28.07.2006 · Nach schwierigen Zeiten in der Baisse konnte die Aktie der Schweizer Privatbank Julius Bär in den vergangenen Jahren einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren. Gute Zahlen im ersten Halbjahr scheinen ihn zu bestätigen.
Nach schwierigen Zeiten in der Baisse konnte die Aktie der Schweizer Privatbank Julius Bär im Jahr 2003 einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren und ausgehend von einem Tief bei 29,99 Franken inzwischen 258 Prozent zulegen auf zuletzt 107,4 Franken.
Damit liegt das Papier zwar nach einer Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Wochen unter dem noch im Mai erreichten Zwischenhoch von 127 Franken. Aber der mittelfristige Trend zeigt weiterhin nach oben und die Chancen für weitere Kursgewinne dürften zumindest in einem anhaltend freundlichen Börsenumfeld nicht schlecht stehen.
Zahlen für das erste Halbjahr übertreffen die Erwartungen
Immerhin legte das Unternehmen am Freitag überraschend gute Zahlen für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres vor. So ist der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn im ersten Halbjahr gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 27,1 Prozent auf 404,0 Millionen Franken gestiegen und damit über den Analystenerwartungen gelegen. Im Private Banking betrug der Netto-Neugeldzufluß eine Milliarde Franken, teilte die Bank am Freitag mit. Im Asset Management belief sich der Zufluß auf 14 Milliarden Franken.
Die betreuten Kundenvermögen lagen per Ende Juni bei 320,3 Milliarden Franken nach 304,3 Milliarden Franken Ende 2005, so die Bank. Die Cost-Income-Ratio betrug im ersten Semester 60,7 Prozent nach 63,8 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres und 6,0 Prozent im zweiten Halbjahr 2005. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Halbjahresgewinn von 292 Millionen Franken gerechnet. Im Private Banking war ein Netto-Geldabfluß von 400 Millionen Franken erwartet worden. Bei der Cost-Income-Ratio war mit 64,6 Prozent gerechnet worden.
Diese Zahlen deuten eine gute Performance des Unternehmens hin. Es dürfte einerseits von den vorteilhaften Bedingungen an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten profitieren können. Andererseits spielt jedoch auch die Neuaufstellung und die erreichte Größe eine Rolle, die unter anderem durch die Übernahme des Hedge-Fonds-Bereichs GAM und der Privatbanken von der UBS erreicht wurde.
Aktie noch vernünftig bewertet
Größe spielt eine Rolle, da das Geschäft einerseits skalierbar ist, indem mit einer bestimmten Infrastruktur beinahe beliebig viele Gelder verwaltet werden können. Der Geschäftsaufwand des Konzerns nahm nach eigenen Angaben unterproportional zum Ertrag um 14,7 Prozent auf 853,0 Millionen Franken zu, wobei sich der Personalaufwand um 26,3 Prozent auf 608,1 Millionen Franken, der Sachaufwand indes nur um 5,2 Prozent auf 216,8 Millionen Franken erhöhte. Sowohl Abschreibungen wie auch Wertberichtigungen und Rückstellungen entwickelten sich rückläufig. Insgesamt realisierte Julius Bär im ersten Halbjahr Kostensynergien in Höhe von 34 Millionen Franken.
Auf der anderen Seite ist sie auch als Ausdruck der Solidität und damit der Vertrauenswürdigkeit wichtig bei der Werbung um neue, vermögende Kunden. Das dürfte unter anderem beim Werben um Kunden in Asien eine Rolle spielen, wo die Bank aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik entsprechendes Potential sieht.
Insgesamt dürfte die Entwicklung der Aktie grundsätzlich vom Umfeld an den Finanzmärkten abhängen. Gut wäre sicherlich ein anhaltend positives Umfeld. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 16,4 für dieses und knapp 14 für das kommende Jahr ist die Aktie auf Basis der Gewinnprognosen noch vernünftig bewertet. Ansicherungsstrategien gegen ein turbulenteres Umfeld können jedoch nie schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |