Home
http://www.faz.net/-gv7-720t7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Fußballaktien Manchester United hinkt an die Börse

Der Börsengang des Fußball-Giganten bringt nicht die erhofften Einahmen. Nun ist fraglich, ob teure Spieler wie Robin van Persie gekauft und inwieweit Schulden abgebaut werden können.

© AFP Vergrößern Das Team von Manchester United in seinem Wohnzimmer, dem Stadion „Old Trafford“

Der britische Fußballverein Manchester United hat mit seinem Börsengang an die New Yorker Wall Street weniger Geld eingenommen als erhofft. Der Ausgabepreis der Aktien betrug nur 14 Dollar. Der Spitzenverein hatte den Investoren die Papiere ursprünglich für 16 bis 20 Dollar angeboten.

Auf Basis des Ausgabepreises wird das Eigenkapital von Manchester United mit rund 2,3 Milliarden Dollar bewertet. Allerdings kommen nur 10 Prozent der Aktien an die Börse. Das Papier des britischen Klubs erschien am Freitag zum ersten Mal unter dem Kürzel „MANU“ auf dem Kurszettel der Wall Street. Der Schlusskurs lag nach einem unspektakulären Verlauf auf dem Niveau des gesenkten Ausgabepreises, nachbörslich fiel er auf 13,82 Dollar.

Unbeliebte Eigentümer

Mit dem Börsengang wird Manchester United zum höchst bewerteten Fußballverein der Welt. Der Unternehmenswert, der aus dem Wert des Eigenkapitals plus Nettoschulden ermittelt wird, liege bei rund 2,9 Milliarden Dollar und damit um rund 1 Milliarde über der Bewertung des spanischen Spitzenclubs Real Madrid. Zum niedrigeren Ausgabepreis spült der Börsengang dem Verein rund 233 Millionen Dollar in die Kasse - rund 50 Millionen Dollar weniger als erhofft.

Die riskante Geschäftspolitik des Vereins ist umstritten. Manchester United wird von der amerikanischen Investorenfamilie Glazer beherrscht, die auch weiterhin die Kontrolle behalten will. Die Eigentümer, die Manchester United im Jahr 2005 gekauft haben, sind vor allem für viele Fans in Großbritannien zu Feindbildern geworden. Sie werfen den Glazers vor, dem Verein zu hohe Schulden aufgeladen zu haben, und sehen dadurch dessen langfristige wirtschaftliche Zukunft bedroht. Ende März lasteten auf Manchester United bei einem Umsatz von rund 320 Millionen Pfund Verbindlichkeiten von knapp 420 Millionen Pfund.

Liquiditätsschwäche

In den neun Monaten bis Ende März bezahlte der Verein 35 Millionen Pfund für Kreditzinsen auf seine Schulden. Der Antrag zum Börsengang zeigte außerdem, dass der Bestand an Barmitteln im selben Zeitraum um 125 Millionen Pfund auf 26 Millionen Pfund zusammengeschmolzen ist, nachdem das Team in der vergangenen Saison früh aus dem lukrativen Wettbewerb um den Titel in der Champions League ausgeschieden war.

Den neuen Aktionären wurden nur Aktien mit beschränktem Einfluss auf die Geschäftspolitik angeboten. Das Stimmrecht der von der Glazer-Familie gehaltenen Papiere ist zehnmal so groß wie das der börsengehandelten Anteile. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen teilweise zum Schuldenabbau genutzt werden, fließen aber auch in die Taschen der Alteigentümer.

Manchester United zählt zu den populärsten Fußballvereinen der Welt und hat unter anderem den britischen Stürmer Wayne Rooney unter Vertrag. Nach eigenen Angaben hat Manchester United weltweit rund 660 Millionen Anhänger, viele davon in Asien. Der Traditionsverein hat in seiner Geschichte neunzehnmal die englische Fußballmeisterschaft gewonnen. In den Jahren 1999 und 2008 entschied die Mannschaft außerdem die europäische Champions League für sich.

Ursprünglich hatte Manchester United einen Börsengang in Asien angepeilt. Eine angekündigte Emission in Singapur oder Hongkong im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar war jedoch vor einem Jahr wegen des ungewissen Kapitalmarktumfelds abgeblasen worden. Das Börsendebüt an der Wall Street hatte sich ebenfalls verzögert. Konsortialführer ist die relativ kleine amerikanische Investmentbank Jefferies, die nicht zu den ersten Adressen an der Wall Street zählt. Zum Emissionskonsortium gehört auch die Deutsche Bank.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Chinas Internetgigant Alibaba stürmt die Wall Street

Die Aktien des chinesischen Online-Händlers Alibaba haben nach ihrer Erstnotiz an der New Yorker Börse massiv zugelegt.  Mehr Von Norbert Kuls und Hendrik Ankenbrand

19.09.2014, 18:07 Uhr | Wirtschaft
Alibaba auf Rekordjagd

Das Volumen der Erstnotiz am Freitag lag bei 21,8 Milliarden Dollar. Das ist der größte Börsengang eines Internetunternehmens. Wenn Alibaba wie erwartet auch die Option für die Zuteilung von Aktien zieht, ist der Börsengang mit 25 Milliarden Dollar insgesamt der größte aller Zeiten. Mehr

23.09.2014, 12:50 Uhr | Wirtschaft
Neuer Star der Wall Street Jack Mas unverhoffter Triumphzug mit Alibaba

Mit dem Börsengang schwingt sich Alibaba zum neuen Star der Wall Street auf. Dabei versagt der Konzern den Anlegern sämtliche Rechte. Mehr Von Hendrik Ankenbrand und Norbert Kuls, Schanghai/New York

18.09.2014, 08:38 Uhr | Finanzen
Bayerns Kampf um den Einzug ins Halbfinale

Bayern München will seinen Champions League Titel verteidigen und muss dafür Manchester United aus dem Wettbewerb werfen. Mehr

08.04.2014, 22:15 Uhr | Sport
Online-Modehändler Börsengang bringt Zalando 605 Millionen

Trotz großer Nachfrage schon vor dem Start der Zalando-Aktie soll das Papier 21,50 Euro kosten - etwas weniger als erwartet. Das Börsendebüt des Onlinehändlers ist für Mittwoch geplant. Mehr

29.09.2014, 21:00 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.08.2012, 13:48 Uhr

Allianz nach Gross

Von Gerald Braunberger

Bill Gross verlässt Pimco. Die Allianz muss sich nun fragen, ob sie aus der Ferne zu lange dem Krach in ihrer Tochtergesellschaft Pimco zugesehen hat. Mehr 1 1


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche