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Montag, 13. Februar 2012
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Finanzmärkte Zentralbanker warnen vor Spekulationsblase

27.01.2010 ·  Die Notenbanken von Deutschland und Österreich sorgen sich wegen Übertreibungen. Bundesbank-Präsident Axel Weber sagte, es müsse hinterfragt werden, ob Entwicklungen an bestimmten Märkten gerechtfertigt oder schon neue Blasen seien.

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Die Notenbanken von Deutschland und Österreich sorgen sich wegen neuer Übertreibungen auf den Aktienbörsen. Bundesbank-Präsident Axel Weber sagte in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung", es müsse verstärkt hinterfragt werden, ob dynamische Entwicklungen an bestimmten Märkten noch gerechtfertigt oder schon eine neue Blase seien.

Er glaube, dass die Dynamik der Börsen nicht aufrechtzuerhalten sein werde. Die Gefahren von Spekulationsblasen beschreibt Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, mit deutlicheren Worten am Beispiel der Schwellenländer. Es gebe dort schon konkrete Gefahren von Blasenbildung, "vor allem verursacht vom Zustrom kurzfristigen Kapitals", sagte Nowotny der "Financial Times Deutschland". Die Kapitalflut in Ländern wie China und Brasilien bezeichnete er als ernstes Problem.

Warnungen der Zentralbanken werden aufmerksam verfolgt

Solche Warnungen der Zentralbanken werden auf den Aktienmärkten aufmerksam verfolgt, weil die in aller Welt niedrigen Leitzinsen ein wichtiger Treiber für die Hausse sind. Seit dem Krisentief sind die Aktienkurse weltweit im Durchschnitt um etwa 70 Prozent gestiegen. In Indien und Brasilien haben sich die Aktienindizes in dieser Zeit etwa verdoppelt, in Russland zeitweise sogar verdreifacht.

Die niedrigen Zinsen in den Industrieländern verstärken die Hausse auf zwei Arten: Der Dollar ist mit Leitzinsen nahe null zu einer der wichtigsten Währungen für Zinsdifferenzgeschäfte geworden. Hedge-Fonds und Banken verschulden sich in Amerika und legen das Geld in Währungsräumen mit höheren Zinsen und auf riskanteren Märkten mit höheren Renditeerwartungen an. Zudem haben einige Schwellenländer, darunter China, ihre Wechselkurse an den Dollar oder an andere Hartwährungen gekoppelt. Dadurch importieren sie die niedrigen Zinsen in ihre eigene Wirtschaft, die anders als die in Industrieländern aber kräftig wächst.

"Die Notenbanken stecken in einem Dilemma", sagt Andreas Rees, Volkswirt der Unicredit. Mit Zinserhöhungen oder auch nur mit der Rückführung der Liquiditätshilfen für die Banken müssten sie vorsichtig sein, um den Aufschwung der eigenen Wirtschaft nicht zu gefährden, zumal es noch keine Inflationsgefahren in der Güterwirtschaft gebe. Andererseits könne die Liquiditätsschwemme zu neuen Übertreibungen führen. Das gelte besonders bei festen Wechselkursen. Doch auch bei frei handelbaren Devisen könne überreichlich vorhandene Liquidität die Verhältnisse in fremden Währungsräumen beeinflussen und zu Inflation oder Spekulationsblasen beitragen.

Haben Notenbanken den Modus gewechselt und führen die Stimulierung zurück?

China hat schon in den vergangenen Wochen begonnen, die zur Überhitzung neigende Wirtschaft zu bremsen. Die chinesische Notenbank hat die Mindestreserveanforderungen für ihre Banken angewiesen. Die Regierung soll die Banken außerdem angewiesen haben, im Januar kein Geld mehr zu verleihen. Beide Schritte haben an den Börsen zu kräftigen Kursverlusten geführt. Nun argwöhnen Pessimisten, die Straffung der Geldpolitik könne auch in anderen Ländern früher als erwartet beginnen. Die Äußerungen von Nowotny und Weber führten allerdings am Dienstag zu keinen größeren Kursbewegungen.

Gleichwohl rät die amerikanische Bank Morgan Stanley ihren Kunden, sich an guten Börsentagen von Aktien zu trennen. Die Staaten und Notenbanken hätten den Modus gewechselt und führten die Stimulierung zurück. Das fange nicht mit der ersten Zinserhöhung der Fed an. Vorher würden in vielen Ländern die Steuern erhöht, Staatsausgaben verringert und die Regulierung der Banken verschärft. Dieser Prozess habe begonnen und werde sich in den kommenden Monaten verstärken. In früheren Baisse-Phasen an den Börsen sei ein typischer Verlauf gewesen, dass auf den ersten großen Kursabschwung eine Erholung folgte. Beginnend mit der geldpolitischen Straffung, habe es anschließend eine weitere Abwärtsbewegung mit Kursverlusten von durchschnittlich rund 25 Prozent gegeben.

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