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Finanzmärkte & Neuemissionen Größter Börsengang seit Herbst 2007 gelingt

 ·  In Deutschland ist der größte Börsengang seit November des Jahres 2007 geglückt. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland feierte am Montag sein erfolgreiches Börsendebüt, die Aktie legte zu. Tom Tailor, Brenntag und Joyou folgen in Kürze.

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In Deutschland ist der größte Börsengang seit November 2007 geglückt. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland feierte am Montag sein erfolgreiches Börsendebüt. Das Unternehmen aus Unterföhring bei München plazierte 34,5 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 22 Euro. Der erste Kurs von Kabel Deutschland lag am Morgen mit 22,50 Euro 50 Cent höher als der Emissionspreis der Aktien. Im Handelsverlauf fiel der Kurs etwas zurück, blieb aber höher als 22 Euro.

Alle Aktien stammen aus dem Besitz des Großaktionärs Providence. Der Finanzinvestor nimmt mit dem Börsengang 759 Millionen Euro ein. Einen größeren Börsengang gab es zuletzt im November 2007 mit der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die 1,2 Milliarden Euro erlöste.

Große Erleichterung über den gelungenen Börsengang

Nachdem im Herbst 2009 sowohl Hochtief Concessions als auch Scan Energy mit ihren Plänen für Börsengänge in letzter Minuten gescheitert waren, herrschte am Montag unter den Marktteilnehmern große Erleichterung, dass Kabel Deutschland erfolgreich den Sprung in den streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse gelungen war. Zwar lag der Ausgabepreis mit 22 Euro am unteren Ende der angestrebten Preisspanne von 21,50 bis 25,50 Euro und zwischenzeitlich sollte auch eine höhere Anzahl von Aktien plaziert werden, seit Juni 2008 war jedoch mit Vtion Wireless lediglich ein kleinerer Börsengang geglückt.

Kabel Deutschland wird nun die Eisbrecher-Funktion für den Markt zugeschrieben. Am Freitag steht mit dem Modeunternehmen Tom Tailor gleich der zweite Börsengang des Jahres an. Das Hamburger Unternehmen bietet noch bis Mittwoch bis zu 12,65 Millionen Aktien vornehmlich aus einer Kapitalerhöhung in einer Preisspanne von 11 bis 15 Euro an. Der maximale Erlös aus dem Börsengang sind 190 Millionen Euro. Im vorbörslichen Handel notierten die Papiere beim Wertpapierhaus Lang & Schwarz im oberen Bereich der Zeichnungsspanne.

Bereits am Montag könnte sich der Reigen der Börsengänge fortsetzen. Dann nämlich strebt der Chemiehandelskonzern Brenntag auf das Frankfurter Parkett. Je nach dem Verlauf der Zeichnungsphase könnte dieser Börsengang Kabel Deutschland als größten Börsengang des Jahres ablösen. Noch bis Freitag bietet der Konzern aus Mülheim an der Ruhr bis zu 14,95 Millionen Aktien überwiegend aus einer Kapitalerhöhung in einer Preisspanne von 46 bis 56 Euro an. Gelänge die Plazierung aller Aktien am oberen Ende der Preisspanne, läge der Emissionserlös mit 837 Millionen Euro höher als der von Kabel Deutschland. Bei Lang & Schwarz kosteten die Brenntag-Aktien am Montag vorbörslich 53 Euro. Es lägen bereits für 15 Millionen Aktien Zeichnungaufträge vor, hieß es am Montag aus Bankenkeisen.

Börsengang der vierten chinesischen Firma steht an

Nach drei deutschen Unternehmen könnte am Dienstag nächster Woche zudem auch noch der erste ausländische Börsengang des Jahres im Prime Standard der Deutschen Börse anstehen. Mit Joyou stellte sich am Montag ein chinesischer Hersteller von Bad- und Küchenarmaturen in Frankfurt Journalisten vor. Das Unternehmen bietet bis Freitag 7 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 1,05 Millionen Aktien aus dem Bestand der Familie des Gründers, Großaktionärs und Vorstandsvorsitzenden Jianshe Cai an. Als Emissionserlös werden bis zu 190 Millionen Euro angestrebt. Die genaue Preisspanne soll erst an diesem Dienstag veröffentlicht werden. Aus den bisherigen Angaben des Unternehmens ergäbe sich eine Preisspanne von gut 14 bis 23,60 Euro.

Am oberen Ende der Preisspanne würde das Unternehmen mit rund 560 Millionen Euro bewertet. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz 172 Millionen Euro und der operative Gewinn 39 Millionen Euro. Nach Analystenschätzungen steigt der Umsatz bis 2011 auf 294 Millionen Euro, der operative Gewinn auf 61 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht sich als Marktführer in China und rechnet durch höhere Ansprüche der chinesischen Bevölkerung an ihre Wohnqualität mit einem stark wachsenden Markt. Im Oktober des Jahres 2009 hat Joyou mit dem deutschen Armaturenhersteller Grohe eine Vertriebskooperation vereinbart. Grohe ist zudem mit 10 Prozent als Aktionär bei Joyou eingestiegen.

Joyou ist nach Asian Bamboo, Zhongde und Vtion der vierte chinesische Börsengang in Frankfurt. Mit dem angestrebten Emissionvolumen wäre Joyou der bislang größte. Die bisherigen chinesischen Börsengänge wurden federführend von Sal. Oppenheim aufs Parkett begleitet. Dieses Mal ist Macquarie Capital, die das Kapitalmarktgeschäft von Sal. Oppenheim übernommen hat, zusammen mit der aus Hongkong stammenden China International Capital Corporation Konsortialführer.

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