Kolumnist bei Bloomberg News stellt fünf Aktien vor.
Von John Dorfman, Bloomberg NewsIch habe wieder einmal nach Aktien mit einem Marktwert von mindestens 500 Millionen Dollar gesucht, die Dividendenrenditen von mindestens drei Prozent sowie einen Verschuldungsgrad von maximal 20 Prozent aufweisen. Dieser Aufnahmetest ist längst nicht so einfach, wie er auf den ersten Blick aussieht. In diesem Jahr waren es sechs, im vergangenen Jahr fünf Aktien, die den Weg in mein Portfolio fanden.
Ich nenne es „Belt-and-Suspenders-Portfolio“ (Gürtel-und-Hosenträger-Portfolio), weil Sie mit diesen Aktien aller Wahrscheinlichkeit nach auch in einem Bärenmarkt nicht den Halt verlieren. Die Idee hierfür kam vor einem Jahr auf, als eine hohe Dividendenrendite und eine niedrige Verschuldung gute defensive Eigenschaften darstellten. Da sich der Markt noch immer nicht erholt hat, könnte diese Strategie nach wie vor viele Freunde finden.
Lediglich ein Neuzugang
Von den sechs Aktien, die die Tests bestanden haben, waren vier bereits im vergangenen Jahr vertreten: Russ Berrie, Commerce Group, Kimball International und Weis Markets. Neu hinzu gekommen ist CNA Surety. Kelly Services hat seinen Platz in meinem Portfolio eingebüßt, weil die Dividendenrendite der Aktie auf 1,8 Prozent gefallen ist.
Ein sechstes Unternehmen, das dieses Jahr die statistischen Mindestanforderungen für eine Aufnahme in das Portfolio erfüllt, ist die American National Insurance. Ich habe dieses Unternehmen absichtlich nicht berücksichtigt, weil eines seiner Hauptprodukte Lebensversicherungen sind, die durch Haustürgeschäfte verkauft werden. Ich habe diese Art von Aktivität noch nie als sonderlich attraktiv empfunden.
CNA Surety schafft den Sprung
Der Neuzugang im Portfolio, CNA Surety, verkauft Anleihen an Unternehmen, die die Erfüllung ihrer Verträge garantieren wollen. Das Unternehmen mit Sitz in Chicago befindet sich zu 64 Prozent im Besitz von CNA Financial, das wiederum zu 90 Prozent der Holdinggesellschaft der Familie Tisch, Loews Corp., gehört.
Die Aktien von CNA Surety erreichten eine ansehnliche Dividendenrendite von 4,7 Prozent. Die Verschuldung liegt bei etwa 19 Prozent des Eigenkapitals. Alle vier Belt-and-Suspender-Aktien, die es zum zweiten Mal in das Portfolio geschafft haben, können mindestens neun aufeinanderfolgende Jahre mit Gewinnen vorweisen, obschon die Gewinne im Jahr 2001 gefallen sind.
Hohe Dividendenrendite
Russ Berrie, der größte Gewinner des letzten Jahres, bietet eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent und ist schuldenfrei. Der Hersteller von Stofftieren, Kerzen, Porzellanfiguren und anderen Geschenkartikeln dürfte nach Meinung von Aktienanalysten in diesem Jahr ein Gewinnwachstum von 19 Prozent auf dann 2,36 Dollar je Aktie erreichen.
Weis Markets betreibt Supermärkte an der Ostküste und die Zoohandelskette SuperPetz. Die Aktie des Unternehmens weist eine Dividendenrendite von 3,2 Prozent auf und die Verschuldung ist - mit weniger als zwei Prozent des Eigenkapitals - kaum der Rede wert. Drei Insider halten etwa zwei Drittel der Aktien des in Pennsylvania ansässigen Unternehmens. In den Medien wird nur selten über Weis Markets berichtet, und die Wall-Street-Analysten interessieren sich laut Bloomberg überhaupt nicht für das Unternehmen. Im Mai 2001 kaufte Weis eigene Aktien im Wert von insgesamt 435 Millionen Dollar zu 30 Dollar je Aktie zurück. Die Aktie notiert derzeit bei rund 33 Dollar.
Geringe Verschuldungsquote
Commerce Group - ein Unternehmen, das ich bereits in anderen Kolumnen empfohlen habe - verkauft Autoversicherungen und andere Versicherungsprodukte für den privaten und gewerblichen Bereich im stark regulierten Markt von Massachusetts. Das Unternehmen bietet eine Dividendenrendite von rund 3,4 Prozent und ist schuldenfrei.
Der Möbelfabrikant Kimball International, der Möbel unter seinem eigenen Namen sowie den Marken National und Transwall produziert, beeindruckt durch seine Dividendenrendite von fast 4,5 Prozent und einer Verschuldung von weniger als einem Prozent des Eigenkapitals. Im Geschäftsjahr 2002, das am 30. Juni endete, verzeichnete Kimball den dritten Gewinnrückgang in Folge, schrieb aber immer noch schwarze Zahlen. Angesichts der rückläufigen Gewinne von Kimball könnte es zu einer Kürzung der Dividende kommen. Solange aber die Dividendenrendite bei oder über drei Prozent liegt, ist sie nach wie vor attraktiv.
Geringes Risiko
Wenn Sie in diese oder andere Aktien mit ähnlichen Dividenden- und Verschuldungsniveaus investieren, werden Sie wahrscheinlich keine sagenhaften Gewinne erzielen. Es ist aber fast sicher, dass Sie mit dieser Strategie größere Verluste vermeiden können. Bei der momentanen Marktlage ist das schon eine ganze Menge.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |