In jüngster Zeit legen die Börsen zwar wieder etwas zu, aber davor war die Entwicklung der verschiedenen Indizes beinahe desaströs. In Deutschland kamen besonders die Standardwerte schlecht weg. Der Dax verbucht auf Sicht eines Jahres immer noch ein Minus von 54,5 Prozent.
Deutlich besser schlugen sich dagegen die Aktien der Unternehmen mit mittlerer oder geringer Marktkapitalisierung. Der MDax verbuchte in den vergangenen zwölf Monaten einen Verlust von etwas mehr als 32 Prozent, die Werte des SDax sogar „nur“ ein Minus von knapp 25 Prozent. Aus diesem Grund ist es reizvoll, auch einmal in anderen Märkte entsprechende Werte näher zu betrachten.
Kleinere Unternehmen sind international tätig
Die Genfer Privatbank Pictet tut dies beispielsweise in regelmäßigen Abständen in der Schweiz. Denn auch dort gibt es neben den bekannten Namen im Swiss Market Index (SMI) noch Aktien, die in ihrer Summe auf einen Anteil von neun Prozent an der gesamten Marktkapitalisierung kommen. Die Analysten halten die Werte insbesondere deswegen interessant, weil in der Schweiz auf Grund des kleinen Heimatmarktes selbst relativ kleine Unternehmen zu internationalen Aktivitäten gezwungen sind. Manche sind in ihrer Nische sogar Marktführer. Andere haben sehr fokussierte und damit transparente Geschäftsmodelle.
Die Pictet-Analysten betrachten optimistische Äußerungen verschiedener Manager, nach denen ihre Unternehmen bereit seien für den hoffentlich bald kommenden Aufschwung eher skeptisch. Denn der harte Wettbewerb decke schwache Geschäftsmodelle schonungslos auf - und Kostensenkungsmaßnahmen seien in diesen Fällen nicht ausreichend. Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Aktie liege deswegen nicht in der Zugehörigkeit zu bestimmten Branchen, sondern in der Qualität des einzelnen Unternehmens. Für die Beurteilung reiche nicht allein die Bewertung der Aktie, sondern es müsse auch der Ruf berücksichtig werden und die Frage, ob das Management seine Hausaufgaben erfüllte habe.
Werte mit einem Kurspotenzial bis zu 50 Prozent
Auf dieser Basis empfehlen sie insgesamt sieben Werte zum Kauf und würden weitere acht Aktien akkumulieren. Sie geben ihnen auf Sicht von zwölf Monaten ein Kurspotenzial von bis zu 50 Prozent. Die Kaufkandidaten im Einzelnen sind: Der Maschinenbauer Belimo, das Handelsuntenehmen Bossard, der Rückversicherer Converium, das Reiseunternehmen Kuoni, die Technologieunternehmen Logitech und Micronas und nicht zuletzt der Medizintechnikhersteller Synthes-Stratec. Positiv betrachten sie daneben den Maschinenbauer Interroll, den Einzelhändler Jelmoli, den bekannten Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli, die Maschinenbauer Rieter, Saia Burgess, Saurer und die Walter Meier Holding.
Ein interessanter Wert scheint Synthes-Stratec zu sein. Denn das aus einer Fusion im Jahr 1999 hervorgegangene Medizintechnikunternehmen ist Marktführer beim konjunkturunabhängigen Geschäft mit Implantaten und Instrumenten zur chirurgischen Versorgung von Frakturen, Missbildungen und Tumorerkrankungen und es ist die Nummer drei bei Wirbelsäulenimplantaten. Es investiert überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung und generiert knapp 80 Prozent seiner Umsätze in den USA. Die Aktie erscheint mit einem KGV von 21 zwar relativ teuer und dürfte Probleme mit einem schwächeren Dollar erhalten. Auf der anderen Seite sind Centerpulse oder auch Konkurrenten wie Stryker, Zimmer Holding oder Biomet deutlich höher bewertet.
Insgesamt dürften auf Grund der internationalen Ausrichtung Einzelne Schweizer Small- und Mid Caps einen Blick wert sein. Auch wenn nicht alle so bekannt und begehrt sind, wie etwa Logitech.