15.01.2008 · Um mehr als 35 Prozent brach am Dienstag der Kurs der Hypo Real Estate ein. Die Bank ist stärker in die Finanzkrise verstrickt als angenommen. Auch andere Bankentitel gerieten unter Druck, zumal auch amerikanische Banken mit schlechten Nachrichten aufwarteten.
Von Carsten KnopDie Finanzkrise hat den Immobilien- und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate nun doch hart getroffen. Überraschend musste das Münchener Unternehmen 390 Millionen Euro auf ein amerikanisches Wertpapierportfolio abschreiben, was den Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gedrückt hat.
An der Börse reagierten die Anleger panisch: Der Kurs der im Deutschen Aktienindex Dax notierten Aktien der Hypo Real Estate brach am Dienstag zeitweise um 38 Prozent auf 21 Euro ein. Der Marktwert des Unternehmens fiel innerhalb von gerade einmal viereinhalb Stunden um 2,34 Milliarden auf zuletzt 4,35 Milliarden Euro. Analysten und Fondsmanager sprachen von einem Schock und einem Vertrauensbruch. Der Konzern hatte monatelang betont, nicht von der Hypothekenkrise und den Börsenturbulenzen betroffen zu sein.
Weitere Titel gerieten unter Druck
Auch andere Titel deutscher Banken wie die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank gerieten daraufhin unter Druck. Die Stimmung wurde an allen Aktienbörsen der Welt von weiteren schlechten Nachrichten aus der Finanzbranche verhagelt: So hat der größte amerikanische Finanzdienstleister Citigroup für das vierte Quartal einen Verlust von 9,8 Milliarden Dollar ausgewiesen. Als Grund nannte die Bank Abschreibungen wegen Engagements bei zweitklassigen Hypotheken (Subprime) in Höhe von 17,4 Milliarden Dollar (siehe dazu auch: Riesige Abschreibung führt zu Rekordverlust).
Die Citigroup kündigte daraufhin die Emission von später in Stammaktien wandelbaren Vorzugsaktien im Wert von 14,5 Milliarden Dollar an. Der Staatsfonds GIC aus Singapur wird sich daran mit 6,9 Milliarden Dollar beteiligen. GIC hatte kürzlich auch eine Kapitalspritze in Höhe von 9,6 Milliarden Dollar für die ebenfalls unter der Hypothekenkrise leidende Schweizer Großbank UBS angekündigt.
Merrill Lynch sichert sich abermals frisches Geld
Auch die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch hat sich abermals frische Mittel in Milliardenhöhe gesichert. Das Institut kündigte am Dienstag eine Kapitalerhöhung von 6,6 Milliarden Dollar an. Der Löwenanteil der Privatplazierung geht an die südkoreanische Korean Investment Corp, die Kuwait Investment Authority und die japanische Bank Mizuho Financial, die als langfristige Investoren kein Mitspracherecht im Management bekommen werden.
Erst vor wenigen Wochen hatte sich Merrill 7,5 Milliarden Dollar durch den Einstieg eines Staatsfonds aus Singapur, einer Fondsgesellschaft und den Verkauf einiger Geschäfte besorgt.
Eine beträchtliche Verwasserung der Kapitalbasis?
Fionn Huber (fionn)
- 15.01.2008, 20:15 Uhr
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |