08.05.2006 · Der Vermögensverwalter Swissfirst ist deutschen Anlegern nicht unbedingt vertraut, es sei denn als Manager der Gesellschaften BB Medtech und BB Biotech. Nach der Fusion mit der Bellevue-Gruppe aber ist die Aktie auf Rekordkurs.
Der Vermögensverwalter Swissfirst ist deutschen Anlegern nicht unbedingt vertraut. Die aus der früheren ZFP nach Zusammenschluß mit der Bellevue entstandene Finanzgruppe hat den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Nachbarland Schweiz. Ihre Dienstleistungen umfassen das Investment Banking mit Fokus auf Schweizer Aktien, die Unternehmensfinanzierung sowie die Vermögensverwaltung und -beratung für private und institutionelle Kunden.
Wesentlich bekannter als die Swissfirst sind in Deutschland BB Biotech und BB Medtech. Swissfirst stellt den Beteiligungsgesellschaften für die Fundamentalanalyse und die Vermögensverwaltung die Expertise ihrer Finanzspezialisten zur Verfügung.
Nach Fusion 2005 die Wende geschafft
Nachdem die vergangenen Jahre nicht gut gelaufen waren, hat die Gesellschaft 2005 aufgrund der guten Verhältnisse an den Finanzmärkten die Wende geschafft. Während zwischen 2001 und 2004 der Bruttogewinn von 70,3 Millionen Schweizer Franken bis auf 47, 9 Millionen schrumpfte, erzielte die Gesellschaft 2005 einen Bruttogewinn von 76,4 Millionen, was einer Steigerung um immerhin rund 60 Prozent entspricht.
Auch der Reingewinn nahm eine ähnliche Entwicklung und stieg 2005 um über 55 Prozent auf 59,7 Millionen. Mitverantwortlich dafür war nicht zuletzt der Zusammenschluß mit Bellevue, der für einen Anstieg der verwalteten Vermögenswerte um mehr als das Doppelte zur Folge hatte.
Im ersten Quartal 2006 konnte die Gruppe die gute Entwicklung fortsetzen, nachdem sich die Märkte insgesamt immer noch in guter Verfassung gezeigt hatten. So stiegen die Gesamterträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 119 Prozent auf 49 Millionen Franken. Um den gleichen Prozentsatz legte der Konzerngewinn zu, der die Größe von 26,2 Millionen Franken erreichte. Bei nahezu unveränderten Minderheiten zum Vorjahr beträgt der den Swissfirst Aktionären zustehende Konzerngewinn 25,1 Millionen Franken und liegt damit 129 Prozent über dem Vorjahr.
Zinsergebnis durch Anleihe belastet
Rückläufig war indes das Zinsgeschäft, das in den vergangenen beiden Jahren eine positive Entwicklung genommen hatte. Das Zinsresultat liegt nach drei Monaten bei 2,4 Millionen Franken und damit 24,6 Prozent unter dem Vorjahr. Weniger wirkten sich dabei die niedrigeren Dividendeneingänge aus Finanzanlagen aus, als vor allem der Zinsendienst für eine im November 2005 ausgegebene Anleihe. Durch diese verdoppelte sich der Zinsaufwand fast von 1,6 Millionen Franken auf 3,2 Millionen. Das ordentliche Kreditgeschäft weise dagegen weiterhin eine stabile Marge aus.
Demgegenüber stiegen im ersten Quartal 2006 die vereinnahmten Netto-Kommissionen um 163 Prozent auf 41,6 Millionen Franken. Positiv bemerkbar machte sich eine Erfolgsbeteiligung von sechs Millionen Franken aus der Anlagetätigkeit für BB Medtech. Die Nettoerträge aus dem Investment Banking stiegen um mehr als das Doppelte auf 24,1 Millionen Franken und auch das Vermögensverwaltungsgeschäft legte um einen ähnlichen Prozentsatz zu. Dieses steuert damit rund 50 Prozent zu den Gesamtnettoerträgen bei. Das Handelsgeschäft konnte von den guten Rahmenbedingungen an den Märkten profitieren, so daß sich der Erfolg von 2,6 Millionen Franken auf 4,8 Millionen verbesserte.
Trotz der spektakulären, in ihrer Höhe letztlich vor allem fusionsbedingten Gewinnanstiege, hat die Swissfirst offenbar noch ein wenig aufzuräumen. Denn die Gesamtkosten stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 65 Prozent, so daß die Kosten-Ertrags-Relation mit 31,2 Prozent deutlich unter dem Niveau der Vergleichsperiode lag, in der dieses Verhältnis 35,3 Prozent betragen hatte - trotz einer gegenüber dem Ende 2005 leicht geringeren Mitarbeiterzahl von 158.
Akzeptabel bewertet im Aufwärtstrend
Nach Analystenprognosen liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Swissfirst-Aktie bei 16,5 für das laufende und 15,5 für das kommende Jahr. Gegenüber den internationalen Großbanken wie UBS und Credit Suisse erfährt das Papier somit einen sichtbaren Bewertungsaufschlag. Im Vergleich zu eher national orientierten Schweizer Banken wie Vontobel oder Sarasin ist sie dagegen leicht günstiger. Indes sollten sich die Kostensteigerungen nicht fortsetzen.
Charttechnisch hat sich die Aktie erst in den vergangenen Monaten richtig positiv entwickelt. Nach dem Kurssprung infolge der Fusion ging das Papier zunächst seitwärts. Erst die Jahresergebnisse brachten die Notiz in Fahrt, so daß sie vom Sechs-Monats-Tief von 74 Franken im Dezember auf ein Allzeithoch von 120 Franken am Freitag stieg.
Indes benötigt die Swissfirst-Aktie für einen weiteren Kursanstieg ein weiteres positives Umfeld auf den Finanzmärkten. Seit Mitte März bewegt sich der Schweizer Aktienindex SMI mittlerweile nur noch seitwärts. Ob sich dies auch auf die Unternehmensergebnisse auswirkt, wird sich erst bei Vorlage des Halbjahresberichts zeigen. Wer indes eine gute Entwicklung der Finanzmärkte erwartet, der kann sicherlich auch auf die Swissfrist-Aktie setzen, deren Bewertung noch nicht zu weit gelaufen ist und deren Trend stimmt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |