24.07.2003 · Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis mögen bei den Anlegern nicht beliebt sein. Aber gut ausgewählt bieten sie über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren gute Renditechancen, meint John Dorfman.
Von John Dorfman, Bloomerg News"Die Perfekten Zehn" sind ein Portfolio aus zehn wenig bekannten aber vielversprechenden amerikanischen Aktien. Alle zehn Titel weisen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zehn aus.
Historisch liegt das KGV amerikanischer Aktien im Mittel bei 15. In einer Phase niedriger Zinsen, wie wir sie derzeit erleben, setzten Anleger vermehrt auf Aktien. Das hat das durchschnittliche KGV der Aktien auf 31 gezogen. So gesehen, zahlt der Anleger für die hier vorgestellten Titel nur ein Drittel des durchschnittlichen Preises.
Geringe Erwartungen sind leichter zu erfüllen als hohe
Zwar bedeutet ein niedriges KGV, daß die Aktie bei den Anlegern kein großes Interesse findet. Andererseits kann die Aktie zulegen, wenn das Unternehmen die Markterwartungen übertrifft. Geringe Erwartungen aber sind weitaus besser zu schlagen, als zu hoch gesteckte Erwartungen. Die "Zehn Perfekten Aktien" haben das Potential, über einen Anlagezeitraum von zwei bis drei Jahren hervorragende Renditen abzuwerfen.
Als erster auf der Liste steht der Erdöl- und Gasproduzent Marathon Oil, dessen Erträge nach einem schwachen Jahr 2002 jetzt wieder in Schwung kommen. Analysten rechnen durchschnittlich mit einem Gewinnanstieg von 82 Prozent. Angesichts der günstigen Bewertung würde sich Marathon Oil auch als hervorragendes Übernahmeobjekt für einen Mineralölkonzern anbieten.
Der Casinobetreiber Aztar steht als zweiter auf der Liste der Empfehlungen. Dem Unternehmen mit Sitz in Phoenix, im Bundesstaat Arizona, gehört die Casinokette Tropicana, die unter anderem in Las Vegas und Atlantic City präsent ist. Trotz wiederholter Warnungen, der amerikanischeMarkt sei mit Spielcasinos gesättigt, wächst die Branche ungehemmt weiter.
Interessante Kursgewinne dürfte auch die "Knast-Aktie" Corrections bringen. Der Zuchthausbetreiber hat mit mehreren amerikanischen Bundesstaaten, der amerikanischen Bundesregierung und der britischen Regierung Verträge über den Betrieb von Strafanstalten geschlossen. Nach einem gigantischen Verlust im Jahr 2000 und einem deutlich geringem Fehlbetrag 2001 hat das Unternehmen das Management ausgetauscht und ist jetzt wieder profitabel.
Nacco Industries baut Kohle ab, stellt Gabelstapler her und baut kleinere Elektrogeräte unter den Markennamen Hamilton Beach und Proctor-Silex. Zu den Gründen, die den Wert für Anleger so interessant machen, zählt, daß die USA in den kommenden Jahren sicherlich verstärkt Kohle verheizen müssen, um den Energiebedarf zu decken.
An fünfter Stelle wird der NVR, empfohlen, ein Wohnbauunternehmen. Die Aktie notierte 1995 noch bei 10 Dollar und schloss am Mittwoch bereits bei 407,20 Dollar. Dennoch beträgt das Kurs-Umsatzverhältnis nur 0,9, und das Kurs-Gewinn- Verhältnis beträgt (natürlich) zehn. Die Gewinnmarge des Bauunternehmens ist mit 15 Prozent ausgesprochen hoch.
An sechster Stelle rangiert der Versicherer Old Republic International, der unter anderem Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen anbietet. Die Verbindlichkeiten betragen gerade mal vier Prozent des Eigenkapitals. Die Aktie ist für das 1,4fache der Einnahmen und das 1,3fache des Buchwertes oder des Nettowertes eines Unternehmens pro Aktie zu haben.
Siebtens müsste sich ein Investment bei Duke Energy lohnen. Die Aktie von Duke notierte 2001 zumeist um 40 Dollar und kostet heute noch 18,47 Dollar. Ausflüge in den Energiehandel kostete das Unternehmen viel Geld, doch bietet die Aktie mittlerweile allein durch Dividendenzahlungen eine Rendite von sechs Prozent.
Eine ganze Reihe von Markennamen bietet der Bekleidungshersteller V.F. Er stellt unter anderem Jeans der Marken Lee, Wrangler und Riders her. Jedes der vergangenen zehn Jahre schloss der Konzern mit Gewinn ab. Der Gewinn kommt derzeit vor allem wegen eines Preiskrieges unter den Jeansherstellern schwer unter Druck, doch dürfte V.F. viel Ausdauer beweisen.
An neunter Stelle rangiert wieder ein Erdöl- und Gasproduzent. Stone Energy machte ebenfalls in den vergangenen zehn Jahren Gewinn. Angesichts hoher Gaspreise erwarten Analysten einen Rekordgewinn von 5,98 Dollar je Aktie. Da scheint der Aktienpreis von 39 Dollar ein echtes Schnäppchen.
Goodrich rundet die Liste der "Perfekten Zehn" ab. Das Unternehmen, das vor Urzeiten als Reifenhersteller begann, stellt heute Bauteile für die Luftfahrtindustrie her. Zur Liste der Produkte gehören beispielsweise Steuereinheiten, Sensoren oder Enteisungssysteme. Der internationale Terrorismus scheint vorerst wieder auf dem Rückzug zu sein. Stimmt dieser Eindruck, dann wird sich die Luftfahrt bald wieder erholen und Unternehmen wie Goodrich gehören zu den großen Gewinnern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |