08.03.2010 · Die großen Zeiten der Funkwerk-Aktie sind lange vorbei. Auch 2009 ist dem Unternehmen die Wende nicht gelungen. 2010 soll besser werden. Analysten erwarten den Durchbruch aber erst für 2011.
Die großen Zeiten der Aktie des Kommunikationstechnik-Anbieters Funkwerk sind lange her. In den Jahren nach dem Platzen der Technologie-Blase, zwischen 2003 und 2004 kletterte der Aktienkurs um mehr als das Dreifache, bis er im Februar 2005 37,74 Euro erreichte.
Trotz der damaligen konjunkturellen Flaute schien das operative Geschäft des Unternehmens, das Kommunikationstechnik für Bahngesellschaften und Verkehrsbetriebe, aber auch Mobilfunktechnik für Autos herstellt, glänzend zu laufen: Wachstumsziele wurden übertroffen, Umsatz und Ergebnis erreichten Rekordmarken.
2009 noch schlimmer als erwartet
Doch schon 2005 zeigten sich deutliche Schwächen, bis 2007 fiel dann der Jahresüberschuss um rund 60 Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Daran änderte auch ein Umsatzanstieg im Jahr 2007 nichts. Dieser stagnierte im Folgejahr, wenn auch ein Gewinnanstieg hoffen ließ. In derselben Zeit fiel der Aktienkurs trotz einer Zwischenerholung bis Anfang 2009 auf nur 3,50 Euro.
Mit der Markterholung steig auch der Kurs der Funkwerk-Aktie wieder, bis das Unternehmen im Oktober nach Ausbleiben eines wichtigen Großauftrags aus dem Ausland für 2009 die Prognose eines stagnierenden Umsatzes revidieren und das Ziel auf 230 Millionen Euro senken musste, was einem Minus von 20 Prozent entsprach. Zudem rechnete Funkwerk mit einem Anstieg des Betriebsverlustes auf bis zu 19 Millionen Euro.
Doch es kam schlimmer, wie die am Freitag zu Börsenschluss veröffentlichten Zahlen zeigten. Der Umsatz fiel um rund 24 Prozent auf 219 Millionen Euro und damit den tiefsten Stand seit 2003. Der Betriebsverlust werde aufgrund von Umstrukturierungskosten und Abschreibungen auf 42 Millionen Euro steigen. Es ist der erste seit dem Jahr 1997, für das das Unternehmen erstmals Zahlen veröffentlichte.
Hoffen auf die Wende 2010
Nachdem 2009 die erhoffte Wende ausblieb, soll sie nun 2010 kommen. Der Vorstand erwartet im laufenden Geschäftsjahr eine Umsatzverbesserung und ein positives Konzernergebnis. Das Restrukturierungsprogramm sei weitgehend abgeschlossen und werde in diesem und in den kommenden Jahren eine Kostenentlastung von voraussichtlich 10 Millionen Euro bringen. Verlustquellen seien geschlossen und Randgeschäfte eingestellt worden.
Zudem verfüge das Thüringer Unternehmen über eine solide Finanzbasis mit einer Eigenkapitalquote von etwa 50 Prozent sowie einen Auftragsbestand von rund 100 Millionen Euro.
Die Analysten hatten sich im Durchschnitt für das Geschäftsjahr 2009 in etwa den Unternehmensprognosen angeschlossen. Für 2010 prognostizieren sie eine bescheidene Rückkehr in die Gewinnzone und Umsatzstiegerungen. Ob es aber die bislang im Durchschnitt avisierten 243 Millionen Euro werden, muss nach dem Verlauf des Jahres 2009 dahingestellt bleiben.
Durchbruch 2011?
Den großen Durchbruch sagten sie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,4 ohnehin erst für 2011 voraus. Für das laufende liegt die aktuelle Schätzung bei rund 27. Die Reaktion auf die Zahlen fiel im späten Handel auf dem Parkett am Freitag mit einem Abschlag von 0,6 Prozent eher verhalten aus. Vorbörslich notiert die Aktie unverändert.
Offenbar sind die Erwartungen nicht groß gewesen. Bei einer Marktkapitalisierung von nur 53 Millionen Euro könnte auch die Meinung vorherrschen, das Unternehmen sei im Prinzip unterbewertet.
Andererseits hat sich der Aktienkurs seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent erholt. Das spricht angesichts der wohl eher langsamen Erholung, dass der Kurs zumindest die Unterstützung bei 6 Euro testen könnte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |