08.03.2004 · Die gestiegene Risikobereitschaft verhalf den Finanzmärkten zuletzt zu einer Erholung. Die Schattenseite davon sind laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich die vereinzelt wieder zu hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse.
Die Erholung an den Finanzmärkten ist nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unter anderem auf die wachsende Risikobereitschaft der Marktteilnehmer zurückzuführen. Selbst Affären wie der Zusammenbruch des italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat hätten die robuste Risikobereitschaft der Anleger und Banken nicht erschüttern können, teilte die BIZ in ihrem am Montag vorgelegten Quartalsbericht mit.
Darin verweist die Bank auch auf die günstigen Rahmenbedingungen, die durch bessere Konjunkturaussichten und niedrige Zinsen geprägt seien. Die BIZ-Experten machten sogar erste Anzeichen aus, die auf eine Übertreibung an den Märkten hindeuten könnten. Seit Anfang 2003 seien die Aktienkurse stärker gestiegen als die Gewinne der Unternehmen. Daher könnten die Kurs/Gewinn-Verhältnisse in einigen Ländern, gemessen an langfristigen Durchschnittwerten, bereits als hoch bezeichnet werden, heißt es in dem Bericht.
Höhere Risikobereitschaft hilft den Schwellenländern
Steigende Kurse begünstigen auch die Neuemissionen. Das Volumen der Aktienemissionen erreichte Ende 2003 den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Allein in Asien gaben Unternehmen im vierten Quartal neue Aktien im Wert von 35 Milliarden Dollar aus. China Life bildete mit vier Milliarden Dollar die Spitzengruppe.
Positiv daran ist laut BIZ, daß sich eine ganze Reihe von angeschlagenen Unternehmen wie etwa der niederländische Ahold-Konzern neues Eigenkapital beschaffen und die Qualität der Bilanz verbessern konnten. Dies mag auch erklären, warum sich der Rendite-Abstand zwischen Unternehmensanleihen und als sicherer eingestuften Staatsanleihen markant verringerte.
Die größere Bereitschaft der Anleger, Risiken einzugehen, kam auch Schwellenländern zu gute, die an den Kapitalmärkten erheblich leichter und günstiger Geld aufnehmen konnten als etwa noch vor anderthalb Jahren. So beschafften sich Schuldner aus aufstrebenden Ländern allein im Januar 2004 rund 19 Milliarden Dollar, was dem höchsten Stand seit Juni 1997 entsprach, als kurz danach die Asienkrise ausbrach.
Risikobereitschaft im Jahr 2004 etwas gesunken
Unter Beobachtern ist umstritten, ob die höhere Risikobereitschaft der Anleger und die Politik des lockeren Geldes der Notenbanken in Europa, Japan und Amerika bereits die Grundlage für neue Finanzmarkt-Blasen geschaffen haben. Es gibt auch Anzeichen für eine Beruhigung. Immerhin habe die Risikobereitschaft der Anleger im Januar und im Februar im Vergleich zum Dezember wieder etwas abgenommen, heißt es in dem Bericht der BIZ. Auch die Finanzkonditionen im Hochzins-Markt hätten sich etwas verschlechtert. Noch immer sei aber zu beobachten, daß bargeldnahe Anlagen in Aktien und andere risikobehaftetere Anlageformen umgeschichtet würden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |