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Fotoindustrie : Machtkampf macht Aktie von CeWe Color nicht attraktiver

  • Aktualisiert am

Der Bedarf für Farbfotos aus dem Labor schrumpft Bild: ddp

Ein Unglück kommt selten allein: Machen dem Fotodienstleister CeWe Color nicht schon die Folgen der technischen Umwälzung zu schaffen, so muss er sich jetzt noch mit ungeduldigen Finanzinvestoren auseinandersetzen. Dem Aktienkurs hilft das nicht.

          Die Digitalisierung hat die Welt stark verändert. War die Musikbranche einst eine Goldgrube, so darbt sie jetzt. Auch die Grundlagen der Fotoindustrie wurden durch diesen technischen Fortschritt erschüttert.

          Der Grund ist in beiden Fällen derselbe. Waren vor zwei Jahrzehnten für die Erstellung von Fotos oder das Erstellen eines Tonträgers noch große Investitionen und spezielles Know-how erforderlich, so bedarf es heute nur noch geringer Kenntnisse und des Einsatzes überall erhältlicher Gerätschaften, um das eigene Foto oder die Kopie eines Musikstücks anzufertigen.

          Technischer Wandel drückt auf Umsatz und Ergebnis

          Damit aber ist die Rentabilität der Investitionen erheblich gesunken. Die Kleinen und großen der Branchen haben dies erheblich zu spüren bekommen. Agfa musste vor rund anderthalb Jahren Insolvenz anmelden, Leica Camera schrammte knapp daran vorbei und die Probleme bei Eastman Kodak wollen nicht abreißen.

          Bild: FAZ.NET

          Auch Europas größter Fotoentwickler Cewe Color hätte sich sicherlich besser Jahre gewünscht, als es die vergangenen waren. Seit 2001 stagniert in der Tendenz sowohl die Zahl der entwickelten Farbfotos als auch der Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schrumpfte bis 2003, konnte aber 2004 leicht und 2005 stark zulegen. Indes profitierte das Unternehmen dabei davon, dass verschiedene Wettbewerber aufgaben.

          Dies war aber 2006 nicht der Fall und so hinterließ der Technologiewandel von der analogen und digitalen Fotografie im Jahr 2006 wie erwartet wieder deutliche Spuren. Schon im ersten Quartal sank der Umsatz um knapp zehn Prozent. Damals peilte der Vorstand für das Gesamtjahr einen Gewinn vor Steuern von 21 Millionen Euro nach 25,5 Millionen im Vorjahr an.

          Talsohle wohl erst 2008 erreicht

          Diese Erwartung stellte sich nunmehr fast punktgenau ein. Nach vorläufigen Zahlen rutschte der Vorsteuergewinn im Jahr 2006 um mehr als 17 Prozent auf 21,1 Millionen Euro ab, während der Umsatz im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 400 Millionen Euro sank. Das entspricht etwa dem Niveau des Jahres 1999.

          Auch für das laufende Jahr rechnete das in Oldenburg ansässige Unternehmen mit geringeren Erlösen. So soll der Umsatz auf 380 Millionen Euro fallen. Der Gewinn vor Steuern, aber auch vor Restrukturierungskosten soll 24,5 Millionen Euro betragen. Dies wären wieder zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

          Das Digitalfotogeschäft kann den Absatzrückgang nicht kompensieren. Cewe Color entwickelte im vergangenen Jahr zwar mehr als eine Milliarde Digitalbilder und damit gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Doch liefen nur noch insgesamt knapp 2,9 Milliarden Farbbilder aus den Entwicklungsmaschinen. Das waren 15 Prozent weniger als noch 2005.

          Damit hat sich im vergangenen Jahr der Umbruch auf dem Markt drastisch beschleunigt. 2007 sollen erstmals mehr digitale als klassische Bilder entwickelt werden. Damit werde der Wendepunkt erreicht, insgesamt aber werde die Zahl der Farbbilder um voraussichtlich zehn Prozent abnehmen. Den Tiefpunkt im Bildermarkt sieht Cewe Color im Jahr 2008 erreicht.

          Finanzinvestoren drängen auf Ausschüttungen

          Doch wie es häufig so ist, kommt ein Unglück selten allein. Während das Unternehmen um seine Restrukturierung kämpft, haben andere wohl nicht die Geduld, darauf zu warten. So wies der Vorstand des Unternehmens jetzt das Ansinnen des New Yorker Hedge-Fonds M2 Capital zurück, der von der Cewe Color Holding kreditfinanzierte Sonderausschüttungen von 37 bis 120 Millionen Euro gefordert habe. Cewe Color verfügt nach eigenen Angaben über ein Eigenkapital von 113 Millionen Euro.

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