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Gastbeitrag Fünf günstig bewertete Aktien aus Amerika

10.08.2004 ·  Der Cash Flow gibt den Zustand einer Firma oft besser wieder als andere Kennziffern. So gesehen verwundert es nicht, daß die von Bloomberg-Kolumnist Dorfman darauf basierend empfohlenen Aktien bisher gut gelaufen sind.

Von John Dorfman
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Einige Leute glauben, daß der Cash Flow, also der Gewinn vor Abschreibungen, Amortisationen und nicht-liquiditätswirksamen Kosten, ein zuverlässigeres Bild vom Zustand eines Unternehmens zeichnet als die reinen Gewinne. Manchmal stimmt diese Einschätzung auch, insbesondere dann, wenn Abschreibungen und Amortisationen (unabsichtlich) die falschen Eindrücke erwecken. Wenn eine Gesellschaft etwa stark in die Betriebsanlagen investieren muß, dann ist der Wert der Abschreibungen nämlich relativ bedeutsam.

Aus diesem Grund achten viele Analysten auf den freien Cash Flow. Dieser wird normalerweise definiert als Cash Flow minus Investitionsaufwand. Oder es kann auch der Cash Flow minus der von Analysten geschätzten Wert sein, der nötig ist, um die Investitionen konstant zu halten.

So hat der aus Florida stammende, drittgrößte amerikanische Eisenbahnbetreiber CSX Corp. für das Vorjahr nur einen Gewinn von 246 Millionen Dollar ausgewiesen, aber einen Cash Flow von 804 Millionen Dollar. Die Differenz beruht mit 643 Millionen Dollar zu einem Großteil auf Abschreibungen und Amortisationen. Das Problem ist, daß die Gesellschaft massiv in die Betriebsanlagen investiert hat, so daß der freie Cash Flow (nach Investitionsaufwendungen) negativ war.

Frühere Empfehlungen waren verglichen mit dem S&P 500 erfolgreich

Bisher habe ich seit August 1999 fünf Empfehlungsliste nach diesem Strickmuster abgegeben. Alle fünf schnitten besser ab als der S&P 500 Index. Der erarbeitete Vorsprung beläuft sich dabei auf 44 Prozentpunkte. Von den insgesamt 25 Empfehlungen weisen 18 Kursgewinne und sieben Kursverluste auf.

Zu den fünf Aktien, die ich dieses Mal zumindest teilweise wegen ihre Kurs-Cash-Flow-Verhältnisse empfehle, zählen Scholastic Corp, 21st Century Insurance, Computer Sciences Corp., National Fuel Gas Co. und Great American Financial Resources Inc..

Fünf neue Favoriten

Bei Scholastic handelt es sich um einen Anbieter von Kinderbüchern, Lehrbüchern und Magazinen. Zudem verkauft man auch Spielzeug. In den vergangenen fünf Jahren hat diese Firma ihren Gewinn im Schnitt jedes Jahr um 14 Prozent verbessert und den Gewinn um fast zehn Prozent. Auf Basis eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von 15, einem Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCF) von 4,9 und einem Verhältnis von Kurs zum freien Cash Flow (KfCF) von 6,2 erscheint mir der Titel günstig bewertet zu sein. Gleichzeitig beläuft sich das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nur auf 1,2 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf 0,5.

Der zweite Kandidat 21st Century Insurance Group verkauft Autoversicherungen direkt an die Kunden in Kalifornien und vier anderen Staaten im Westen Amerikas. Die Aktie wird zu einem KCV von lediglich fünf und einem KfCF von 6,6 gehandelt. Auch auf Basis anderer Kennziffern sieht dieser Wert günstig aus. So beträgt das KGV 15, das KBV 1,5 und das KUV 0,8.

Computer Sciences Corp. aus Kalifornien ist der drittgrößte amerikanische Computer-Dienstleister. In den vergangenen fünf Jahren hat das Unternehmen seinen Umsatz im Schnitt um dreizehn Prozent verbessert und den Gewinn um rund acht Prozent. Bewertet wird die Aktie mit einem KCF von 4,9 und einem KfCF von 8,6.

National Fuel Gas ist in allen Bereichen des Gasgeschäfts tätig und bietet als Absicherung für den Aktienkurs eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent. Das KCF beträgt 5,0, der KfCF elf und das KGV dreizehn. Die Verschuldung ist mit einer Relation von 104 Prozent gemessen am Eigenkapital höher als ich es gerne hätte. Aber dafür ist es der Gesellschaft in den vergangenen fünf Jahren dank der hohen Gaspreise gelungen, im Schnitt um 50 Prozent zu steigern.

Bleibt als fünfter Kauffavorit noch Great American Financial Resources. Der Anbieter von Renten- und Lebensversicherungen, der vom Finanzier Carl Lindner geleitet wird und der zu 82 Prozent einer anderen Firma von Lindner gehört, ist wirklich ein günstig bewerteter Titel. Hier ist das KCF auf 1,6, das KfCV auf ebenfalls 1,6, das KGV auf elf, das KBV auf 0,7 und das KUV auf 0,7 zu beziffern. Soweit ich weiß, beschäftigt sich an der Wall Street kein Analyst mit dem Papier.

John Dorman ist President von Dorfman Investments und Kolumnist für Bloomberg

Quelle: Bloomberg
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25.05.2012 17:45 Uhr
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