12.01.2006 · Fraport hat 2005 mit Rekordzahlen in Frankfurt geglänzt, aber mit Antalya eine Wachstumsbremse im Konzern. Für die Zukunft gibt sich der Flughafenbetreiber aber optimistisch. DrKW-Analysten haben das Kursziel hochgestuft. Die Aktie ist aber hoch bewertet.
Zur Wochenmitte glänzte die Fraport-Aktie als drittbester Wert im MDax mit einem Kursgewinn von gut 3,9 Prozent auf 48,43 Euro. Höher ist der Titel bisher noch nie aus dem Handel gegangen. Der Grund für den kleinen Kurssprung: Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein hat nach einer Präsentation des Fraport-Vorstands, der ehrgeizige Ziele zum Einzelhandelsumsatz formuliert habe, die Kaufempfehlung bekräftigt und das Kursziel für die Aktie deutlich angehoben.
Zum Höhenflug der Notiz paßt der Aufschwung am wichtigen Konzernflughafen Frankfurt. Dort hat Fraport hat an seinem wichtigsten Standort Frankfurt im vergangenen Jahr bei Passagier- und Frachtzahlen Rekordwerte erreicht.
Allerdings kann nicht übersehen werden, daß die Aktie die meisten anderen von Analysten gesteckten Kursziele mehr oder weniger deutlich überflügelt hat. Und ein stark steigender Kurs paßt nicht zu der auf 2005 gemünzten Aussage von Fraport, den Gewinn um zehn Prozent steigern zu wollen. Zudem ist der Titel erheblich höher bewertet als die Aktie der britischen Konkurrenz BAA, die Fraport zuletzt in Budapest ausgestochen hat und nicht zuletzt eine deutlich höhere Dividendenrendite bietet.
Konzernweit 6,4 Prozent weniger Fluggäste
In Frankfurt erhöhte sich die Passagierzahl um 2,2 Prozent auf 52,2 Millionen Fluggäste. Auch im Dezember sei mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent auf 3,7 Millionen Passagiere ein Spitzenwert erzielt worden, teilte Fraport am Donnerstag mit. Ebenso sei der Frachtumschlag mit einem Zuwachs von 8,1 Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen ein Rekordwert für den zweitgrößten Flughafen in Europa.
Allerdings belasteten drastische Einbußen im türkischen Antalya das Geschäft und führten konzernweit zu einem Rückgang der Fluggäste um 6,4 Prozent auf 72,1 Millionen. Positiv auf Umsatz und Ertrag dürfte sich aber der mit 3,4 Prozent überdurchschnittliche Anstieg der Höchststartgewichte der in Frankfurt eingesetzten Flugzeuge ausgewirkt haben, auf den Fraport laut Reuters verwies. Dies bedeute einen überdurchschnittlichen Anstieg der Entgelte von den Fluggesellschaften.
Konkrete Umsatz- und Ergebniszahlen legt Fraport im März vor. Das Unternehmen hatte im November seine Ergebnisprognose leicht angehoben und geht nun von zehn Prozent mehr Gewinn als 2004 aus, als Fraport 136 Millionen Euro verdiente. Das operative Ergebnis soll den Vorjahreswert von 516 Millionen Euro um fünf Prozent übertreffen.
DrKW mit Kursziel weit vor der Konkurrenz
Und für die Zukunft hat sich der Fraport-Vorstand nach Angaben der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) zuversichtlich geäußert. Das Management habe bekräftigt, die Kapazitäten weiter auszubauen und die Einzelhandels-Einnahmen zu verdoppeln, teilte DrKW nach einer Präsentation mit. Vor diesem Hintergrund hat die Investmentbank das Kursziel für Fraport von 48 Euro auf 55 Euro hochgesetzt. Die Anlageempfehlung lautet angesichts des verbleibenden Kurspotentials von mehr als 13 Prozent logischerweise „buy“.
Bei den meisten anderen Analysten gilt der Titel als Halte-Position. Entsprechend haben erst vor knapp einem Monat die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), AC Research und die Citigroup votiert. Dabei nennt die LRP mit 44 Euro das relativ höchste Kursziel, die Citigroup mit 40 Euro das niedrigste, während AC genau in der Mitte liegt und Fraport mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 als fair bewertet ansieht.
Nun kommt das Papier aber gemessen an den Gewinnschätzungen für 2006 auf ein KGV von 23,8 nach 25,2 für vergangenes Jahr. Zum Vergleich: Der MDax, in Fraport gelistet ist, ist mit 21,3 und 16 bewertet, BAA mit 15,25 und 14,1. Dabei wird beim britischen Flughafenbetreiber für 2005 eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent erwartet, die für 2006 leicht steigen soll, während Analysten für Fraport lediglich Werte von zwei und 2,1 Prozent vorhersagen. Vor diesem Hintergrund hat die binnen Jahresfrist um rund 50 Prozent gestiegene Fraport-Aktie nur noch den Trend für sich. Zu einem Einstieg kann angesichts der Bewertung und der Dividendenrendite nicht guten Gewissens geraten werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |