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Veröffentlicht: 24.10.2012, 13:21 Uhr

Facebook-Aktie Trotz Kursanstieg nicht über den Zuckerberg

Ermutigende Zahlen zum mobilen Geschäft lassen den Aktienkurs von Facebook trotz eines Quartalsverlustes deutlich steigen. Allerdings dürfte das Potential damit ausgereizt sein.

von
© REUTERS

Der Kurs der Facebook-Aktie steigt am Mittwoch deutlich. Im dritten Quartal hat das Netzwerk zwar einen weiteren Verlust von diesmal 59 Millionen Dollar verbucht. Doch die Entwicklung im mobilen Geschäft verlief ermutigend.

Martin Hock Folgen:

Werbung auf Smartphones und Tablets habe sich als effizienter herausgestellt, sagte Gründer Mark Zuckerberg. Diese mache inzwischen 14 Prozent der Werbeeinnahmen oder 150 Millionen Dollar aus.

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Mehr Umsatz als erwartet

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar. Die Werbung machte daran 86 Prozent aus, der Rest ist vor allem Facebooks Anteil an Einnahmen aus Online-Spielen. Der Beitrag des mit schweren Problemen kämpfenden „Farmville“-Erfinders Zynga ist dabei um ein Fünftel gesunken. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 1,23 Milliarden Dollar gerechnet. Die Gesamtzahl der monatlichen Nutzer lag zuletzt bei gut einer Milliarde, ein Zuwachs von 26 Prozent.

Grund für die Verluste waren dagegen vor allem hohe Steuern auf Aktien, mit denen das Unternehmen seine Mitarbeiter entlohnt sowie höhere Kosten für Marketing, Verwaltung und die Entwicklung neuer Produkte. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 227 Millionen Dollar verdient. Auf bereinigter Basis verdiente Facebook mit 12 Cents je Aktie etwas mehr als mit 11 Cents von Analysten erwartet.

Beeindruckte Analysten

„Was für ein mobiles Problem?“, stellte Brian Wieser, Analyst bei Pivotal Research eine rhetorische Frage. Er taxiert den Umsatz mit mobiler Werbung für das zweite Quartal auf 10 Millionen Dollar und sieht damit eine enorme Steigerungsrate. Bisher war die Sorge, Facebook könne aufgrund des Trends zu mobilen Anwendungen nicht dauerhaft profitabel arbeiten, der Hauptgrund für den desaströsen Kursverfall nach dem Börsengang im Frühjahr. Mittlerweile greifen 604 Millionen Facebook-Nutzer zu Smartphones oder Tablet-Computern. Das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Auch Arvind Bhatia, Analyst bei Sterne Agee & Leach hatte den Umsatzanteil der mobile Anwendungen mit 5 Prozent deutlich niedriger angesetzt. Indes müsse Facebook immer noch beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniere. Es zeige sich aber, dass sich die Dinge hier recht rasch veränderten. Dennoch wird Facebook mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent in den Vereinigten Staaten nur der sechstgrößte Anbieter in der mobile Werbung sein. Marktführer ist Google mit einem Anteil von 55 Prozent.

Nur ein erster Erfolg

Im nachbörslichen Handel in Amerika stieg der Facebook-Kurs um 13,1 Prozent auf 22,06 Dollar, an den deutschen Börsen um 11 Prozent. So erfreulich das ist, es lässt sich als Gegenreaktion auf die Kurshalbierung seit dem Börsengang verstehen. Diese wiederum war ein sich selbst verstärkender Prozess aus Kursverfall und Sorgen ums mobile Geschäft.

Realistisch ist aber die Auffassung, dass Facebook dennoch erst noch beweisen muss, dass es in einer mobilen Welt ein funktionierendes Geschäftsmodell hat. Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von immer noch 40 für das laufende und mehr als 30 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit auf kurze Sicht weiter ambitioniert bewertet. Längerfristig ist das Potential weiter enorm, vorausgesetzt es gelingt dem Unternehmen mit den Nutzern Schritt zu halten.

Auch wenn der Kursanstieg stark war, so dürfte das Potential damit erst einmal ausgereizt sein. Die Notierung hatte sich seit August zwischen 17,70 und 23,30 Dollar stabilisiert. Diese Spanne hat sie nicht verlassen, sondern ist an das obere Ende gelangt. Insofern dürfte es nicht überraschen, wenn es wieder zu Gewinnmitnahmen auch im Zuge auslaufender Haltefristen kommt. Angesichts der Bewertung und der ungelösten Probleme ist mit weitere Kursaufschlägen eigentlich eher nicht zu rechnen.

Quelle: FAZ.NET

 

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