Manchmal sind es die eher weniger im Vordergrund stehenden Aktien, die die größten Erträge bringen. Blickt man auf die Rangliste der Gesamterträge, die deutsche Aktien in den vergangenen 10 Jahren erbracht haben, so steht an der Spitze die Aktie des ehemaligen Beteiligungsunternehmens Arques und heutigen Telefon-Herstellers Gigaset.
Angesichts seiner bewegten Geschichte in den vergangenen Jahren hat sie dies aber vor allem der Tatsache zu verdanken, dass sie bis 2001 noch die Aktie der AG Bad Salzschlirf war, die 100 Jahre lang den Kur- und Hotelbetrieb der nordhessischen 3000-Einwohner-Gemeinde verwaltet hatte, bevor sie insolvent wurde.
Es geht auch ohne Mantel-Spekulation
Ähnliches gilt für die Aktie von Camera Work. das Unternehmen, das eine der weltweit größten Photo- und Photobuchsammlungen besitzt und diese weiter entwickelt. Diese Aktie war bis 2003 noch die der Nordhäuser Tabakfabrik.
Anders sieht es mit Platz drei aus. Der 1931 gegründete Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub ist seit nunmehr 26 Jahren börsennotiert. In den vergangenen 10 Jahren brachten die im Nebenwerte-Index MDax notierten Vorzugsaktien des Unternehmens laut der Datenbank des Finanzinformationsdienstleisters Bloomberg einen Ertrag von 2510 Prozent.
Stetiger Aufstieg
Damals notierte die Aktie bei wenig mehr als 2 Euro und die Aufnahme in den MDax lag noch rund sieben Jahre in der Zukunft. Fuchs setzte 940 Millionen Euro um und musste gerade die Trennung von der glücklosen Tankstellenkette Dea verkraften. immerhin kam dadurch die Motorenölfertigung in Hamburg-Grasbrook zum Konzern, ein führender Anbieter im deutschen Markt bei der Erstbefüllung von Kraftfahrzeugen.
Trotzdem stieg der Aktienkurs 2001 um immerhin zehn Prozent, angesichts des schlechten Börsenjahres durchaus beachtlich. Bis zur Aufnahme in den MDax im Juni 2008 verzehnfachte sich der Kurs dann annähernd. Hinzu kamen moderat steigende Dividendenausschüttungen. Rückgerechnet hatte Fuchs 2001 noch eine Dividende von 14,47 Cent je Aktie ausgeschüttet. 2008 waren es schon 50 Cent.
Aktie nicht mehr ganz billig
Nach Prognosen der Analysten wird Fuchs 2012 knapp 1 Euro an Dividende zahlen. Basis war eine recht stetige Entwicklung des Unternehmens, die lediglich 2009 während der Finanzkrise einen Einbruch hinnehmen müssen. Bei einem Umsatz von 1,46 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist der Umsatz in den vergangenen 10 Jahren zwar nur durchschnittlich um 4,5 Prozent gewachsen. Doch der Reingewinn ist seitdem um mehr als das Neunfache gestiegen. Derzeit notieren die Vorzugsaktien bei 39,70 Euro wieder auf einem Allzeithoch.
Diese Erfolge haben ihren Preis. Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von mehr als 15 für das laufende und mehr als 14 für das kommende Jahr ist die Aktie nicht eben billig. Auch die Dividendenrendite nimmt sich mit knapp 2,5 Prozent eher moderat aus. Die weitaus meisten Analysten empfehlen daher das Halten der Aktie. Das scheint angesichts der Erfolgsgeschichte nicht der schlechteste Rat zu sein.