24.02.2005 · Sie schneiden derzeit am Markt gut ab, ihre Kurse fallen bei einer Baisse langsamer, und manche von ihnen werfen eine bessere Rendite ab als Geldmarktpapiere. Sind Dividendenaktien also das Optimum für Anleger?
Von Amey Stone, Business Week OnlineDividendenausschüttende Aktien sind einfach sehr, sehr attraktiv. Von Herzen, mit Schmerzen …
Man kann da ganz poetisch werden, aber kurz gesagt läßt sich schlicht festhalten: Der Zeitpunkt für eine Investition in dividendenausschüttende Aktien ist günstig.
Am 17. Februar kündigte Coca-Cola an, daß die vierteljährlich ausgeschüttete Dividende um zwölf Prozent auf 28 Cents pro Aktie erhöht werden solle. Dies entspricht annualisiert einer Dividendenrendite von etwa 2,6 Prozent. Und Coca-Cola ist nicht das einzige Unternehmen, das seine Dividende anhebt.
Deutliche Dividendenerhöhungen erwartet
Einer Studie von Standard & Poor's zufolge sollten in diesem Jahr sowohl bei der Anzahl der Unternehmen, die ihre Dividenden erhöhen, als auch im Hinblick auf den Umfang der Ausschüttungen Rekordzuwächse zu verzeichnen sein. S&P geht davon aus, daß die Unternehmen des S&P 500 insgesamt Dividenden in Höhe von 21,80 Dollar pro Aktie beziehungsweise 203 Milliarden Dollar zahlen werden. Dies entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Jahr 2004, in dem 181 Milliarden ausgeschüttet wurden - ein ganz beachtlicher Betrag.
Aus folgenden vier Gründen ist das Interesse an dividendenausschüttenden Aktien gerechtfertigt:
• Sie schneiden besser ab als der Markt. Den Daten von S&P zufolge haben die Kurse von Dividendenwerten im bisherigen Jahresverlauf bis zum 14. Februar durchschnittlich um 0,6 Prozent zugelegt, wohingegen Aktien, auf die keine Dividenden ausgeschüttet werden, 5,01 Prozent verloren haben. Im Jahr 2004 lag die Rendite für die jeweiligen Aktientypen bei 18,35 Prozent bzw. 13,65 Prozent. Aktienanalyst Howard Silverblatt von S&P ist der Auffassung, daß dies möglicherweise der Beginn eines längerfristigen Zyklus ist, in dessen Verlauf dividendenausschüttende Aktien besser abschneiden werden als andere Aktien.
• Ihre Kurse schwanken weniger stark. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Anleger wegen der Barausschüttungen eher dazu bereit sind, die Aktie auch bei einem Marktabschwung zu halten. Daher gehen die Kurse nicht so rasch und so stark zurück wie bei Aktien, bei denen keine Dividenden ausgezahlt werden. Gleichzeitig steigen sie allerdings auch bei einer Hausse nicht so stark. Zahlreiche Anleger haben jedoch in der langanhaltenden Baisse Verluste erlitten und hegen jetzt die Besorgnis, daß sich das Wirtschaftswachstum verlangsamen könnte. Sie sind daher an einer Absicherung gegen fallende Kurse interessiert.
• Sie werden steuerlich bevorzugt behandelt. Aufgrund einer Änderung des Steuerrechts im Mai 2003 werden die meisten Dividendenausschüttungen zu einem Steuersatz von 15 Prozent versteuert und nicht zu dem üblichen Einkommensteuersatz. Daher können die Anleger mit Hilfe einer hoch rentierlichen Aktie höhere Erträge erzielen als mit Einlagen- oder Geldmarktzertifikaten (obwohl Aktien mit einem deutlich größeren Risiko behaftet sind).
Bisher, so Silverblatt, hat diese Änderung des Steuerrechts den privaten Anlegern eine Steuerersparnis in Höhe von 30 Milliarden Dollar beschert. Bis 2008 - dann soll die Steuervergünstigung auslaufen; es ist jedoch gut möglich, daß sie auch weiterhin gewährt wird - soll sich die Steuerersparnis nach Schätzungen von Silverblatt auf mehr als 100 Milliarden Dollar belaufen.
• Durch eine Reinvestition der Dividenden findet automatisch ein Durchschnittspreisverfahren statt. Das Durchschnittspreisverfahren - dabei wird in bestimmten Zeiträumen ein festgelegter Betrag investiert, so daß bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Aktien gekauft werden - eignet sich sehr gut dazu, die Volatilität zu verringern und die Rendite auf lange Sicht zu verbessern. Nach Auffassung von Jeremy Siegel, Professor an der Wharton School, ist dies ein Hauptgrund dafür, daß dividendenausschüttende Aktien langfristig besser abschneiden als andere. Es handelt sich um eine der wichtigsten Thesen in seinem bald zur Veröffentlichung anstehenden Buch The Future For Investors.
Und wie sind die dividendenausschüttenden Aktien auszuwählen? Robert Barker von BusinessWeek hat vor kurzem eine Kolumne verfaßt, in der er Aktien mit hohen Dividendenausschüttungen wie zum Beispiel Bank of America, ConAgra Foods und Merck vorstellt.
Und S&P legt unter www.indices.standardandpoors.com (S&P 500 Dividends im Kasten mit den Index Highlights) eine Liste von hochwertigen Dividendenpapiere, den sogenannten „Dividend Aristocrats“, vor. Diese 58 Unternehmen des S&P 500 - sie sind in den beiliegenden Graphiken aufgelistet - haben ihre Dividendenausschüttungen in den vergangenen 25 Jahren jedes Jahr erhöht. Auch Unternehmen, die ihre Dividenden im Jahr 2005 anheben, wie zum Beispiel 3M, Comerica und May Department Stores, sind aufgenommen. Es lohnt sich in diesem Jahr mehr denn je, einen Blick darauf zu werfen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |