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Finanzmarkt Arbeitsmarktdaten enttäuschen die Börsen

06.12.2002 ·  In den vergangenen Wochen hatten Konjunkturoptimisten die Kurse an den Börsen steigen lassen. Ein schwacher US-Arbeitsmarkt dürfte sie dämpfen.

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Seit Anfang Oktober hatten die Konjunkturoptimisten an den Finanzmärkten Oberwasser. Beinahe jede Zahl wurde positiv interpretiert und als Zeichen dafür gedeutet, dass sich die Wirtschaft in absehbarer Zeit wieder berappeln würde. Dann könnten die Unternehmen endlich wieder steigende Umsätze verzeichnen und satte Gewinne einfahren.

Steigende Kurse wären die logische Folge. Denn Unternehmen, die mehr verdienen, werden mehr wert, könnten wieder kräftig investieren, neue Arbeitskräfte einstellen und diesen gleichzeitig gute Löhne zahlen. Die positiven Impulse aus Investitionen und zunehmendem Konsum könnten sich auf diese Weise verbreiten und würden die Konjunktur auf Grund der zunehmenden weltwirtschaftlichen Verflechtung global stimulieren. Ein sich selbst verstärkender positiver Kreislauf also.

Tiefe Zinsen alleine sind nicht das alles

Und das krasse Gegenteil dessen, was in den vergangenen Monaten zu beobachten war: Arbeitsplatzabbau, stagnierender Konsum und eine extrem schwache Investitionstätigkeit - wenn überhaupt. Die Notenbanken versuchten diesen Teufelskreis mit rasch sinkenden Zinsen zu bekämpfen. Zuerst die amerikanische Notenbank und zuletzt sogar die Europäische Zentralbank.

Aber tiefe Zinsen alleine sind nicht alles. Denn wirtschaftliche Ungleichgewichte und strukturelle Starrheiten - Überkapazitäten, zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, überregulierte Güter - und Arbeitsmärkte - lassen sich damit nicht beheben. Wer das behauptet, der muss ökonomisch naiv sein oder er setzt absichtlich falsche Argumente in die Welt. Nicht selten scheint es „dummes Politikergeschwätz“ von Leuten zu sein, die zu feige sind, den Wählern die Wahrheit zu sagen.

Die jüngsten US-Arbeitsmarkzahlen machen in diesem Zusammenhang wenig Mut. Denn die Arbeitslosenquote ist im November nicht nur von 5,7 auf sechs Prozent gestiegen, sondern statt 36.000 Arbeitsplätze zu schaffen, wurden im vergangenen Monat weitere 40.000 Jobs abgebaut. Vor allem das verarbeitende Gewerbe trat dabei offensichtlich als „Jobkiller“ in Erscheinung: produzierende Betriebe, der Handel und die Bauindustrie setzen Leute frei. „Diese Entwicklung stellt sicher die Stärke der wirtschaftlichen Erholung in Frage“, formulierte David Rosenberg, Chefökonom für Nordamerika bei Merrill Lynch, seine Skepsis.

Börsen reagieren mit fallenden Kursen

Die Finanzmärkte schienen das ähnlich zu sehen und reagierten eindeutig. Der Dax hat seine Kursverluste zunächst deutlich ausgebaut und lag um 20.00 Uhr noch mit einem Minus von 0,53 Prozent bei 3.207,53 Zählern. Der Bund-Future dagegen legte zunächst deutlich zu und lag am Handelsende noch mit einem Plus von 19 Stellen bei 111,60 Prozent. Er setzt damit seine volatile Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen fort: fängt die Börse Feuer, so fällt er. Gerät sie dagegen unter Druck, so können die Anleihen Kursgewinne verbuchen.

Auch die Wall Street eröffnete schwach. Mit einem Minus von 104 Stellen zeigte der Dow Jones nach der Eröffnung die Richtung an. Allerdings wurden dann die Rücktritte des US-Finanzministers Paul O'Neill und des Präsidentenberaters Lawrence Lindsey bekannt. Diese werden von der Wall Street positiv bewertet, da sie nun mit stimulierenden Wirtschaftsprogrammen rechnet. So reichte es dem Dow Jones zum Ende doch noch zu einem hauchdünnen Plus von 0,26 Prozent auf 8.645,77 Zähler. Am Devisenmarkt schwächten die Daten und die Rücktritte den Dollar und führten gegen den Yen und den Euro zu fallenden Kursen.

Auch in der näheren Zukunft dürften die nach und nach eintrudelnden Konjunkturzahlen unterschiedliche Signale liefern und zu einem anhaltenden Jo-Jo-Spiel der Finanzmärkte führen. Es war bisher schon klar, dass die Erholung der Börse mit den Fundamentaldaten wenig zu tun hatte, sondern in erster Linie technisch bedingt war. Ein Engagement ist zwar ratsam, aber immer im Bewusstsein der Fragilität und in Verbindung mit entsprechenden Absicherungsmaßnahmen. Beispielsweise mit Stop-Loss-Orders. Denn Rückschläge sind jederzeit möglich.

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25.05.2012 17:45 Uhr
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REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
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Bund Future 144,35 € +0,25%