08.04.2005 · Mit Standardaktien scheint bisher seit Jahresbeginn kein Blumentopf zu gewinnen sein. Dagegen verbuchen Nischenmärkte deutliche Kursgewinne: Small- und Midcaps und die Börsen in Arabien und in Osteuropa.
Anleger haben es zur Zeit auf den ersten Blick nicht sonderlich einfach. Denn die Renditen an den Rentenmärkten sind recht tief. Auf der anderen Seite scheint mit Standardaktien kein Blumentopf zu gewinnen sein.
So hat der Dax seit Jahresbeginn gerade einmal 3,4 Prozent zugelegt, der S&P 500 in Euro gerechnet 2,84 Prozent und der Nikkei 2,57 Prozent. Damit liegen die Kursgewinne in den ersten Monaten des laufenden Jahres in etwa auf dem Niveau europäischer Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren. Allerdings sind jene weniger riskant, sofern man sie bis zum Verfall hält, um auf diese Weise Kursveränderungsrisiken zu vermeiden.
Nischenmärkte verbuchen deutliche Kursgewinne
Angesichts solcher Zahlen scheint es nicht oberflächlich betrachtet nicht sonderlich attraktiv zu sein, auf Aktien zu setzen. Ein genauerer Blick sorgt jedoch für Lichtblicke. Denn einzelne „Nischenmärkte“ konnten und können mit attraktiven Kursgewinnen aufwarten. Dazu zählen im Bereich der etablierten Märkte nach wie vor allem die Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen.
Das läßt sich nicht nur an dem am Freitag neu erreichten Rekordhoch des MDax ablesen, sondern die entsprechenden Papiere in Frankreich, der Schweiz, Italien, Dänemark, Schweden und Österreich legen deutlich zu. Der CAC Small90 Index kann seit Jahresbeginn auf einen Kursgewinn von 16,84 Prozent zurückblicken. Der schweizerische SMIM verbucht ein Plus von 12,21 Prozent und der norwegische OSE Small Cap ein Plus von satten 23,64 Prozent.
Small- und Mid-Caps schlagen sich weiterhin gut
Trotz aller Unkenrufe scheinen sich in diesem Bereich nach wie vor gute Werte finden zu lassen. Das dürfte solange anhalten, bis die Zinsen deutlicher anziehen sollten oder bis sich die Weltwirtschaft deutlicher abschwächt.
Neben diesen Marktsegmenten gibt es in Europa, Afrika und dem Nahen Osten ganze Regionen, in denen die Börsen trotz der zwischenzeitlichen Korrekturen in hervorragender Verfassung zu sein scheinen. Dazu zählen in erster Linie die Märkte im arabischen Raum. In den Emiraten, in Ägypten, Kuwait und in Saudi Arabien boomen die Börsen. Sie dürften nicht nur vom hohen Ölpreis und den damit verbundenen starken Einnahmen dieser Länder begründet werden können. Sondern gleichzeitig gibt es - zumindest in Teilbereichen - Ansätze zu einer dynamischeren Wirtschaftspolitik als in der Vergangenheit.
... aber auch die Börsen in den arabischen Staaten...
Die Ölstaaten versuchen, ihre Wirtschaft breiter zu diversifizieren, um mittel- und langfristig unabhängiger vom früher oder später versiegenden Strom der Öleinnahmen zu werden. Aus diesem Grund wird zunehmend in den eigenen Ländern investiert. Diese Bestrebungen dürften noch verstärkt werden durch den angeschlagenen Zustand des Dollars.
Auch in Mittel- und Osteuropa laufen die Märkte nach wie vor hervorragend. Trotz der Zwischenkorrekturen liegen die Indizes in Rußland, Polen, Tschechien, Ungarn und den baltischen Staaten seit Jahresbeginn deutlich im Plus. Besonders gut scheinen jedoch die Märkte in den „EU-Beitritts-Aspiranten-Staaten“ zu laufen. Dazu zählen Rumänien und Bulgarien. In der Ukraine scheint die zwischenzeitliche Euphorie nach der Wahl Viktor Juschtschenkos schon wieder etwas abgeflaut zu sein. Denn die Aktien haben schon wieder einen großen Teil der Kursgewinne abgegeben.
... und in Osteuropa
Insgesamt wird klar, daß Anleger nach wie vor auf jene Teile der Wirtschaft und der Regionen setzen, die besondere Dynamik und damit überdurchschnittliches Wachstum versprechen. Die kleineren und mittleren Unternehmen dürften dazu zählen, weil sie beweglicher sind als die „großen Unternehmensdinosaurier“. Bei den Staaten sind jene gefragt, die sich verändern. Entweder aus eigenem Antrieb, wie zum Beispiel in Ägypten, oder mit dem Ziel der EU beizutreten, wie in Bulgarien und Rumänien.
Diese Trends dürften trotz aller Zwischenkorrekturen anhalten, solange größere Schocks ausbleiben. Sollte jedoch einer eintreten, dürfte es schnell zu deutlichen Korrekturen kommen. Anleger sollten aus diesem Grund die Chancen nicht übersehen, aber auf gar keinen Fall die damit verbundenen Risiken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |