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Fußballaktien Manchester United hinkt an die Börse

Der Börsengang des Fußball-Giganten bringt nicht die erhofften Einahmen. Nun ist fraglich, ob teure Spieler wie Robin van Persie gekauft und inwieweit Schulden abgebaut werden können.

© AFP Vergrößern Das Team von Manchester United in seinem Wohnzimmer, dem Stadion „Old Trafford“

Der britische Fußballverein Manchester United hat mit seinem Börsengang an die New Yorker Wall Street weniger Geld eingenommen als erhofft. Der Ausgabepreis der Aktien betrug nur 14 Dollar. Der Spitzenverein hatte den Investoren die Papiere ursprünglich für 16 bis 20 Dollar angeboten.

Auf Basis des Ausgabepreises wird das Eigenkapital von Manchester United mit rund 2,3 Milliarden Dollar bewertet. Allerdings kommen nur 10 Prozent der Aktien an die Börse. Das Papier des britischen Klubs erschien am Freitag zum ersten Mal unter dem Kürzel „MANU“ auf dem Kurszettel der Wall Street. Der Schlusskurs lag nach einem unspektakulären Verlauf auf dem Niveau des gesenkten Ausgabepreises, nachbörslich fiel er auf 13,82 Dollar.

Unbeliebte Eigentümer

Mit dem Börsengang wird Manchester United zum höchst bewerteten Fußballverein der Welt. Der Unternehmenswert, der aus dem Wert des Eigenkapitals plus Nettoschulden ermittelt wird, liege bei rund 2,9 Milliarden Dollar und damit um rund 1 Milliarde über der Bewertung des spanischen Spitzenclubs Real Madrid. Zum niedrigeren Ausgabepreis spült der Börsengang dem Verein rund 233 Millionen Dollar in die Kasse - rund 50 Millionen Dollar weniger als erhofft.

Die riskante Geschäftspolitik des Vereins ist umstritten. Manchester United wird von der amerikanischen Investorenfamilie Glazer beherrscht, die auch weiterhin die Kontrolle behalten will. Die Eigentümer, die Manchester United im Jahr 2005 gekauft haben, sind vor allem für viele Fans in Großbritannien zu Feindbildern geworden. Sie werfen den Glazers vor, dem Verein zu hohe Schulden aufgeladen zu haben, und sehen dadurch dessen langfristige wirtschaftliche Zukunft bedroht. Ende März lasteten auf Manchester United bei einem Umsatz von rund 320 Millionen Pfund Verbindlichkeiten von knapp 420 Millionen Pfund.

Liquiditätsschwäche

In den neun Monaten bis Ende März bezahlte der Verein 35 Millionen Pfund für Kreditzinsen auf seine Schulden. Der Antrag zum Börsengang zeigte außerdem, dass der Bestand an Barmitteln im selben Zeitraum um 125 Millionen Pfund auf 26 Millionen Pfund zusammengeschmolzen ist, nachdem das Team in der vergangenen Saison früh aus dem lukrativen Wettbewerb um den Titel in der Champions League ausgeschieden war.

Den neuen Aktionären wurden nur Aktien mit beschränktem Einfluss auf die Geschäftspolitik angeboten. Das Stimmrecht der von der Glazer-Familie gehaltenen Papiere ist zehnmal so groß wie das der börsengehandelten Anteile. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen teilweise zum Schuldenabbau genutzt werden, fließen aber auch in die Taschen der Alteigentümer.

Manchester United zählt zu den populärsten Fußballvereinen der Welt und hat unter anderem den britischen Stürmer Wayne Rooney unter Vertrag. Nach eigenen Angaben hat Manchester United weltweit rund 660 Millionen Anhänger, viele davon in Asien. Der Traditionsverein hat in seiner Geschichte neunzehnmal die englische Fußballmeisterschaft gewonnen. In den Jahren 1999 und 2008 entschied die Mannschaft außerdem die europäische Champions League für sich.

Ursprünglich hatte Manchester United einen Börsengang in Asien angepeilt. Eine angekündigte Emission in Singapur oder Hongkong im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar war jedoch vor einem Jahr wegen des ungewissen Kapitalmarktumfelds abgeblasen worden. Das Börsendebüt an der Wall Street hatte sich ebenfalls verzögert. Konsortialführer ist die relativ kleine amerikanische Investmentbank Jefferies, die nicht zu den ersten Adressen an der Wall Street zählt. Zum Emissionskonsortium gehört auch die Deutsche Bank.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 13.08.2012, 13:48 Uhr


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