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Finanzwerte Aktie der Macquarie Bank bricht den Aufwärtstrend

01.08.2007 ·  Die Aktie der Macquarie Bank gehörte zu jenen Werten, die den australischen Aktienmarkt nach oben gezogen hat. Damit ist es vorbei: Die Aktie ist aufgrund aufkommender Zweifel an der Ertragskraft durch den Aufwärtstrend gefallen.

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Mit satten Kursgewinnen und einem eindrucksvollen Aufwärtstrend gehörte die Aktie der australischen Macquarie Bank zu jenen Werten, die den breiten australischen Aktienmarkt in den vergangenen Jahren deutlich nach oben gezogen hat.

Ausgehend von einem Kurstief bei 18,85 australischen Dollar im Oktober des Jahres 2002 konnte die Aktie bis zu 426 Prozent auf 98,64 Dollar im Mai des laufenden Jahres zulegen, bevor sie in den vergangenen Wochen zunächst stagnierte und bevor sie in den vergangenen Tagen deutliche Kurseinbußen hinnehmen musste und inzwischen sogar unter den langfristigen Aufwärtstrend brach.

Satte Kursverluste in den vergangenen Tagen ...

Alleine am Mittwoch gab die Aktie satte 10,67 Dollar nach. Hintergrund sind Berichte, nachdem zwei Fonds der Bank etwas 25 Prozent ihres Wertes verlieren würden, da sie sich amerikanische Hypothekarpapiere ins Depot gelegt hatten. Damit zieht die Krise am amerikanischen Häusermarkt immer weitere Kreise, angefangen von Bear Stearns, über verschiedene Hedge Fonds, die deutsche IKB Bank, den französischen Broker Oddo bis hin eben zur Macquarie Bank.

Das kann die Profitabilität der australischen Bank ins Mark treffen. Sie hatte in den vergangenen Jahren nicht nur von der gut laufenden australischen Wirtschaft profitiert - der internationale Rohstoffboom machte sich positiv bemerkbar -, sondern frühzeitig international expandiert. Zu denk Kernstrategien gehörte das Aufspüren von Trends - wie zum Beispiel das Infrastruktur-Investment - und die Auflage und die Verwaltung darauf spezialisierter Fonds.

Davon konnte die Bank gut leben. Immerhin stammten im vergangenen Geschäftsjahr mehr als die Hälfte der Erlöse des Hauses aus Gebühren und Kommissionen, die im Fondsmanagement und der Beratung von Kunden anfielen. Gab es zwischenzeitlich schon gewisse Klagen über ihre Höhe sowie über eine gewisse Intransparenz der verwalteten und beratenen Fonds, so könnten sie sich nun weiter akzentuieren.

Denn so lange die Performance stimmt, mögen sich Anleger noch befrieden lassen. Spätestens mit dem Auftreten von Verlusten jedoch stößt die Loyalität an Grenzen. Nicht selten hört beim Geld die Freundschaft auf. Fortress, das Anlagevehikel von Macquarie, versucht zwar, die Stimmung zu besänftigen: Es gebe keine Ausfälle im Portfolio und es gebe keinen Grund, an den Zinszahlungen und an der Rückzahlung des Kapitals am Ende der Laufzeit der Kontrakte zu zweifeln, heißt es. Allerdings kamen und kommen solche oder ähnliche Aussagen auch von anderen Fonds, die in Schwierigkeiten geraten sind.

... Aktie nur optisch vernünftig bewertet

Aus diesem Grund scheint eine gewisse Skepsis nicht unangebracht zu sein. Die Macquarie Fortress Notes, die in verbriefter Form an der australischen Börse handelbar sind, haben 24 Prozent auf gerade noch 57 australische Cents je Dollar Nominalwert verloren und deuten damit die Skepsis der Anleger deutlich an. Die Notes, die auch Privatanlegern zugänglich waren und in ihrem Prospekt einen Kupon von etwas mehr als zehn Prozent per Annum versprachen, beziehen sich auf einen Korb von Wertpapieren unterschiedlicher Bonität. Dazu zählen unter anderem so genannte „Alternative Credit Instruments“.

Insgesamt mag der Wertverlust solcher Produkte die Bank direkt nicht tangieren. Auf der anderen Seite wird mit einiger Sicherheit jedoch ihr Renommeé angekratzt - und das dürfte die künftigen Wachstumsmöglichkeiten das Unternehmens wenn nicht gar ausbremsen, so doch einschränken. Das gälte vor allem dann, wenn die Hypothekarkrise sich von den Vereinigten Staaten auf andere angelsächsische Staaten oder gar auf die überhitzten Märkte in Irland und Spanien ausweiten und auf diese Weise sogar die Weltwirtschaft bremsen sollten.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,8 und elf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr mag die Aktie somit optisch vernünftig bewertet aussehen. Die undurchsichtige Lage jedoch und vor allem auch der Bruch des Aufwärtstrends mahnen zur Vorsicht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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