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Finanzaktien Lehman setzt alle unter Druck

11.06.2008 ·  Die Finanzkrise hat die Bankbranche immer noch fest im Griff. Die Aktie von Lehman Brothers geriet den vierten Tag in Folge unter Beschuss. Das zog auch die europäischen Bankentitel nach unten. Besonders schwere Kursverluste musste die Royal Bank of Scotland hinnehmen.

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Schon den vierten Tag in Folge notierte die Aktie der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im Minus. Um mehr als 7 Prozent auf rund 25,55 Dollar fiel der Titel im Handelsverlauf an der New Yorker Börse. Damit verlor dieser seit Jahresbeginn schon mehr als 60 Prozent an Wert.

An der dringend notwendigen Kapitalerhöhung der Investmentbank, die von der Kreditkrise schwer getroffen wurde, besteht nach Aussage von Aktienhändlern nur geringes Interesse. Lehman hatte den Kapitalbedarf auf 6 Milliarden Dollar beziffert.

Die Schwierigkeiten, mit denen die Bank zu kämpfen hat, übertrugen sich auf die gesamte Finanzbranche sowohl an der Wall Street Vereinigten Staaten wie auch an den europäischen Aktienmärkten.

Höhepunkt der Kreditkrise noch nicht erreicht

Damit bleibt die Finanzbranche weiter im Griff der Kreditkrise und der Erwartung steigender Leitzinsen, was die Renditen der Branche weiter belasten sollte. Nach Einschätzung der Bank of America wird die Kreditkrise im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreichen.

Im Zuge der Abgaben in der Lehman-Aktie notierten auch Citigroup und J.P. Morgan Chase schwächer. Die Deutsche Bank ging aus dem deutschen Aktienhandel mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 61,14 Euro. Besonders hoch fielen die Kursverluste an den europäischen Aktienmärkten für die britischen Banken aus.

Minus 9 Prozent für Royal Bank of Scotland

HBOS brachen um 11,6 Prozent auf 260,42 britische Pence ein. Seit Ende vergangener Woche summiert sich der Kursrutsch damit auf knapp 22 Prozent, nachdem die Aktien gar unter den Preis der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung rutschten. Auch eine Hochstufung durch die UBS von „Neutral“ auf „Kaufen“ und beruhigende Kommentare der Unternehmensführung zum Geschäftsverlauf konnten dies nicht verhindern.

Royal Bank of Scotland (RBS) sackten nach ihrem Zwischenbericht um 9 Prozent auf 221,34 Pence ab, gefolgt von Lloyds TSB und Barclays mit minus 4,7 Prozent.

In den vergangenen Jahren trat RBS besonders aggressiv am europäischen Bankenmarkt auf, besonders auch in Deutschland. Nun teilte RBS mit, dass sie auf gutem Weg sei, ihre Ziele für das erste Halbjahr zu erreichen, obwohl das Geschäft unter der Finanzmarktkrise gelitten habe. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2008 wurde ebenfalls bekräftigt.

Zudem verlaufe die Integration der im Vorjahr übernommenen niederländischen Großbank ABN Amro planmäßig, wobei die Überschuss- und Kostensenkungs-Synergien leicht über den Erwartungen lägen, hieß es. „Es gab nur wenig neue Details“, sagte aber ein Analyst.

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